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Philip Norman – Paul McCartney

Der britische Autor Philip Norman hat mit „Paul McCartney“ anlässlich des anstehenden 75. Geburtstags des ehemaligen Beatles eine neue Biographie die vornehmen Briten veröffentlicht. Auf eine sehr angenehme Weise beschreibt Philip Norman nicht nur die Kinderzeit mit all ihren Besonderheiten und tragischen Ereignissen. Der Musikjournalist versteht es auch über die restlichen knapp 1000 Seiten hinweg, den Leser auf eine unaufgeregte, sachliche und stets sehr nah wirkende Weise die Person Paul McCartney persönlich näher zu bringen.
Nachdem man Philip Norman für seine „Shout!“ Biografie über die Beatles und speziell das Licht, in welches er Paul McCartney darin rückte, stark kritisierte, verwunderte es umso mehr, dass der adlige Brite der Anfrage Philip Normans, ob er eine Biografie über Paul McCartney schreiben und dazu Kontakt zu ihm und seinen Freunden und Verwandten aufnehme dürfe, zustimmte.
Und so erzählt „Paul McCartney“ die Geschichte eines wohl erzogenen Liverpooler Jungens, der zusammen mit seinem Freund John Lennon einer der größten Popbands aller Zeiten gründete, sich nach der Trennung zusammen mit seiner großen Liebe und Frau Linda McCartney die ebenfalls erfolgreiche Bands Wings gründete und auch als Solokünstler einen unglaublichen Erfolg hatte.
Aber das Buch beleuchtet neben dem bekannten musikalischen Werdegang Paul McCartneys auch sein privates Leben, die wunderbaren Momente ebenso wie die Schicksalsschläge. Dabei bleibt Norman sehr sachlich und schildert unter Zuhilfenahme von Informationen von Paul McCartney selbst und anderer ihm nahe stehender Personen, oftmals mit wunderbaren Zitaten angereichert, die jeweiligen Situationen und macht sie damit für den Leser plastisch und nah. Man fühlt sich inmitten der jeweilig geschilderten Zeiten, kommt sich vor wie ein stiller Beobachter und während des Lesens läuft im Unterbewusstsein eine Art paralleler Film vor den Augen des Lesers ab.
Man erfährt Wissenswertes und Interessantes über den Erfolg und die damit verbundenen Gefühle des Beatles. Aber ebenso über den Bruch und die dann folgende Auflösung der Beatles, gewinnt Einblicke in die Abhängigkeiten und Zusammenhänge zwischen der Trennung der Band und den Partnerinnen der Bandmitglieder.
Aber Philip Norman versteht es, bei dieser Biografie auch sehr gut das Gleichgewicht zwischen Musik und Privatem zu halten. So beschreibt das Buch auch die schwierige Beziehung von Paul McCartney zu Heather Mills, das unschöne Ende und den steinigen emotional trostlosen Weg bis zur letztlichen Scheidung der Beiden.
„Paul McCartney“ schenkt dem Leser das Vertrauen, das Paul McCartney durch sein Elternhaus stets hatte, die Zuversicht, die seine viel zu früh an Krebs verstorbene Mutter ihm und seinem Bruder stets gab, die Euphorie, die er sich über sein ganzes Leben hinweg – wenngleich auch mit einigen Hürden – immer bewahrt hat und die Tiefe, die die privaten Schilderungen des durchaus sensiblen Menschen Paul McCartney an vielen Stellen greifbar und nachvollziehbar machen.
Unterbrochen durch wunderbar ausgewählte Fotos wird „Paul McCartney“ zu einer unglaublich umfassenden und persönlichen Hommage an einen der größten Musiker aller Zeiten und einen der vornehmsten und vielleicht auch tiefgründig sensibelsten Menschen der gegenwärtigen Zeit.

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