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Jan Seghers – Menschenfischer

Der sechste Fall für Robert Marthaler, die Hauptfigur der Jan Seghers Buchreihe, beginnt ungewöhnlich. Er wird von einem ehemaligen Kollegen nach Frankreich gebeten, weil es laut diesem neue Erkenntnisse in einem brutalen Mord an einem Jugendlichen geben soll, der bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück liegt und bislang unaufgeklärt ist. Der Kommissar macht sich auf den Weg nach Frankreich und die neu zusammengetragenen Fakten der Akten, die er zugespielt bekommt, scheinen tatsächlich ein neues Licht auf den Fall zu werfen.
Nachdem Robert Marthaler in Frankreich Opfer eines Anschlags wird und sich plötzlich auch zwei weitere Jungenleichen, die auf exakt dieselbe Weise verstümmelt worden sind, wie der Jugendliche aus dem alten Fall, wird allen beteiligten Ermittlern und vor allem dem Kommissar selbst, schnell klar, dass die beiden Fälle zusammenhängen und derselbe Mörder wieder zugeschlagen hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn plötzlich gilt es nicht nur die beiden Morde aufzuklären, sondern weitere Leben zu retten.
„Menschenfischer“ ist sehr gut geschrieben und der Einstieg mit der spontanen und gegen jegliche Absprachen angetretenen Reise von Robert Marthaler nach Frankreich ist erfrischend kurzweilig und baut zudem gleich zu Beginn des neuen Romans eine sehr fesselnde Spannung beim Lesen auf. Die Dialoge mit seinem alten Kollegen und die Beschreibungen der Erlebnisse seiner Hauptfigur in Frankreich sind dem Autoren sehr gut gelungen. Und auch der Schwenk zu den gegenwärtigen Geschehnissen und Morden fügt sich nahtlos in das Geschehen ein.
Doch nicht nur die berufliche Schiene wird in dem Buch beschrieben. Der Autor gibt auch wieder interessante Einblicke in die private Situation von Robert Marthaler. Zum einen hängt der Kommissar noch immer seiner nach Tschechien gegangenen Ex-Freundin Teresa nach, zum anderen tritt eine Kollegin nicht nur auf beruflicher Ebene in sein Leben. Den weiteren Verlauf dieser ersten Begegnungen bleibt also abzuwarten.
Jan Seghers hat mit „Menschenfischer“ einen Roman geschrieben, der nicht nur uneingeschränkte Spannung vermittelt, sondern zugleich auch die Themen Asylanten, Kindesmisshandlung und Pädophilie und Kinderprostitution mit anreißt.

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