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Jussi Adler Olsen "Verachtung" Empfehlung

Die Reihe um den Chef des dänischen Sonderdezenats Q gewinnt mit jedem Roman stets noch mehr an Qualität und Spannung. Und das, obwohl man bereits beim Lesen des ersten Bands von Jussi Adler Olsen dachte, dass das Optimum des Machbaren in eben diesen Punkten erreicht wäre.
"Verachtung" besticht durch die gezielt eingesetzten Sprünge zwischen den gegenwärtigen Ermittlungen von Carl Mørck und seinen Assistenten Assad sowie der charakterlich noch immer etwas undurchsichtigen Rose. Allerdings verschafft Jussi Adler Olsen mit dem vierten Fall dieses so unterschiedlichen Ermittlerteams dem Leser neben dem eigentlichen Fall an sich auch etwas mehr Einblick in die jeweiligen Charaktere. Speziell über Rose erfährt man in "Verachtung" etwas mehr. Das Geheimnis um den syrischen Assistenten Assad kratzt der dänische Autor einmal mehr gekonnt und neugierig machend an, geht dann aber nicht weiter in die Tiefe. Diesbezüglich wird man sich als Leser also noch gedulden müssen.
Der Fall rund um dierse vor über 20 Jahren verschwundene Personen fällt Rose nicht ganz ungewollt von dritter Seite in die Hände und nachdem die facettenreiche Bürohilfe Carl Mørck dann etwas sturköpfiger auf das dem Fall inneliegende Potential hinweist, ist über kurz oder lang auch das Interesse des Sonderermittlers an der Aufklärung der Begebenheit der damaligen Zeit geweckt. Zudem ergeben sich im Laufe der Ermittlungen auf Bezüge auf aktuelle politische Geschehnisse in Dänemark. Geschickt für Jussi Adler Olsen hier die verschiedenen Handlungsstränge zusammen und bringt durch interessant gestaltete und zielführend eingesetzte Rückblicke für den Leser erklärende Informationen. Weitere Informationen zum Inhalt des Buches sollen an dieser Stelle nicht gegeben werden, da ansonsten zuviele bedeutsame Sachverhalte Preis gegeben werden müssten.
Das Buch ist so geschrieben, dass man es nach dem erstmaligen Anlesen nicht mehr aus der Hand legen kann, bis auch das letzte Wort des Epilogs gierig mit den Augen verschlungen worden ist. Der dänische Autor sowie sein Übersetzer ins Deutsche, Hannes Thies, haben durch einen klaren Satzbau, kurze Sätze und direkte Sprache die Voraussetzungen für allerbeste Leseunterhaltung geschaffen. 
Inhaltlich bewegt sich der Däne zielsicher und punktuell ausgewogen in den Bereichen Spannung, Erschrockenheit und Humor und verschafft dem Leser auf allen Ebenen ein ausgewogenes und fesselndes Lesevergnügen. Und ganz zum Schluss, wenn man auch als Leser denkt, man hat den Fall ebenfalls mitgelöst, ist doch noch einiges anders als es scheint. "Verachtung" ist ganz große Krimiunterhaltung.

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