Debby Smith will „Something Special“

Für das Video zur Debütsingle „Something Special“ nimmt Debby Smith ihre Hörerinnen und Hörer mit nach Los Angeles. Genauer nach Hollywood, dem Inbegriff des schönen Scheins. Der Traumfabrik, die unsere Erwartungshaltung an Liebesbeziehungen maßgeblich mitgeprägt hat.

Doch anstatt sich in Pop-Platitüden zu verfangen und anschließend die perfekte, schön zurechtgeschnittene Hochglanz-Bilderwelt abzuliefern, entscheidet sie sich für den Weg des größten Risikos; für einen Onetake shot ohne doppelten Boden und auf die Gefahr hin, dass jeden Moment etwas schief gehen kann und man von vorne beginnen muss. Der Clip kommt in angesagter Farbästhetik daher, selbstsicher tänzelt Debby Smith entlang der schicken Häuser in Beverly Hills, das man ihr als ihre Hood sofort abkaufen würde, singt: „…it ain’t easy nowadays to believe in fairy tales, I mean, look around and you will see broken hearts, broken dreams, still I want the real kind of love?“

Doch in der nächsten Sekunde verschwindet die Protagonistin plötzlich aus dem Bild, kommt ZuschauerInnen und Inszenierung einfach abhanden. Und kaum wieder aufgetaucht, verzerren überlagerte VHS-Störungen das Bild. Die Fassade der Traumwelt, sie bröckelt gewaltig. „I want something special“. Doch Zweifel regen sich im Publikum: ausgerechnet hier sucht sie nach Authentizität, etwas „echtem“ oder gar „true love“? Ob sie schließlich fündig geworden ist, bleibt im Video offen, so als hätte sie mit dem Aufkommen der Frage schon alles Gewünschte erreicht.

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