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Andreas Winkelmann - Housesitter

Auf den insgesamt 491 Seiten wird der Leser in „Housesitter“ teilweise sehr gefesselt und man wird mit einer Urangst konfrontiert - was ist, wenn ich in meinem Zuhause nicht mehr sicher bin?
Als Thomas dies merkt ist es bereits zu spät. Die schwangere Saskia ist spurlos verschwunden als Thomas wieder zu Bewusstsein kommt. Ein absoluter Alptraum beginnt. Der Start in das Buch gelingt dem Autor gut und es fällt anfangs schwer, das Buch aus der Hand zu legen. In der Mitte des Buches hingegen wird es eher langatmig.
Neben der Polizei versucht auch Thomas seine Saskia zu finden und dem Ganzen ein Ende zu setzen. Leider ist das Buch an dieser Stelle nicht so gelungen und erst zum Ende kann der Spannungsbogen nochmal ordentlich aufgebaut werden.

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Jens Lubbadeh zeigt Selbstoptimierungsgrenzen auf

In seinem neuen Roman „Neanderthal“ stellt Autor Jens Lubbadeh die unnachgiebige Frage, ob Neanderthaler die besseren Menschen weren?!

Und darum geht es in dem dieser Tage bei Heyne erschienenen Buch:
Deutschland in der Zukunft. Krankheiten, Schönheitsfehler und Suchtprobleme sind abgeschafft, Gesundheit ist das höchste Ideal. Eine Welt, in der sich Kommissar Philipp Nix nur schwer zurecht findet. Als er eines Tages auf eine seltsam aussehende Leiche stößt, führt ihn das zu einem grausigen Massengrab in einem Tal bei Düsseldorf. Sind es Neandertaler? Aber warum sind die Überreste nur dreißig Jahre alt? Nix' Ermittlungen enthüllen einen Skandal, der die Gesellschaft der Zukunft in ihren Grundfesten erschüttert…

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Der dritte Detektiv öffnet sein Archiv

Sie übernehmen jeden Fall: Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sind die Kult-Detektive „Die drei ???“. Die Jungs aus Rocky Beach haben schon so einige spannende Fälle gelöst – und sind dabei ebenso oft in brenzlige Situationen geraten. Denn: Sie schrecken vor keinem noch so unheimlichen oder gefährlichen Auftrag zurück! Skandal in Hollywood: Marty Fielding – Bodyguard eines Actionfilmstars – hintergeht seinen Chef. Angeblich verkauft er heimlich persönliche Gegen- stände des berühmten Schauspielers. Zumindest steht es so in allen Zei- tungen. Fielding bittet die drei ??? um Hilfe. Doch können die Detektive ihm überhaupt trauen? Für diesen neuen Fall öffnet Bob sein Archiv! Im hochwertigen Schuber finden die Leser 24 Heftchen, in denen der dritte Detektiv den Fall aufrollt. Ge- spickt ist die fortlaufende Geschichte mit seinen Aufzeichnungen, Notizen und Beweismaterial zum Anfassen.

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Fredrik Backman – Kleine Stadt der großen Träume

Der neue Roman von Fredrik Backman verlangt dem Leser über lange Zeit eines ab: Durchhaltevermögen. Denn die nur schwerlich als Einleitung zu beschreibenden ersten rund 200 Seiten – und deutlich mehr als ein Drittel des Buches – gestalten sich doch sehr langgezogen und lassen eine Wendung des Geschehens und eine später folgende Tiefgründigkeit nicht wirklich erahnen.
Der Autor befasst sich sehr intensiv mit einer kleinen abgeschiedenen Stadt in den nördlichen Wäldern Schwedens. Er schildert verschiedene Zusammenhänge, die Bedeutung des Eishockeys und das mit diesem Sport verbundene Schicksal des Ortes. Ebenso werden viele Einwohner mit ihren Besonderheiten und ihrer vorrangig immer wieder im Fokus stehenden Liebe und ihrem Fanatismus diesem Sport gegenüber vorgestellt. Allesamt unterschiedlich, doch im Sportsgeist vereint. Und als dann die Jugend-Eishockeymeisterschaften mit ihrem Halbfinalspiel in der kleinen Stadt der großen Träume unmittelbar bevorstehen, scheint dieses Ereignis das Lebenselixier in der ansonsten – außer im Sommer – dunklen kleinen Stadt zu sein. Doch dann passiert plötzlich etwas, was das scheinbar eingefahrene Geschehen auf den Kopf stellt und das Schicksal der Einwohner in neue Bahnen lenkt.
Die Werte einer Gemeinschaft werden sehr kritisch hinterfragt, wie weit darf die Liebe und Abhängigkeit zu einem Sport gehen und wie bekommt man das soziale Gleichgewicht in das Denken der fanatischen Menschen zurück. Diese Themen rücken in den Mittelpunkt der Erzählung und werden durch eine schreckliche Tat eines Eishockeyspielers an einem Mädchen aus dem Ort sowie dem daran anschließenden Verhalten der Dorfbewohner dem Opfer gegenüber sehr plastisch durch Fredrik Backman angeklagt.
Der Schreibstil des Autoren ist dabei an manchen Stellen sehr eigen. Oftmals – und auch gerade auf der Strecke des ersten Drittels – verfängt er sich in zu vielen Wiederholungen und Details. Hier hätte der Einstieg in das eigentliche Kernthema deutlich schneller erzählt und der Leser auf die interessante und kurzweiligere Leupe gebracht werden können und sollen. Denn den Inhalt der ersten 200 Seiten hätte man auch auf maximal 50 vereinen können. Doch die zweite Hälfte des Buches entschädigt dann für den zähen und ausgedehnten ersten Teil. Allerdings kann es mit Sicherheit vorkommen, dass der Autor schon vor Seite 200 den einen oder anderen Leser verloren hat, da es diesem an Durchhaltevermögen mangelte.

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Fredrik Backman lädt ein in die "Kleine Stadt der großen Träume"

Eine kleine Stadt. Ein großer Traum. Der tief bewegende Roman neue Roman von Fredrik Backmann, dem einfühlsamen Erzählers aus Schweden, der mit seinen Büchern die »New York Times«- und die »Spiegel«-Bestsellerlisten erobert hat, ist Ende Oktober beim Fischer Verlag erschienen.

Wer glaubt noch an Björnstadt? Es liegt viel zu weit hinter den dunklen Wäldern im Norden. Doch die Menschen hier halten zusammen. Und sie teilen eine Leidenschaft, die sie wieder mit Stolz erfüllen könnte. Die den Rest der Welt an Björnstadt erinnern könnte. Vielleicht sogar Arbeitsplätze bringen, eine Zukunft. Deshalb liegen alle Träume und Hoffnungen nun auf den Schultern ein paar junger Björnstädter. Noch ahnt keiner in der Stadt, dass sich ihre Gemeinschaft über Nacht für immer verändern wird.

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Noma Bar - BitterSweet: Die Bilderwelten des Noma Bar

Der israelische Maler Noma Bar ist ein Meister der Vielschichtigkeit. Seine Bilder sind nicht nur modern und im höchsten Maße kreativ, sondern sie drücken – jedes auf seine Weise – Doppeldeutigkeiten der jeweiligen Zeit, in der sie entstanden sind, auf künstlerisch wertvolle und vor allem grafisch scheinbar einfache und zugleich höchst anspruchsvolle Weise aus.
Mittlerweile hat der Künstler weit über 500 Illustrationen gemalt. Seine Bilder sind unter anderem auch in großen Tageszeitungen wie The Guardian, The New York Times oder auch The Observer erschienen. Zudem wurde Noma Bar in den vergangenen Jahren auch immer wieder von der Industrie für Werbekampagnen angefragt und hat unter anderem für IBM, Sony und Nike diverse Illustrationen gemacht, die seine künstlerisch wertvolle Doppeldeutigkeit der Bildaussagen und –mitteilungen wunderbar in die jeweiligen Genres projiziert haben.
Es ist unglaublich, was man sieht, wenn man sich die Bilder von Noma Bar in Ruhe und mit Bedacht auf versteckte Feinheiten ansieht. Plötzlich erkennt man Katzen in Hunden, Tauben und Regenschirme in Gesichtern, ein rotes Herz der Liebe inmitten von Drogenkapseln, oder auch Wlan Wellen in Genitalbereichen von Frauen.
Es ist faszinierend zu sehen, wie Noma Bar die ihm vorgegebenen Themen ebenso wie die in seinem Kopf entstehenden Ideen auf seine ganz eigene Weise umsetzt. Wie er Gegensätze zusammenführt - manchmal elegant und unauffällig, manchmal subtil provozierend, doch stets mit Respekt und dem Gespür fürs Detail. Und auch wenn seine Zeichnungen manchmal auf den ersten Blick ein wenig minimalistisch daherzukommen scheinen, so bringt jeder erneute Blick auf die Illustrationen und Zeichnungen eine neue Sichtweise auf das Motiv und einen neuen Ansatz zur unterschiedlichen Deutung der sich miteinander in einer breit auszulegenden Symbiose vereinigenden Elemente und Gegensätze.
Mit „BitterSweet: Die Bilderwelten des Noma Bar“ ist beim Knesebeck Verlag nun ein umfassendes Buch mit hunderten von Zeichnungen des in London lebenden Künstlers erschienen. Egal, ob er Personen zeichnet, Situationen oder auch einfach nur Tiere oder Gebäude, ein jedes Bild entwickelt einen Interpretationsspielraum, mal größer mal enger gefasst, und wird zu einer optischen Erlebnisreise durch die Zeit, die eigenen Grundwerte, Verhaltensweisen und Entscheidungen wichtiger Personen und Institutionen der Gesellschaft der Gegenwart.
Das Buch ist mit einem sehr schönen Vorwort von Michael Bierut, seines Zeichens Grafiker und unter anderem für das Logo der Walkampagne Hillary Clinton's im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA 2016 verantwortlich, versehen. Die Illustrationen sind sehr schön übersichtlich und mit vielen ergänzenden Informationen rund um ihre Entstehung und das ihnen zugrunde liegende Gedankengut in Szene gesetzt und abgebildet worden, so dass das Lesen des Buches, das hauptsächlich vom Wirkenlassen der Illustrationen bestimmt wird, zu einer berauschenden Erfahrung für den Geist und die Seh- und damit verbunden schon fast auch die Geschmacksnerven wird.
Dieses Buch ist ein unbedingtes Muss für alle – egal ob Kunstliebhaber oder nicht. Eine derartige Innovationsfülle hat es in dieser Form der Umsetzung noch nicht gegeben. Und so ist es ein Geschenk, dass mit „BitterSweet: Die Bilderwelten des Noma Bar“ eine umfassende Sammlung der Illustrationen eines der begnadetsten Künstler, nicht nur unserer Zeit, in einer tollen Aufmachung erhältlich ist. Und der Titel des Buches passt im wahrsten Sinne des Wortes wie die künstlerische Faust aufs Auge – ein Titel, der ebenfalls ganz im Sinne des Noma Bar sein dürfte.

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Gaby Hauptmann - Scheidung nie – nur Mord!

Dass ihr neuer Roman gewohnt gut werden würde, war zu erwarten. Aber mit "Scheidung nie - nur Mord!" wurden die Erwartungen übertroffen. Die Geschichte um die gescheiterte Ehe von Tina und Stefan lässt sich spannend lesen.
Das Buch mochte ich kaum weglegen und so war es auch nach zwei Tagen um die 351 Seiten geschehen - sie waren gelesen. Insofern kann dem abgedruckten Kommentar auf der Rückseite des Buches von Brigitte Wir - "Spannende Unterhaltung für den Sommerurlaub" - nicht beigestimmt werden.
Eher ist der Roman eine spannende Unterhaltung für ein Wochenende! Entgegen einiger anderer Rezensionen, die die Geschichte als realitätsfremd abtun, halte ich die Geschichte für absolut authentisch. Erzählt wird um die einst glückliche Ehe von Tina und Stefan.
Ein Paar was alles hatte und ein schillerndes Leben führte. Auch nach außen hin hat diese Ehe noch bestand und wirkt für alle außenstehenden als Vorzeigeehe. Tatsächlich ist jedoch nichts mehr so wie es einmal war. Geldprobleme überschatten die Ehe und während Tina jeden Cent zwei mal umdrehen muss, verprasst Stefan Geld welches er nicht hat.
Zudem hegt er einen perfiden Plan, den Tina gemeinsam mit Stefans Schwester und einer neugewonnen Freundin aufdeckt, was für viel Nervenkitzel in dem Buch sorgt. Am Ende wendet sich trotz des Unglücks alles zum Guten. Das Ende des Romans ist zwar im Ergebnis befriedigend, aber gegen ein Kampf mit gutem Ausgang hätte ich auch nichts einzuwenden gehabt. Dies hätte die Spannung noch etwas mehr aufrecht erhalten.
Insgesamt ein toller Roman zum Schmökern und wie immer hat Gaby Hauptmann die Messlatte für ihr nächstes Buch hoch gelegt.

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Sven Regener – Wiener Strasse

Nicht nur sein rhetorischer Schreibstil ist außergewöhnlich, sondern auch sein Faible für skurrile Gestalten und deren teilweise noch schrägeren Figuren zu Zeiten des geteilten Deutschlands. Sven Regener, Autor und Kopf der deutschen Musikband Element Of Crime, veröffentlicht mit „Wiener Strasse“ seinen neuesten Roman.
Das Buch taucht einmal mehr nicht in chronologischer Reihenfolge in die Geschichte rund um Frank Lehmann und seine Umwelt, mit all ihren verschrobenen Zügen ein. Zeitlich ist der Roman im Jahr 1980 im westlichen Berlin eingeordnet. Denn auch schon zu dieser Zeit nimmt das Chaos, also quasi in Bezug auf Frank Lehmann und seine oftmals sehr speziellen Freunde und Bekannten seinen wohlverdienten Lauf.
Es geht um Selbstverwirklichung, um Kunst – und das in all ihren Facetten und Sichtweisen -, um das Ausleben von linkem Gedankengut und um irrwitzige Dialoge, deren verschachtelte Tiefgründigkeit sich dem Leser oftmals erst später im Zusammenhang mit dem weiteren Verlauf in „Wiener Strasse“ zu erschließen beginnt.
Wer sich zuvor noch nicht mit einem Buch von Sven Regener auseinander gesetzt hat, der wird ob des total unorthodoxen Schreibstils des Autors mehr als nur verblüfft sein. Denn die unendlichen Schachtelsätze, teilweise über Seiten, führen erstmal eher zu Kopfschmerzen und Verwirrung, denn dass sie wahre Freude am Lesen aufkommen lassen. Doch dieses Stilmittel setzt Sven Regener zumeist nur bei seinen Umschreibungen der Situationen ein. Man lechzt also recht schnell nach in die Erzählung eingebundenen Dialogen, um einen Pack-an an den Roman zu bekommen. Ist das aber gelungen und hat man sich an die vielen speziellen Namensgebungen der ganz abgehalfterten Figuren im damaligen Westberlin und seiner linken Szene gewöhnt, dann hat man durchaus Spaß mit P.Immel, Kacki, Erwin Kächele , H.R.Ledigt oder auch der famosen Galerie ArschArt.
Sven Regener lässt Frank Lehmann bei diesem Buch dann auch deutlich mehr Platz und Zeit mit sich alleine. Er beleuchtet die anderen Figuren rund um Herrn Lehmann etwas eindringlicher und öffnet so schon das Spektrum, um vielleicht beim nächsten Roman die Geschichte des westberlinischen Damals aus einer anderen und neuen Sicht auf interessante und einmal mehr verquere Weise zu schildern. Denn eines dürfte sicher sein: die Zeit bis zur Wende hält – gerade in Westberlin und im Dunstkreise Frank Lehmanns – definitiv noch weitere Kapriolen bereit, die der Allgemeinheit zugetragen werden müssen. Und so ist der Blick auf die „Wiener Strasse“ ein guter, wenngleich er doch hinter den tiefen und faszinierend zeitlosen Eindrücken, den die Romane „Herr Lehmann“ oder auch „Kleiner Bruder“ aufwarfen, zurück bleibt.

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Faszinierender Bildband der Zeichnungen von Noma Bar erscheint

Noma Bar ist einer der international renommiertesten Illustratoren; sein Werk wird weltweit gefeiert. Seine besondere, minimalistische Bildsprache, deren Ironie und Hintersinn oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind, macht seinen Stil einzigartig.

Dieses Buch zeigt die ganze Bandbreite seines bisherigen Werks, von bekannten Porträts Prominenter bis zu kunstvollen Buchcovern, und gibt in Randnotizen und kleinen Essays Einblick in den Schaffens- und Inspirationsprozess des Künstlers. Es erscheint am 12.10.2017 beim Knesebeck Verlag.

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Jo Nesbø - Durst

Das neue Harry Hole Buch aus der Feder von Jo Nesbø fängt spannend und kurzweilig ein. Ein Tinder-Date, ein Nerd Charakter und eine schöne Frau. Der Nerd bekommt natürlich von der erfolgreichen und hübschen Frau einen Korb, kommt ihr dann noch mit irgendwelchen dümmlichen Statistiken über die Gefahr, ob einer Vergewaltigung zu werden und lässt sie dann aus der Bar gehen, in der die Beiden sich getroffen haben. Doch nicht lange... Denn dann lauert er ihr in ihrer Wohnung auf und bringt sie auf brutale Weise um, indem er ein eisernes Gebiss benutzt. Als es dann zu einem zweiten Mord auf eben diese Weise kommt, versucht man seitens der Polizei, ihren alten Kult-Ermittler Harry Hole wieder mit ins Boot zu holen, denn der Verdacht verstärkt sich, dass es sich bei dem Mörder um einen "alten Bekannten" des früheren Kommissars handelt. Und dieser hat Harry Hole seinerzeit entwischen können, so dass der Verdacht nahe liegt, dass der Mörder sich mit seinen neuen Morden nicht nur an Harry Hole rächen, sondern diesen zu einem perfiden Spiel einladen will, das sich nicht nur am Rande des Wahnsinns und des brutal Denkbaren bewegt, sondern bei dem es auf auf jede Sekunde ankommt.
Der neue Harry Hole Fall startet - wie zuvor erwähnt - recht interessant, aber dann verliert sich Jo Nesbø im weiteren Verlauf leider oftmals in überspitzt und endlos erzählten Klischees. Der Leser wartet über lange Passagen des Buches darauf, dass die Spannung wieder Fahrt aufnimmt. Allerdings beginnt der Fall sich dann leider immer wieder auf eine gewisse Weise zu wiederholen.
Auch wenn das gesamte Ermittlerteam gut umschrieben und auch die Positionen und die Rollen der einzelnen Personen für Neueinsteiger gut umschrieben sind, so schafft man es zu keiner Zeit, so wirklich warm mit den Charakteren zu werden. Und als der Fall sich dann am Ende auf eine Art und Weise auflöst, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der letztliche Drahtzieher dann noch einmal die Zusammenhänge und Hintergründe seiner Taten erklären muss, damit sich das Geschehen in "Durst" überhaupt für den Leser nachvollziehbar wird, dann hat man entweder gut durchgehalten oder man hat als Leser zwischendurch schon das Lesen aufgegeben.
Alles in allem ist "Durst" ein Harry Hole Fall, der nicht an die vielen guten Romane rund um den eigenwilligen Ermittler herankommt, der aber dennoch immer mal wieder das alte Harry Hole Flair aufkommen lässt. Alles in allem also ein durchschnittlicher Krimi des norwegischen Bestseller-Autors.

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