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Elisabeth George - Wer Strafe verdient

Der aktuelle Roman der amerikanischen Kriminal-Autorin Elisabeth George rund um ihre Hauptfigur, Inspector Thomas Lynley, trägt den Titel "Wer Strafe verdient" und ist zugleich der 20. Fall für den eigenwilligen Ermittler.
Das Buch ist über seine mehr als 850 Seiten hinweg gut strukturiert. Zu Beginn skizziert die Autorin das Leben im kleinen englischen Städtchen Ludlow vielleicht ein wenig zu intensiv, allerdings kann man sich als Leser dadurch sehr gut in das spezielle Leben der dortigen Einwohner hineindenken und im weiteren Verlauf des Romans dann auch die beschriebenen Verhaltensweisen diverser Einwohner besser nachvollziehen und verstehen.
"Wer Strafe verdient" dreht sich um ein mysteriöses Verbrechen, dessen der örtliche Diakon des kleinen Ortes beschuldigt wird. Aufgrund der ersten Wahrnehmungen deutet bei dem Todesfall, dessen sich Sergeant Barbara Havers gemeinsam mit DI Thomas Lynley annimmt, alles auf einen Selbstmord hin. Doch nichts ist bekanntlich auf den ersten Blick so, wie es scheint. Nicht der Fall als solches und auch nicht die scheinbare Idylle des kleinen Städtchens Ludlow.
Und mehr tiefer die beiden Ermittler in das kleine Städtchen, seine Hierarchien und die Besonderheiten der Verhältnisse der Einwohner eintauchen, umso seltsamer erscheinen die Dinge plötzlich.
Elisabeth George hat mit "Wer Strafe verdient" nicht nur einen neuen und zugleich sehr spannenden und recht kurzweiligen Roman rund um Sergeant Barbara Havers und DI Thomas Lynley verfasst, sie zeigt mit den angesprochenen Umständen und Verhaltensweisen der Figuren des Romans zugleich einmal mehr die gesellschaftlichen Abgründe der heutigen Zeit auf.

Volker Kutscher - Marlow

Mit "Marlow" setzt Erfolgsautor Volker Kutscher seine Reihe um Kriminalkommissar Gereon Rath fort. Nachdem die ersten sechs Bände der Reihe bei Kiepenheuer & Witsch erschienen sind, hat die Reihe nun ab Buch sieben im Piper Verlag ein neues Zuhause bekommen.
Das Buch spielt im Jahr 1935 und hat thematisch unter anderem die Erpressung von Hermann Göring zum Inhalt. Doch auch die Weiterentwicklung der Hauptfiguren der Serie kommt in "Marlow" nicht zu kurz. Und wie es der Titel schon vermuten lässt, spielt Untergrund Boss "Marlow" im siebten Band der Reihe eine nicht unbedeutende Rolle.
Volker Kutscher versteht es einmal mehr, mit seinem Schreibstil den Leser sofort in die Geschichte und damit verbunden in die damalige Zeit zu entführen. Er beschreibt die damaligen Umstände rund um die damaligen Begebenheiten des Reichsparteitages auf eine verständliche und erschreckend nahe Weise. Die Strukturierungen der Sätze und die Gliederung der unterschiedlichen Handlungsstränge sind dem Autoren hervorragend geglückt und über mehr als 500 Seiten hinweg hält Volker Kutscher das historische Spannungsniveau auf allerhöchster Ebene. Man muss diesen Roman einfach zu Ende lesen, sobald man ihn das erste Mal in die Hand genommen hat.
"Marlow" ist eine unglaublich fesselnde Fortsetzung einer der mit Abstand besten historischen Kriminal-Buchreihen, die jemals erschienen sind.

Die drei Fragezeichen (196) Geheimnis des Bauchredners

Eine Puppe eines verstorbenen Bauchredners fällt in den Besitz von Patricia Osborne, der Tante von Allie Jamison, einer alten Bekannten der drei Detektive. Als diese Puppe dann plötzlich zum Leben zu erwachen scheint und spricht, bittet Allie Jamison Justus, Peter und Bob einmal bei ihrer Tante vorbeizufahren, sich die Puppe anzuschauen und das Rätsel der Puppe zu lösen. Es entwickelt sich ein kurzweiliger, spannender und in vielen Bereichen wunderbar nostalgisch anmutender Fall für die drei Fragezeichen, der in einer innovativen Finale seine durchdachte Auflösung findet.
Schon gleich nach Beginn des Hörspiels taucht man unweigerlich in die Atmosphäre der frühen Folge und zugleich ersten Begegnung der drei Detektive mit Allie Jamison und ihrer Tante Patricia ein. Die Erzählung kommt ohne viele einleitende Erklärungen und Szenen gleich zur Sache und auch der Charakter der Patricia Osborne wird durch die Anfangssequenz kurz und klar dargestellt, so dass der Hang zum Übernatürlichen bei Allie Jamisons Tante, der erneut von Originalsprecherin Barbara Focke gesprochen und mit Leben erfüllt wird, sich auch den Hörers gleich erschließt, die das Hörspiel "Die drei Fragezeichen (25) und die singende Schlange" (noch) nicht kennen.
Tolle Sprecher und klasse Geräusche lassen diese Folge zu einem wahrlich fantastischen Hörerlebnis werden. Mit "Geheimnis des Bauchredners" hat André Marx endlich wieder den Charme und die Qualität der Serie rund um Justus, Peter und Bob zutage gefördert, die schon immer in ihr steckte, durch andere Autoren allerdings in den letzten Jahren immer mehr verwischte. Ein richtig starkes Hörspiel, das man immer und immer wieder hören kann.

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