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Cilla & Rolf Börjlind - Schlaflied

Mit "Schlaflied" hat das schwedische Autorenduo Cilla und Rolf Börjlind den im wahrsten Sinne des Wortes perfekten Krimiroman geschrieben. "Schlaflied" überzeugt nicht nur durch einen absolut spannenden und in sich total schlüssigen Fall, sondern behandelt zudem auch die aktuellen politischen und sozialen Probleme der Gegenwart.
Und so dreht sich das Geschehen beim neuesten Fall für die beiden Hauptcharaktere der Serie, Tom Stilton und Olivia Rönning um die Flüchtlingsthematik, Fremdenhass, Asylanten, Kindesmissbrauch und Organraub. Auf den ersten Blick sehr viele Themen, von denen ein jedes für sich genommen schon das Potential dazu hat, einen kompletten Roman auszumachen. Doch die beiden Schweden spinnen den neuen Fall so umfassend, das er dazu geeignet ist, den gesamten Themenkomplex in sich aufzunehmen und diesen auf unglaublich fesselnde und von der ersten bis zur letzten Zeile des Buches spannende und kurzweilige Weise zu erzählen.
Das Geschehen spielt sich in Schweden und in Rumänien - für kurze Zeit sogar auf den Philippinen - ab und die Autoren schaffen es zu jeder Zeit, die Atmosphäre der jeweiligen Länder, Regionen und damit verbunden auch der Handlungsstränge absolut perfekt in das richtige atmosphärische und inhaltliche Licht zu rücken und damit die Skrupellosigkeiten der am Geschehen Beteiligten auf ihre grausame und Menschen verachtende Weise zu erzählen.
Aber nicht nur in punkto des Kernfalles, sondern auch im Hinblick auf die der Serie zugrunde liegenden Hauptcharaktere, deren private und berufliche Schicksale sich im Laufe der ersten drei Bände der Ausnahmeserie bereits eindrucksvoll entwickelten, gibt "Schlaflied" weitere Einblicke und führt somit auch die Rahmenhandlung hervorragend fort. Es gibt Veränderungen in Tom Stiltons Leben, Olivia Rönning wird mit einer Situation konfrontiert, mit der sie keinesfalls gerechnet hat und auch Mette Olsäter trifft eine Entscheidung, die ihr plötzlich leichter fällt, als sie dies lange Zeit zuvor gedacht hat.
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, deren Sinn sich dem Leser im wahrsten Sinne des Wortes erst auf der letzten Seite erschließt und die die Genialität dieses Romans auf eine faszinierend fesselnde Weise nochmals unterstreicht. Und eines ist zudem gewiss; auch wenn der Roman "Schlaflied" heißt - und dieser Titel sich auf ein paar bestimmte Situationen im Roman bezieht - so kann man, nachdem man das buch zu Hand genommen hat, bis zum Lesen des letzten Wortes nicht mehr wirklich gut schlafen. Und selbst nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat, dauert es noch einige Zeit, bis man die erschreckend authentisch geschilderten Begebenheiten verarbeitet hat. Denn eines steht leider zudem fest; auch wenn das Geschilderte hier fiktiv ist, war die Fiktion der Realität leider kaum näher als bei diesem Ausnahmebuch von Cilla und Rolf Börjlind. "Schlaflied" ist schon jetzt der Kriminalroman des Jahres 2017!

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