Marius Müller-Westernhagen – Das Pfefferminz-Experiment

Marius Müller-Westernhagen hat sein Erfolgsalbum „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ einer ungewöhnlichen Frischzellenkur unterzogen und veröffentlicht das Album auf eine sehr interessante aber auch gewagte Weise als „Das Pfefferminz-Experiment“ neu.

Dazu ist er nach Amerika, genauer gesagt nach Woodstock, die musikalische Kultstätte schlechthin, gereist und hat in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Larry Campbell die alten Songs seines Debüts in sehr reduzierter, ja quasi akustischer Weise neu eingespielt.

Das hat zum einen zur Folge, dass die Titel natürlich ganz andere und vor allem seichte Schwerpunkte erhalten, denn musikalisch werden sie nunmehr lediglich von Gitarren oder auch mal einer Geige, einem Pedal-Steel-Gitarre, ein kleinen Akkordeon und etwas Percussion untermalt. Das hat eine Reduzierung zur Folge, die aus den Songs nicht nur musikalisch andere Werke werden lässt.

Auch die Texte, die Marius Müller-Westernhagen vor über 40 Jahren forsch, frech und teilweise auch einfach schrill und mit einer gewissen Arroganz dargeboten hat, nimmt man in der vorliegenden neuen Version komplett anders wahr.

„Das Pfefferminz-Experiment“ ist somit wirklich ein Experiment dem man sich als Hörer und vor allem als langjähriger Fan des Sängers doch sehr öffnen muss, da sich Marius Müller-Westerhagen hier mehr denn je im Songwriter-Stil, ruhig und reduziert, zeigt. Und damit zieht er seinen Kultsongs wie „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“, „Johnny W.“ und natürlich auch „Dicke“ im wahrsten Sinne des Wortes den Stecker.

Wenn man es aber schafft, sich von Erwartungen und vom Original frei zu machen, dann macht das Album bzw. Experiment in der vorliegenden Form auf eine ganz eigene Weise Spaß und man entdeckt eine weitere und irgendwie noch immer neue Seite von Marius Müller-Westernhagen.

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