Jussi Adler-Olsen – Opfer 2117

Der achte Band der „Sonderdezernat Q“ Romanserie des dänischen Erfolgsautoren Jussi Adler-Olsen beleuchtet schwerpunktmäßig das private Schicksal von Assad, Carl Mørcks Assistenten. Dieses Schicksal und die damit verbundene Aufklärung über Assads Herkunft, seine Familie und sein bisheriges Leben sind eingebettet in einen Fall, der hauptsächlich Rache gegen Assad und den damit verbundenen Hass gegen die Ungläubigen aus den westlichen Ländern, speziell Europas, zum Thema hat.

Es geht um Flüchtlinge, um Islamisten und um zum Islam konvertierte und von den Islamisten benutzte Personen, die in die bewusste Vorbereitung eines Selbstmordattentates eingebunden und dafür benutzt werden sollen. Und mittendrin in diesem religiösen Wahnsinn befindet sich Assads Familie, seine Frau und seine beiden Töchter, die er bereits seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat und von denen er nicht einmal mehr wusste, ob sie noch leben. 

Parallel dazu hat der Autor Jussi Adler-Olsen einen weiteren Handlungsstrang kreiert, der die Flüchtlingsthematik aufgreift und zugleich die Thematik Computerspielwahnsinn und Ego-Shooter behandelt. Diese zweite Handlung wirkt leider ein wenig aufgesetzt und wäre nicht wirklich nötig gewesen. Vielmehr wirkt dieser Handlungsstrang, der inhaltlich auch recht schlank und platt daherkommt, sehr konstruiert und hat für den Leser einzig zur Folge, dass damit auch Rose und Gordon, die anderen beiden Mitstreiter des Sonderdezernats Q, ihren Platz im Roman bekommen.

Jussi Adler-Olsen ist mit „Opfer 2117“ ein guter Kriminalroman gelungen, der an einigen Stellen – vielleicht bewusst – ein wenig über das Ziel hinausschießt, dadurch aber die mahnende und warnende Botschaft des Autors nachdrücklich vermitteln soll. 

An manchen Stellen vermisst man ein wenig die subtilen Schilderungen. „Opfer 2117“ ist vielmehr direkt und teilweise auch schonungslos mit dem Leser. Die Szenerien sind sehr lebendig aber an manchen Stellen auch etwas zu simpel strukturiert. Hier hätte einigen Charakteren etwas mehr Tiefe gutgetan.

Alles in allem ein Roman, auf dessen Inhalt die Fans der Serie auf gewisse Weise sehnsüchtig gewartet haben, denn die eigentliche Herkunft und Geschichte Assads beschäftigt die Fans bereits seit einigen Romanen. Man darf nach „OPFER 2117“ schon jetzt auf die letzten beiden Bände dieser auf zehn Romane ausgelegten Serie des dänischen Autors gespannt sein. Denn Jussi Adler-Olsen hat auch zum Ende des achten Teils noch immer weitere Fragen rund um die Hauptcharaktere der Serie aufgeworfen.

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