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Rita Falk "Griessnockerlaffäre"

Der vierte Fall für den Eberhofer, der Hauptfigur der Provinzkrimireihe aus der Feder von Rita Falk, war meine erste Begegnung mit den Büchern der Autorin. Anfänglich war ich etwas skeptisch, wie ein Krimi auf gut 200 Seiten meine Aufmerksamkeit erhaschen würde und inwieweit man auf dieser doch irgendwie überschaubar erscheinenden Seitenzahl einen spannenden und interessanten Fall würde unterbringen können.
Doch bereits nach wenigen Seiten wusste ich zum einen, dass mich dieses Buch auf die verschiedensten Weisen gefangen nehmen würde. Es ist zum einen das urbayrische Gemüt, verbunden mit einem Humor, mit dem ich aufgrund seiner Trockenheit sehr viel anfangen konnte und zum anderen das schnörkellose Aneinanderreihen von Geschehnissen, das immer wieder von eben diesen humoristischen Szenen, die sich zumeist im privaten Umfeld des Polizisten Franz Eberhofer ereignen, unterbrochen wird.
Der Fall als solcher wird hauptsächlich interessant, weil ein Kollege, mit dem der Franz Eberhofer kein wirklich gutes Verhältnis hat, ermordet wird. Und der Eberhofer war zudem noch der letzte, der den später tot aufgefundenen Kollegen, lebendig gesehen zu haben scheint. Mit dem Bedürfnis, sich selbst zu entlasten und dem sicheren Wissen, dass die Kollegen die Ermittlungen in dieser Mordsache ohnehin nicht vernünftig durchführen würden, macht sich der eiegnwillige Polizist selbst auf die Suche nach dem Mörder.
Doch es sind nicht nur die Ermittlungen, die die Hauptfigur hier in Beschlag nehmen, sondern auch im privaten Umfeld des Franz Eberhofer passiert so einiges. Die familiäre Situation wird im Buch wunderbar und stets mit einer Prise Humor und Zynismus umschrieben. Die Oma ist taub und brüllt mal mehr mal weniger, wenn sie auch der Suche nach Rabatten beim Einkaufen ist, der Vater raucht in regelmäßtigen Abständen immer Joints und der Bruder ist dem Franz Eberhofer nicht gut gesonnen. Somit gibt es die unterschiedlichsten Arten von Reibereien, die das Lesen von "Griessnockerlaffäre" zu einem Erlebnis der besonderen Art werden lassen.
Man muss sich auf das Buch und die Art des Schreibens einlassen. Und ist das erst geschehen, dann liefert "Griessnockerlaffäre" eine hervorragende Unterhaltung, die immer wieder zum Schmunzeln anregt und irgendwie fast schon beiläufig noch einen netten und im wahrsten Sinne des Wortes "hübschen" Kriminalfall zum Besten gibt.

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Jamie Oliver mit Viertelstundentaktik!

Schnell und raffiniert ist kein Widerspruch, wenn es um die Alltagsküche geht. In seinem neuen Kochbuch, dass dieser Tage beim Dorling Kindersley Verlag erschienen ist, verspricht Jamie Oliver leckere und gesunde Gerichte mit nur 15 Minuten Zubereitungszeit und knüpft mit vielen neuen kreativen Ideen an den Erfolg seines Bestellers Jamies 30-Minuten-Menüs an.

Von mediterraner Pasta und britischen Klassikern bis hin zu asiatischen Köstlichkeiten und knackfrischen Salaten - Jamies neue Rezepte sind unkompliziert, alltagstauglich und einfach nur gut. Mit seinem neuen Kochbuch Jamies 15-Minuten-Küche beweist er, dass gutes Essen keine Frage der Zeit ist. Nützliche Tipps und Tricks befeuern zusätzlich den schnellen Küchengenuss.

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J.K. Rowling "Ein plötzlicher Todesfall"

Nachdem man J.K. Rowling bislang nur als Kinderbuchautorin in Erscheinung treten sah, hat die Britin nun mit "Ein plötzlicher Todesfall" ihren ersten Roman für die Erwachsenenzielgruppe geschrieben. Ließen sich die einzelnen "Harry Potter" Bände sich schlank und angenehm kurzweilig lesen, so schlägt J.K. Rowling mit ihrem neuen Werk nicht ganz diese gewohnte Schreibart ein. 
Der Roman fängt an sich recht kurzweilig und intensiv an, denn bereits auf den ersten Seiten kommt es quasi aus dem Nichts zu einem Todesfall einer bestimmten Person im Dorf Pagford. Somit ist die Voraussetzung für einen Kriminalroman, der rasant Fahrt aufnehmen könnte, gegeben. Allerdings versiegt diese anfänglich gezündete Flamme unversehens wieder. Denn auf den kommenden Abschnitten des Buches - über eine schier unendlich lange Zeit hinweg - passiert als solches nicht wirklich viel. Es werden sehr viele Familien und Personen des Dorfes Pagford vorgestellt und ein jeder ist irritiert und scheinbar schockiert vom Tod des Mitbürgers. Die Schilderungen sind aber leider sehr langatmig und versprühen nicht einmal im Ansatz so etwas wie Spannung. Man muss sich durch einen großen Teil des Buches mit eiserner Disziplin hindurchlesen. Die Leichtigkeit, die die Autorin bei ihren "Harry Potter" Bänden auf so faszinierende Art an den Tag legte scheint im Dunkel der Nacht verschwunden. "Ein plötzlicher Todesfall" zeigt zwar diverse sozialkritische Ansätze, lebt diese aber nur oberflächlich und in bekannter Weise aus. Hier wäre sicherlich ein tieferes Eintauchen von Vorteil gewesen.
Und auch die Formulierungen im Buch sind bestenfalls durchschnittlich. Die Art der Wortwahl ist oftmals ungewohnt derbe und direkt. Ein weiterer Punkt, den man nicht unbedingt mit dem Namen J.K. Rowling in Verbindung bringt.
Somit ist abschließend festzuhalten, dass J.K. Rowling mit "Ein plötzlicher Todesfall" ihre Status, den sie sich mit den "Harry Potter" Bänden erarbeitet hat, deutlich zu relativieren. Aber da es ihr Erstlingswerk für die Zielgruppe der Erwachsenen ist, bleibt nur zu hoffen, dass der kommende Roman dann doch bitte deutliche mehr Qualitätsmerkmale aufweist - und das in allen Hinsichten.

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Rita Falk lädt ein zur "Griessnockerl Affäre"

Seit ein paar Wochen ist der neue Fall für den Eberhofer Franz beim Deutschen Taschenbuch Verlag (DTV) erschienen. Erneut präsentiert Autorin Rita Falk hier eine mehr als unterhaltsame und zudem spannende Mischung aus Unterhaltung und Krimi. Ein Lesegenuss der anderen Art.

Und darum geht es im vierten Fall des Eberhofer Fanz:

"Die Beerdigung von der Oma ist an einem Donnerstag. Es ist nieselig und grau und wir stehen bis zu den Knöcheln im Friedhofs-Batz. Trotzdem ist beinah die ganze Gemeinde gekommen. Sie war halt auch äußerst beliebt, die Oma, das muss man schon sagen..."

Keine Angst. Es ist nicht die Eberhofer Oma! Aber in Niederkaltenkirchen ist auch so einiges los. Im Polizeihof Landshut wird ein toter Polizist gefunden. Der Letzte, der mit dem Barschl zu tun hatte, war der Franz. Nun war der Tote ausgerechnet sein direkter Vorgesetzter - und absoluter Erzfeind. Blöderweise handelt es sich bei der Mordwaffe auch noch um Franz' Hirschfänger. Sieht also nicht gut aus für den Eberhofer!

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Thomas Enger mit neuem Fall für Henning Juul

Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Sein Thrillerdebüt Sterblich war hierzulande wie auch international ein sensationeller Erfolg. Er lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Oslo.
Mit "Vergiftet" ist am 29.10.2012 sein zweiter Roman mit der Hauptfigur, dem Reporter Hennig Juul bei Blanvalet erschienen.

Und darum geht es im neuen Buch des norwegischen Autoren:
"Wenn du herausfindest, wer mich verraten hat, sage ich dir, was an dem Tag passierte, als dein Sohn starb", lautet die knappe Nachricht des inhaftierten Kleinkriminellen Tore Pulli, der für einen Mord verurteilt wurde, den er nicht begangen hat. Zumindest behauptet er das, und er will, dass Reporter Henning Juul die Wahrheit herausfindet. Die Wahrheit war für Henning nie wichtiger als in diesem Zusammenhang. Doch noch vor dem entscheidenden Treffen wird Tore Pulli im Gefängnis vor laufenden Kameras umgebracht. Für Henning bricht eine Welt zusammen. Wäre Tore wirklich in der Lage gewesen, den schrecklichen Unfall aufzuklären? Oder gibt es noch weitere Zeugen?

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Neuer Krimi von Harry Dolan

Der neue Roman von Harry Dolan ist ab sofort im Handel erhältlich. Nachdem der Amerikaner bereits mit seinem ebenfalls beim Deutschen Taschenbuch Verlag DTV erschienenen Erstlingswerk "Böse Dinge geschehen" auf sich aufmerksam machte, erlebt seine Hauptfigur, der Redakteur David Loogan, nun in "Bell ist der Nächste" seinen zweiten Fall. Und dieses Mal scheint er selbst eine unrühmliche Hauptrolle in diesem zu spielen.

Und darum geht es in "Bell ist der Nächste":
Auf einen netten Abend zu zweit mit David Loogan, Redakteur des Krimimagazins ›Gray Streets‹, muss Elizabeth Waishkey leider verzichten: Sie wird zu einem Tatort gerufen. Der ermordete Henry Kormoran kommt der Kommissarin vage bekannt vor: 17 Jahre zuvor ging sein Name durch die Presse, da er mit vier anderen an einem Bankraub beteiligt war. Zurück im Kommissariat steht auf einmal David vor ihr. Aschfahl streckt er ihr ein Manuskript entgegen, das ein Unbekannter vor seine Bürotür gelegt hat. »Ich habe Henry Kormoran in seinem Apartment in der Linden Street getötet«, lautet die erste Zeile der Geschichte, die letzte: »Sutton Bell ist der Nächste.«

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Nele Neuhaus "Böser Wolf"

Nachdem man dieses neue Buch von Erfolgsautorin Nele Neuhaus bis zur letzten Silbe in sich aufgesaugt hat, muss man es zur Seite legen und ob des erschütternden Inhalts erst einmal tief durchatmen. Es ist nicht nur die erneute Hochspannung, welche Deutschlands wohl erfolgreichste Kriminalautorin der Gegenwart, mit ihrem sechsten Fall für das Ermittlerteam rund um die Hauptcharaktere Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff erzeugt. Es ist die erschreckende Erkenntnis, dass sich die verschiedenen Handlungsstränge und scheinbar anfangs unabhängig voneinander passierenden Zwischenfälle und Morde letztlich in einer unfassbaren Grausamkeit miteinander verknüpfen, die einem einfach nur Angst machen kann. 
Nele Neuhaus wagt sich bei "Böser Wolf" an ein wahrhaft böses Thema heran und besteht den Akt auf dem Dreahtseil dabei überzeugend und sicher. Denn es gibt in unserer Gesellschaft wohl kaum sensibelere Themen als das Thema Kindesmißbrauch. Und dass eben diese pädophile Ekelhaftigkeit leider in der heutigen Zeit eine indiskutable und in höchstem Maße zu verurteilende "Kreativität" der beteiligten Verbrecher erfährt ist umso unfassbarer. "Böser Wolf" tastet sich nicht nur seicht an das Thema und die Problematik heran, sondern vermittelt die Rücksichtigslosigkeit und Brutalität, mit welcher kriminelle Origanisationen wehrlose Kinder zu Opfern machen, ohne Rücksicht auf die zerbrechliche Seele und den Körper der jungen Opfer zu nehmen.
Wie im wahren Leben so zeigt auch "Böser Wolf" die Durchstrukturiertheit einer solchen Organisation, die ihre  Einflussmöglichkeiten bis in Bereiche hin auszudehnen versteht, von denen man als normaler Bürger nicht einmal im Ansatz denken könnte, dass ein solches Thema dort überhaupt im Keim aufkommen und real sein könnte. Nele Neuhaus schreibt in klarer Form und ohne viele überflüssige Worte. Der Leser wird schnell ins Geschehen eingeführt und auf gekonnte und kurzweilige Art zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin und her gewogen. Man taucht dabei in jeden Handlungsstrang auf dieselbe Art und mit derselben Intensität ein und kann es kaum erwarten, wie die Autorin dann - in von ihr bekannter und von ihren Fans geliebter Form - alle Stränge und Geschehnisse zu einem großen ganzen zusammenlaufen lässt.
Und eben dieses finale Zusammenlaufenlassen ist bei "Böser Wolf" auf eine faszinierend erschreckende und letztliche glückliche Weise geschehen, dass man sich nach Beenden des Buches wirklich erst einmal zurücklehnen und durchatmen muss. Nele Neuhaus konzentriert sich auch bei ihrem sechsten Fall ihres Ermittlerteams nicht nur auf die berufliche Ebene, auf welcher die Ermittler sich miteinander umgeben. Sie gewährt dem Leser ebenfalls Einblick in die privaten Bereiche von Pia Kirchhof und Oliver von Bodenstein. Und dieses Mal nimmt ein weiterer Kollege zudem noch eine Schlüsselrolle ein, die dann rückblickend sein Verhalten in den vorangegangenen Büchern und Fällen nachhaltig erklärt. 
"Böser Wolf" ist in dieser Beziehung auch ein Buch, das die Weichen für die kommenden Fälle der Ermittler stellt, denn auch im unmittelbaren Umfeld der Polizisten werden plötzlich "schwarze Schafe" enttarnt, von denen man als Leser nie angenommen hätte, dass sie sich nicht ausnahmslos auf der Seite des Gesetzes bewegen.
Alles in allem ein Roman, der fesselt, der spannend unterhält und süchtig macht. "Böser Wolf" demonstiert einmal mehr, warum Nele Neuhaus die Göttin des deutschen Krimi-Olymps ist...ein grandioses Buch!

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Inge Löhnig - In weißer Stille

Bereits der erste Fall des sympathischen und in seiner Art so menschlich handelnden Kommissar Dühnfort hat mich begeistert. Und mit "In weißer Stille" setzt Inge Löhnig den Auftaktroman mit einer ersten Fortsetzung eindrucksvoll und spannend fort. Ein scheinbar normaler älterer Arzt stirbt in seinem Wochendendhaus qualvoll. Das Motiv scheint unklar. Doch im Zuge der Ermittlungen gewinnen Kommissar Dühnfort und sein Team immer tieferen Einblick in einer zerrüttete Familie, für die das Glück zwar nach Außen aufrecht hielt, im Innenverhältnis dieses Glück jedoch durch ein narzistisches Familienoberhaupt nie erlebte.
Der Fall nimmt eine spannende Entwicklung und Inge Löhnig versteht es durch ihre Art des Schreibens und der Umsetzung in Bezug auf das Zusammensetzen von Puzzleteilen, den Leser lange Zeit im Unklaren über den Täter zu lassen. Immer wieder scheint der Fall sich in eine bestimmte Richtung zu entwickeln und es rücken verschiedene potentielle Täter ins Blickfeld der Ermittler. Doch dann passieren wieder unverhoffte Dinge und diese leiten die Leser und auch die Hauptfiguren der Reihe rund um Kommissar Dühnfort dann wieder in eine neue Richtung. Bis zur endgültigen Aufklärung muss der Kommissar viel gedankliche Kreativität an den Tag legen und auch auf privater Ebene so einige emotionale Höhen und Tiefen überstehen.
Auch "In weißer Stille" besticht durch eine sehr angenehme Schreibweise. Zudem versteht es die Autorin, nicht nur den aktuellen Fall in den Fokus des Interesses des Lesers zu rücken, sondern auch die Entwicklung im privaten Umfeld des Kommissars und auch seiner Assistentin Gina kommen immer wieder in den Vordergrund und lassen den zweiten Fall für Kommissar Dühnfort auch auf dieser Ebene zu einem interessanten, teilweise emtional fragilen Kriminalroman werden. Selten habe ich Krimis gelesen, die aus der Feder einer deutschen Autorin stammen und inhaltlich sowohl auf beruflicher und privater Ebene der Hauptcharaktere derartig fesselnde Spannungsspitzen setzen und es derart intensiv verstehen, den Leser auf eine spannende Erlebnisreise über gut 430 Seiten hinweg mitzunehmen.

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Inge Löhnig - Der Sünde Sold

"Der Sünde Sold" ist der erste Fall für die neue aus Inge Löhnigs Feder erschaffene Hauptfigur, den Münchener Kommissar Konstantin Dühnfort. Ein Charakter, den man als Leser schnell lieb gewonnen hat, ist er doch nicht nur ein Ermittler mit menschlichen Zügen, sondern zugleich auch in bestimmten Situationen schüchtern, verlegen und manchmal auch tolpatschig - ein ganz normaler Mensch eben. Neben dem eigentlichen Fall versteht es Inge Löhnig auf angenehme und Weise die privaten Aspekte und Elemente des Lebens und der Familie des Konstantin Dühnfort mit in ihre Erzählung einfließen zu lassen. Das geschieht mittels rückblickender Gedankengänge oder aktiver Aktionen in der Gegenwart, denen der Kommissar dann durch das Reflektieren vergangener Ereignisse entsprechende Transparenz für den Leser verschafft. Eine Art der Vermittlung, die sich nach meinem Dafürhalten als sehr effektiv erweist. Man bekommt beim Lesen recht schnell eine enge Bindung zur Hauptperson.
Neben Kommissar Konstantin Dühnfort gehören dann mit Gina und Alois noch zwei Kollegen zum Team, die beide ebenfalls ihre Eigenarten haben. Gina scheint sogar heimlich in ihren Chef verliebt zu sein. Inge Löhnig deutet auch in dieser Hinsicht vieles an, spricht bzw. schreibt aber nichts aus. Somit sind in Bezug auf die für Serien sehr bedeutsame Entwicklung der Rahmenhandlung für die kommenden Fälle des Konstantin Dühnfort noch genügend Möglichkeiten vorhanden.
Der Fall als solches beginnt mit der Entführung eines Jungen, einer Frau, die eine schwere Bürde aus der Vergangenheit mit sich herumträgt und neu in den Ort Mariaseeon, in welchem der Junge verschwunden ist, gezogen ist. Als eben diese Frau den vermissten Jungen in ritualsartiger Form im Wald findet und ihn seinen Eltern zurückbringt, geht jedoch das Morden los. Plötzlich und aus scheinbar nicht nachvollziehbaren Gründen werden mehrere Bewohnerinnen des Ortes umgebracht. Der Kommissar und sein Team tappen lange Zeit im Dunkeln, bis langsam deutlich wird, dass das Verhalten des Täters, der seine Opfer jeweils besonders in Szene setzt, religiös motiviert zu sein scheint. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn plötzlich ist auch eine Frau verschwunden, zu der Konstantin Dühnfort ein besonderes Verhältnis aufgebaut hat.
"Der Sünde Sold" ist von Beginn an spannend, sehr gut geschrieben und hält sich nicht mit langen Vorreden auf. Der Leser ist sofort im Fall und die einzelnen Charaktere werden sodann im Laufe der Ermittlungen im Dorf und im Rahmen der Polizeiarbeiten näher erklärt. Man saugt die gut 400 Seiten begerig in sich auf und atmet auf imaginäre Weise Spannung und Nervenkitzel. Und den Wettlauf gegen die Zeit geht der Leser mit, denn dieses Buch kann man erst wieder aus der Hand legen, wenn man auch das letzte Wort gelesen hat. Ein verdammt starkes Debüt!
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Jussi Adler-Olsen "Erbarmen"

Der erste Fall für Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, fesselt den Leser von Beginn an auf den verschiedensten Ebenen. Jussi Adler-Olsen gelingt mit "Erbarmen" ein Thriller der Extraklasse, in welchem er zum einen den Fall rund um das Verschwinden einer scheinbar unauffälligen Frau eindrucksvoll und atmosphärisch bedrückend schildert. Dieser Fall wird jedoch nicht ausnahmslos in den Mittelpunkt des Buches gerückt. Der Däne führt bei "Erbarmen" seine neue etwas querulante aber auf ihre eigene Art mürrisch symphatische Hauptperson Carl Mørck ein. Und eben diese Hauptperson bringt sowohl auf privater als auch auf beruflicher Ebene schwere Bürgschaften mit. Nach einem beruflichen Zwischenfall, bei dem ein Kollege seines Teams um Leben gekommen und ein anderer sehr schwer verletzt worden ist, hat Carl Mørck zudem auch noch Probleme auf privater Basis mit seiner durchgeknallten Ex-Frau, deren ständigen Liebhabern, ihrem Sohn und einem Untermieter, der bei im im Keller seines Hauses wohnt.
Um Carl Mørck beruflich etwas ins Abseits zu stellen, wird er für eine neue Einheit, dem Sonderdezenat Q, als Leiter vorgesehen. Und nachdem er anfänglich glaubte, sich in den Kellerräumen des Präsidiums zusammen mit den Akten von seit Jahren unaufgeklärten Fällen ein ruhiges Berufsleben machen zu können, verläuft plötzlich alles anders. Er bekommt den skurilen und undurchsichtigen syrischen Assistenten Hafez el-Assad an die Seite gestellt und ehe sich die beiden unterschiedlichen Charaktere versehen, ermitteln sie alsbald in einem spannenden Fall rund um das Verschwinden einer Frau. Und obwohl die Ungewissheit über ein mögliches Überleben der Frau stets allgegenwärtig ist, nehmen die Ermittler viele Jahre nach dem Verschwinden von der Parlamentsabgeordneten Merete Lynggaard die Suche nach ihr auf. Auslöser ist ein schlichtes aber scheinbar übersehenes Telegramm. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Jussi Adler-Olsen hat mit seinen Hauptcharakteren Carl Mørck und Hafez el-Assad ein interessantes Duo erschaffen, das durch die Gegensätzlichkeiten der Personen und die oftmals unkoventionellen Handlungen von Hafez el-Assad im Gegensatz zum bodenständigen durchdachten und stets an Fakten orientierten Handeln von Carl Mørck außergewöhnlich unterhaltsam zusammenwirkt. Und das natürlich mit einer entsprechenden Prise Effizienz.
Und auch die Aufteilung der Schilderungen der enzelnen Sequenzen und Handungen sind vom Dänen hervorragend umgesetzt worden. Befindet man sich im einen Augenblick noch in den Kellerräumen des Sonderdezenats Q und amüsiert sich etwas über die Motivationsprobleme des Spezialermittlers, so wird man kurz darauf aus eben dieser Atmosphäre herausgerissen und ist dazu bestimmt, als Leser am grausamen und beklemmenden Schicksal der verschwundenen Parlamentsabgeordneten Merete Lynggaard Anteil zu nehmen.
"Erbarmen" ist von der ersten bis zur letzten Seite auf facettenreiche Art und Weise spannend und man kann das Buch auch wirkich erst aus der Hand legen, wenn auch der letzte Buchstabe des Romans gierig aufgesogen worden ist.

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