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Jussi Adler-Olsen - Selfies

Im neuesten Buch des dänischen Erfolgsautoren Jussi Adler-Olsen bekommt es das Sonderdezernat Q nicht nur mit einem Kernfall, sondern gleich mit mehreren parallelen Fällen zu tun. Carl Mørk und seine Assistenten Assad und Gordon befassen sich nicht nur mit einem alten Mord an einer Lehrerin und einem scheinbar damit in Verbindung stehenden aktuellen Fall, bei dem eine alte reiche Dame zu Tode gekommen ist.
Vielmehr hat auch die Assistentin des Sonderdezernats Q, Rose, einen neuerlichen psychischen Rückschlag erlitten und trägt sich intensiv mit dem Gedanken, sich umbringen zu wollen. In einem anfänglichen Parallelgeschehen kommt es dann zu immer größer werdenden Aggressionen einer Sozialarbeiterin gegen weibliche Sozialschmarotzer, die selbst nichts wirklich leisten, aber bei ihr stets Sozialhilfe vom Staat abgreifen wollen. Als die Sozialarbeiterin dann selbst die Diagnose bekommt, dass sie an Krebs erkrankt sei, beschließt sie, ob ihres scheinbar nahenden Endes, diese Sozialschmarotzerinnen, die dem Staat nur zu Last fallen und ihr selbst richtig auf die Nerven gehen, umzubringen. Perfide und mittels fremder Fahrzeuge beginnt sie eine Mission, die mit dem grausamen Überfahren ihrer ausgemachten Zielpersonen enden soll.
Allerdings läuft bei diesen Vorhaben nicht immer alles so nach Plan, wie es seitens der verbitterten Sozialamtsfrau geplant ist. Ab der Mitte des neuen Romans "Selfies", dessen Titel irgendwie etwas unglücklich gewählt ist, fangen die Fälle dann an, ineinander zu laufen und man erkennt immer mehr Zusammenhänge. Lange Zeit nehmen Carl Mørk und seine beiden Kollegen an den Fällen allerdings mehr passiv denn aktiv teil. Das Schicksal ihrer Kollegin Rose und deren erneuter Zusammenbruch veranlassen die ihre Kollegen, in die Vergangenheit von Rose einzutauchen, um die Ursache für ihr Verhalten herauszufinden. Zu guter Letzt offenbart sich den Ermittlern nicht nur Roses Schicksal mitsamt seiner Hauptursache.
Vielmehr werden die beiden in Verbindung stehenden Verbrechen an zwei völlig unterschiedlichen Frauen, scheinbar ohne direkte Verbindung zueinander, aufgeklärt und auch der Sozialarbeiterin, die bei ihren perfiden Morden immer skrupelloser und Menschen verachtender vorgeht, kommt man auf die Schliche. Jussi Adler-Olsen beleuchtet in seinem neuen Roman die sozialen Brennpunkte der Gegenwart. Er befasst sich mit dem Leben von Personen in sozialen Brennpunkten, Zukunftslosigkeit und Gleichgültigkeit, Respekt und Arroganz. Diese unterschiedlichen Themen bettet der Däne in ein vielschichtiges Geflecht an Handlungssträngen ein, die er langsam aber zielgerichtet zusammenlaufen lässt, bis sie sich am Ende sehr geschickt entwirren und das Buch zu einem nachvollziehbaren und durchaus spannenden Abschluss bringen.
An manchen Stellen verliert sich der Autor dieses Mal etwas in zu langen Beschreibungen der Geschehnisse. Die Ermittlungsarbeit von dem Mitarbeiter des Sonderdezernats Q kommt dieses Mal etwas kürzer und erscheint lange Zeit nicht wirklich strukturiert. Das liegt daran, dass "Selfies" nicht den einen alten und bislang ungeklärten Fall aufweist, den Carl Mørk und seine Kollegen erneut aufgreifen und letztlich lösen.
Die vielen parallelen Handlungen geben dem Roman mehrere Schwerpunkte und gestalten ihn im Vergleich zu den vorherigen Büchern von Jussi Adler-Olsen etwas ungewohnt neuartig. Das Geheimnis um Rose Verhalten und damit einher gehend tiefe psychische Wunden werden in "Selfies" gelüftet. Der Leser schließt diesen Charakter nun auf eine neue, teils schon fast mitleidige Weise neu in sein Herz. Und zudem erschließen sich einem die wahren Schwerpunkte, die es im Leben zu setzen gilt durch das Durchleuchten des Schicksals von Rose auf eine subtil erschreckende Weise ebenfalls neu.
"Selfies" ist gut und größtenteils sehr flüssig geschrieben. Jussi Adler-Olsen beschreibt die Begebenheiten recht ausführlich und macht das Geschehen somit plastisch und greifbar für den Leser. Die einzelnen Charaktere, von denen es dieses Mal deutlich mehr gibt, als bei den vorherigen Büchern, werden sehr gut dargestellt. An manchen Stellen überrascht die deutsche Fassung jedoch durch eine ungewohnt harte Ausdrucksweise.
Insgesamt bietet "Selfies" viele interessante und durchaus spannende Einblicke in unterschiedliche Gebiete, bringt persönliche Schicksale in den Vordergrund und erleuchtet das Wissen um die Eigenheiten und deren Ursachen der Mitglieder des Sonderdezernats Q auf interessante und unverhoffte Weise.
Gleichwohl muss man aber auch nach dem Lesen des Romans festhalten, dass dieser siebte Teil den Leser nicht in der Art mitreißt, wie es die ersten Bände dieser Ausnahmeserie getan haben. Allerdings ist das Kritik auf sehr hohem Niveau, denn Jussi Adler-Olsen liefert auch dieses Mal wieder eine wirklich gute Krimikost ab.

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Henner, Rudi und Rosa lösen ihren vierten Fall

Am 22.04.2017 erscheint «Mörderjagd mit Inselblick» – Band 4 der humorvollen Ostfriesen-Krimireihe. Diesmal ermittelt das Kulttrio auch auf Norderney, Wangerooge und Spiekeroog.

Sommer in Neuharlingersiel. Die Vorbereitungen zum Hafenfest laufen auf Hochtouren. Dazwischen lauter Autoren, die sich bei ihrem Treffen ordentlich in die Wolle kriegen. Und dann fällt auch noch der erste tot um. Ausgerechnet beim Klönen mit Rosa! Als ein zweiter auf Norderney zusammenbricht, wird Rosa hellhörig. Aber Dorfpolizist Rudi will von Mord nichts wissen. Die Kripo in Wittmund schon gar nicht. Von Postbote Henner ist auch keine Hilfe zu erwarten. Der kurt seelenruhig auf Norderney. Als es eine weitere Tote gibt, erwacht Rosas Jagdinstinkt. Bei Mord versteht sie keinen Spaß. Und als bei allen dreien die gleiche Todesursache festgestellt wird, ist das Trio in Alarm …

Christiane Franke wurde an der Nordseeküste geboren und lebt immer noch gerne dort. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin arbeitet sie als Dozentin für kreatives Schreiben. Cornelia Kuhnert lebt in Hannover und hat dort als Lehrerin gearbeitet. Sie hat bereits zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht und Anthologien herausgegeben.

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Cilla & Rolf Börjlind - Schlaflied

Mit "Schlaflied" hat das schwedische Autorenduo Cilla und Rolf Börjlind den im wahrsten Sinne des Wortes perfekten Krimiroman geschrieben. "Schlaflied" überzeugt nicht nur durch einen absolut spannenden und in sich total schlüssigen Fall, sondern behandelt zudem auch die aktuellen politischen und sozialen Probleme der Gegenwart.
Und so dreht sich das Geschehen beim neuesten Fall für die beiden Hauptcharaktere der Serie, Tom Stilton und Olivia Rönning um die Flüchtlingsthematik, Fremdenhass, Asylanten, Kindesmissbrauch und Organraub. Auf den ersten Blick sehr viele Themen, von denen ein jedes für sich genommen schon das Potential dazu hat, einen kompletten Roman auszumachen. Doch die beiden Schweden spinnen den neuen Fall so umfassend, das er dazu geeignet ist, den gesamten Themenkomplex in sich aufzunehmen und diesen auf unglaublich fesselnde und von der ersten bis zur letzten Zeile des Buches spannende und kurzweilige Weise zu erzählen.
Das Geschehen spielt sich in Schweden und in Rumänien - für kurze Zeit sogar auf den Philippinen - ab und die Autoren schaffen es zu jeder Zeit, die Atmosphäre der jeweiligen Länder, Regionen und damit verbunden auch der Handlungsstränge absolut perfekt in das richtige atmosphärische und inhaltliche Licht zu rücken und damit die Skrupellosigkeiten der am Geschehen Beteiligten auf ihre grausame und Menschen verachtende Weise zu erzählen.
Aber nicht nur in punkto des Kernfalles, sondern auch im Hinblick auf die der Serie zugrunde liegenden Hauptcharaktere, deren private und berufliche Schicksale sich im Laufe der ersten drei Bände der Ausnahmeserie bereits eindrucksvoll entwickelten, gibt "Schlaflied" weitere Einblicke und führt somit auch die Rahmenhandlung hervorragend fort. Es gibt Veränderungen in Tom Stiltons Leben, Olivia Rönning wird mit einer Situation konfrontiert, mit der sie keinesfalls gerechnet hat und auch Mette Olsäter trifft eine Entscheidung, die ihr plötzlich leichter fällt, als sie dies lange Zeit zuvor gedacht hat.
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, deren Sinn sich dem Leser im wahrsten Sinne des Wortes erst auf der letzten Seite erschließt und die die Genialität dieses Romans auf eine faszinierend fesselnde Weise nochmals unterstreicht. Und eines ist zudem gewiss; auch wenn der Roman "Schlaflied" heißt - und dieser Titel sich auf ein paar bestimmte Situationen im Roman bezieht - so kann man, nachdem man das buch zu Hand genommen hat, bis zum Lesen des letzten Wortes nicht mehr wirklich gut schlafen. Und selbst nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat, dauert es noch einige Zeit, bis man die erschreckend authentisch geschilderten Begebenheiten verarbeitet hat. Denn eines steht leider zudem fest; auch wenn das Geschilderte hier fiktiv ist, war die Fiktion der Realität leider kaum näher als bei diesem Ausnahmebuch von Cilla und Rolf Börjlind. "Schlaflied" ist schon jetzt der Kriminalroman des Jahres 2017!

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Elena Ferrante eröffnet ihre neapolitanische Saga mit "Meine geniale Freundin"

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.

Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus.

Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.

Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.
Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?

Elena Ferrante hat ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft geschrieben, ein von hinreißenden Figuren bevölkertes Sittengemälde und ein zupackend aufrichtiges Epos – über die rettende und zerstörerische, die weltverändernde Kraft einer Freundschaft, die ein ganzes langes Leben währt.

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Spannende "Selfies" von Jussi Adler-Olsen erscheinen bei DTV!

Das Warten hat ein Ende! Jussi Adler-Olsen legt seinen lang erwarteten neuen und zugleich siebten Teil seiner Erfolgsserie rund um Carl Mørk und das Sonderdezernat Q vor. Ab dem 10.03.2017 ist einmal mehr Spannung garantiert!

Der siebte Fall für das Sonderdezernat Q dreht sich um den folgenden Fall:
Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an - und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?

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Cilla & Rolf Börjlind veröffentlichen ein spannendes "Schlaflied"

Mit "Schlaflied" erscheint der mittlerweile vierte Band der Rönning und Stilton Reihe von Cilla & Rolf Börjlind. Erneut hat es das ungleiche Ermittlerteam mit dem Mord an einem Jungen, den man tot im Wald gefunden hat und mit speziell Tom Stilton sehr nahe gehenden Problemen einer Obdachlosen zu tun. Und so werden Olivia Rönning und Tom Stilton auch in „Schlaflied“ wieder auf vielen Ebenen mächtig in Atem gehalten. Schon der Klappentext garantiert einmal mehr Spannung vom Anfang bis zum Ende:
Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms – bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar – und frühere Obdachlose – Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur...

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Jilliane Hoffman - Insomnia

Sein Kopf fühlt sich an, als sei er in einen Schraubstock gezwängt. Er kann nicht essen, er kann nicht schlafen. Dann kehren die bösen Gedanken zurück. Und es gibt nur eines, was er tun kann, um sie loszuwerden ...
Verstört und mit Schnittwunden übersät taumelt Mallory Knight in eine Biker-Bar in Süd-Florida. Zwei Tage lang war die 17-jährige Schülerin spurlos verschwunden. Sie behauptet, dem „Hammermann“ entkommen zu sein, einem Serienkiller, der bereits über ein Dutzend Teenagermädchen entführt und mit seinen schrecklichen Werkzeugen zu Tode gequält hat. Aber als Special Agent Bobby Dees Mallory befragt, verstrickt sie sich in Widersprüche. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst, und Mallory muss erkennen, dass ihre Aussage fatale Folgen hat... (Klappentext)
Der neue Thriller der Autorin Jilliane Hoffman, welche im Original unter dem Titel „The girl who cried monster“ veröffentlicht wurde, ist nach „Mädchenfänger“ der zweite Fall rund um den FBI-Agent Bobby Dees und einer fünfjährigen Pause. Aber auch wenn es sich um die langersehnte Fortsetzung handelt, lässt sich der Thriller unabhängig gut lesen.
Gewohnt spannend zieht „Insomnia“ seinen Leser in den Bann. Es fällt schwer, dass Buch mit seinen rund 480 Seiten aus der Hand zu legen, was letztlich postiv darauf zurückzuführen ist, dass Jilliane Hoffmann nicht viel Seiten für überflüssiges verschwendet hat. Am Ende überrascht die Geschichte. So könnte man zunächst denken, dass der „Hammermann“ gefasst wurde und das Grauen ein Ende hat… Hier kommt es noch einmal zu einer spannenden Entwicklung und Wende des Falls.
„Insomnia“ hat die Erwartungen - welche man an eine Autorin wie Jilliane Hoffmann hat - voll erfüllt und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

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Pink Floyd – Das Sonderheft

Rechtzeitig zum Erscheinen der CD/DVD-Box The Early Years von Pink Floyd legt die Redaktion der Musikzeitschrift SLAM eine Neuauflage ihres Sonderheftes vor. Der Inhalt deckt sich im Wesentlichen mit der letzten Auflage, ist allerdings erweitert durch einige aktuelle Interviews der noch lebenden Mitglieder der Band und weiterer am Entstehungsprozess der Box Beteiligter. Voran stehen zunächst Portraits der Band-Mitglieder, gefolgt von Überblicken über die Entwicklungsperioden der Gruppe. Durchsetzt wird dies durch Darstellung und Kritik der einzelnen Aufnahmeprojekte der Band.
Das Ganze hat einen sehr kompetenten Anstrich. Man merkt der Veröffentlichung an, dass die Macher sich für die Band, ihre Geschichte und ihre Musik im positiven Sinne interessieren (eine Zeitschrift von Fans für Fans). Das Ergebnis liest sich gut, wenn es auch darunter leidet, dass es schwierig ist, dem eingefleischten Floyd-Fan noch etwas Neues über die Gruppe mitzuteilen, denn das weiß er ja sowieso bereits. Dass damit neue Interessierte geschaffen werden ist doch zweifelhaft.
Beigelegt ist der Veröffentlichung eine CD mit Stücken von Pink-Floyd-Epigonen, die man sich beim Lesen gut anhören kann, auch wenn sie mit der eigentlichen Produktion von Pink Floyd nicht so viel zu tun hat. Wer mehr über Pink Floyd erfahren will, dem sei das auch in dieser Publikation empfohlene Buch des Band-Drummers Nick Mason „Inside Out“ ans Herz gelegt. Hier erfährt man fast Alles aus der Innenperspektive. Fazit: Das Heft ist gut, die Box ebenfalls, Letztere allerdings überteuert.

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Simon Beckett - Totenfang

Der Klappentext des neuen Simon Beckett Romans um seine Hauptfigur David Hunter las sich eigentlich recht spannend. Ein Leichenfund in den Backwaters, eine vermisste männliche Person einer der einflussreichsten Familien der Gegend um die britische Stadt Essex und zudem eine vermisste Frau, die scheinbar mit dem ebenfalls vermissten Mann eine außereheliche Beziehung hatte. David Hunter wird von der örtlichen Polizei hinzugezogen, da diese einen männlichen Torso in den Backwaters entdeckt hat, diesen aber nicht identifizieren kann. Und im Laufe der Zeit sieht sich die Hauptfigur des Simon Beckett Romans auf der Suche nach Identitäten und Morden nicht nur der Gnadenlosigkeit der Landschaft, sondern auch noch den gefährlichen Verstrickungen der Anwohner ausgesetzt.
„Totenfang“ kommt leider zu keinem Zeitpunkt so in Fahrt wie dies die vorherigen Romane der „David Hunter“ Serie taten. Simon Beckett verliert sich in zu viel Detailverliebtheit, beschreibt die Landschaft und die Empfindungen David Hunters oftmals zu wiederholend und ausgedehnt, so dass man beim Lesen des Romans oftmals ungeduldig wird, da die eigentliche Kernhandlung auf der Stelle zu treten scheint. Umstände und Begebenheiten, die man auf wenige Seiten hätte straffen können, nehmen deutlich zu viel Raum ein und das geht zu Lasten der Spannung. Simon Beckett hat bei „Totenfang“ zudem das Verhältnis von Erzählung aus der Ich-Perspektive und Dialogen deutlich verändert. Es gibt recht wenig Dialoge und der Autor verliert sich zu oft in allzu vielen Umschreibungen von Gefühlszuständen, Umgebungseinflüssen und Erinnerungen.
Die letztliche Auflösung des Falls „Totenfang“ ist in Ordnung, wenngleich kein großer Wurf von Innovation. Und einmal mehr gibt es zum Ende hin noch einen Umstand, der quasi eine Art Wegbereiter für einen sechsten Roman der Serie ist. Allerdings muss sich Simon Beckett dann wieder mehr ins Zeug legen, denn die Krimilandschaft ist mittlerweile von vielen hervorragenden Autoren geprägt, die ihre Leser deutlich spannender und kurzweiliger unterhalten, als das Simon Beckett mit „Totenfang“ gelungen ist.

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Hjorth & Rosenfeldt - Feste feiern wie sie fallen & Im Schrank

Mit diesem kleinen Büchlein veröffentlicht der Rowohlt Verlag zwei Kurzgeschichten um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman. Beide Geschichten sind jedoch bereits in unterschiedlicher Form als einzelne Geschichte im Rahmen von anderen Veröffentlichungen erschienen. Nun erscheinen beide also noch einmal zusammen in einem kleinen Büchlein, mit einem nicht wirklich belastbaren Pappeinband.
Die Geschichten als solches sind nett zu lesen und spiegeln den sehr speziellen Charakter der Hauptperson sehr gut wider. In der ersten Geschichte, "Fest feiern wie sie fallen" geht es um einen Weihnachtsbesuch bei der Familie von Sebastian Bergmans Ex-Frau. Erst will der Psychologe gar nicht daran teilnehmen, dann sieht er aber die Chance, seiner Tochter, die ebenfalls dort mit seinem Chef ist, nah sein zu können. Und zu guter Letzt hat er dann vor Ort einmal wieder "verbotenen" Sex mit einem anderen weiblichen Familienmitglied. Alles in allem nett und irgendwie typisch Sebastian Bergman.
Beim zweiten Fall sitzt Sebastian Bergman in einem Schrank der Frau eines wichtigen Zeugen eines Überfalls mit Todesfolge. Natürlich hat er auch mit dieser Sex gehabt und muss sich nun im Schrank des Schafzimmers versteckt halten, weil ihr Mann unerwartet nach Hause gekommen ist. In der Hoffnung auf Hilfe passieren plötzlich unerwartete Dinge, so dass Sebastian Bergman plötzlich, im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Schrank heraus die Ermittlungen rund um den Überfall mit Todesfolge löst und im Rahmen einer sehr außergewöhnlichen Vernehmung einer verdächtigen Kollegin per Handy die entscheidenden Hinweise auf die Zusammenhänge gibt, bevor er dann - da der Zeuge durch die Lösung des Falles keine Bedeutung mehr für die Polizei hat - erhobenen Hauptes und ohne Rücksicht auf Verluste, die Wohnung seines neuerlichen Sexspiels verlässt.
Die beiden Kurzgeschichten lassen sich hervorragend lesen und machen vor allem Lust auf mehr. So ist man am ende etwas wehmütig, dass das Büchlein nach gerade einmal gut 100 Mini-Seiten dann auch schon wieder zu Ende ist. Einziger Wehrmutstropfen ist der Preis des Buches, der schon nahe an dem eines deutlich mehr Seiten umfassenden normalen Taschenbuchs liegt. Zudem wäre es für diese aufgewärmte Auflage schön gewesen, wenn das Autorenduo vielleicht noch eine weitere Kurzgeschichte hätte beisteuern können.
Auf jeden Fall ist "Feste feiern wie sie fallen & Im Schrank" eine schöne Ergänzung und eine Art kleines Geschenk für alle Fans der Sebastian Bergman Reihe.

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