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Simo - Rise & Shine

Mit Ihrem selbstverlegten Album "Simo" (2011) und dem ersten offiziell ebenfalls beim Mascot Label veröffentlichten Album "Let Love Show the Way (2016) hatte die Band um den Gitarren Virtuosen JD Simo auf klassischen Retro Blues Rock in der Dreier Formation mit Bass und Schlagzeug gesetzt. Dabei stand insbesondere das explosive, manchmal selbstverliebte Gitarrenspiel von JD im Mittelpunkt. Mit dem neuen Album "Rise & Shine" hat sich das musikalische Spektrum trotz der immer noch bestehenden Dreierbesetzung deutlich erweitert.
Schon der Opener " Return" zeigt die Wegrichtung des Gesamtalbums in Richtung Soul & Funk an. Den Sound der Vorgängeralben nimmt Simo allenfalls im Track "Light the Candle", einem lupenreinen Blues Rock Stück mit Hendrix orientierten Gitarrenorgien auf. Der nachfolgende 7-minütige Song "Be with You" zeigt deutlich in seinem gemäßigten Tempo den soulig-funkigen Einfluss und erweckt Reminiszenzen an die glorreichen Zeiten von Prince.
In eine ähnliche Richtung gehen auch die Tracks "Shine" und "People Say" und "I want Love". Mit "The light" ist JD Simo allein mit akustischer Gitarre und eindringlichem Balladengesang zu hören, sozusagen als Entspannung für das furiose 13-minütige Finale "I pray". Der Song beginnt psychedelischen Gitarrenklängen mit darüber liegendem verzerrtem Gesang gefolgt von kraftvollen Ausbrüchen um dann wieder in sphärische Improvisationen hinüberzugleiten. Ein Wechselbad der Gefühle. Simo haben mit diesem Album neue Wege beschritten und werden dadurch sicherlich neue Hörer gewinnen ohne diejenigen, die sie bereits kennen und schätzen gelernt haben - auch wegen der musikalischen Dichte - zu verlieren. Es lohnt sich auf jeden Fall dieses Album mit seinen insgesamt 11 Tracks auf sich wirken zu lassen.

Jonny Lang - - Signs

Als Jonny Lang 1997 im zarten Alter von 16 Jahren sein erstes Album "Lie to me" einspielte galt er durch seine Stimme und seinen Gitarrensound als Ausnahmetalent des Blues und sein Debut wurde hochgelobt. Jetzt liegt sein sechstes Studioalbum "Signs" vor. Während das Vorgänger Album sehr glatt und soullastig ausgefallen ist, besinnt sich Lang mit dem Vorliegenden wieder auf seine ursprünglichen Qualitäten ohne jedoch seine weiteren Einflüsse wie Soul, Pop, Gospel und R & B aus den Augen zu verlieren.
Der Opener "Make it Move" setzt mit einem Gitarren/Schlagzeug Stakkato ein darüber legt sich die markige Stimme von Lang die hier stark an Steve Marriott in seinen besten Zeiten erinnert. Mit "Snakes" folgt ein fast swingender, schneller und poppiger Bluessong. Die darauffolge Nummer "Last Man Standing" ist ein radiotauglicher, schnörkelloser Rocksong. Der R&B- Einfluss findet sich in den Songs "What You're made of" / "Stronger Together" und "Bring Me Back Home" wieder, wobei der letztere in langsamen Tempo von Lang's gefühlvollem Gesang lebt.
Bei dem nachfolgenden Titel "Wisdom" dominiert die von Lang effektvoll eingesetzte Fuzz Gitarre. Mit der langsamen Ballade "Singing Songs" endet das Album. Jonny Lang legt mit "Signs" ein außerordentlich abwechslungsreiches Album vor, das vom ersten bis zum letzten Stück Spannung aufbaut und den Zuhörer begeistert.

Walter Trout - We´re All In This Together

Nachdem Walter Trout mit der letzten Platte die Überwindung seiner schweren Krankheit und die gemachten Grenzerfahrungen thematisiert und musikalisch verarbeitet hatte, steht das neue Album im Zeichen seines musikalischen Freundeskreises und seiner gegenwärtigen Mitstreiter im Blues Genre. Für jedes der 14 Titel des Albums hat er jeweils einen Gastmusiker verpflichtet.
Dabei liest sich die Liste der Mitstreiter wie das "Who is Who" der Bluesszene; da versammeln sich Bluesvater John Mayall zusammen mit Kenny Wayne Shepherd, Sonny Landreth, Robben Ford, Eric Gales, Edgar Winter, Joe Louis Walker, Mike Zito, Charlie Musselwhite, Warren Haynes, John Nemeth, Randy Bachman, Joe Bonamassa und schließlich noch "Sohnemann" Jon Trout. Alle diese Mitmusiker stehen für unterschiedliche Spielarten des Blues und dem hat Walter Trout bei der Auswahl und Komposition der Tracks Rechnung getragen. Das Resultat ist ein einzigartiges Blues Album das abwechslungsreicher nicht sein kann.
Der Bogen reicht von dem Blues Klassiker Stevie Ray Vaughan's "The sky is crying" in einer intensiven Version zusammen mit dem Jam Rock Spezialisten Warren Haynes über die jazzig angehauchte Blues Ballade "She steals my heart away" zusammen mit Edgar Winter und den schwermütigen Slow Blues "Blues for Jimmy T." mit grandiosem Harmonika Part von John Mayall bis hin zum Titletrack, bei dem sich Trout und Joe Bonamassa fast symbiotisch im Spiel vereinigen und gegenseitig zu Höchstleitungen an der Gitarre anstacheln.

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