Menu
A+ A A-

Dörte Hansen - Mittagsstunde

Nach ihrem erfolgreichen Debütroman „Altes Land“ gelingt der Autorin Dörte Hansen auch mit ihrem zweiten Buch ein großer Wurf. Auf eine respekt- und liebevolle Art schildert Dörte Hansen die Situation einer Familie und eines Ortes, die durch vermeintlich schwerwiegende Entscheidungen im Rahmen der sogenannten Flurbereinigung entstanden sind und nun zusammen mit den normalen Verläufen der Leben von unterschiedlichen Familienmitgliedern einen schicksalsschweren Blick auf die Situation in der Geest offenbaren.
„Mittagsstunde“ ist ein Roman, der das Schicksal einer Familie beleuchtet. Die Schwerpunkte des Lebens, die sich von Generation zu Generation ändern. Aber zugleich ist der Roman auch eine Huldigung an das so gern schon fast mit nostalgischem Glanz erinnerte Dorfleben, die verschworenen Gemeinschaften der kleinen Orte, in denen ein jeder dem Anderen geholfen hat und das eine ganz eigene Dynamik und Faszination auf alle ausübte.
Doch neben dem Wandel und den sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten, die man allerdings auch erst einmal sehen und als solche erkennen muss, dreht sich in „Mittagsstunde“ auch viel um Idylle, Träume und Erfüllungen. Große Träume im kleinen Dorf.
Im Mittelpunkt des Geschehens im Roman ist eine Gaststube. Zudem behilft sich die Autoren eines in den Ort seiner Kindheit zurückkehrenden Protagonisten, der seine in die Jahre gekommenen Eltern pflegen muss und plötzlich die Dorfbewohner mit den Augen der Vergangenheit sieht und ihre jeweilige Entwicklung hin zu den Persönlichkeiten, die sie heute sind erlebt, wahrnimmt und irgendwie begreift.
Wunderbar geschrieben, stets mit nostalgischem Weitblick und Anerkennung für die dörflichen Werte, beleuchtet Dörte Hansen in „Mittagsstunde“ die unterschiedlichsten Charaktere und damit verbundenen ihre Schicksale. Und irgendwie hat man beim Lesen nicht nur ein angenehmes Gefühl, sondern man weiß auch gar nicht, welchen Charakter man am liebsten haben möchte. Ein weiteres Meisterwerk der Husumer Autorin.

Nach oben