Menu
A+ A A-

Saxon "Unplugged And Strung Up"

Selbst im Heavy Metal Bereich gibt es also eine Art Remix-Album. Saxon belegen dieses mit der Veröffentlichung ihres neuesten Werkes "Unplugged And Strung Up". Hier hat man sich diverser Klassiker der Band aus den letzten Jahrzehnten angenommen und diese überwiegend orchestral neu arrangiert. Nach fast 35 Jahren Bandgeschichte eine interessante Idee, die zudem für eine Heavy Metal Band nicht unbedingt typischer Natur ist.
Die Songs für diese Veröffentlichung wurden Anfang 2013 von Andy Sneap aufgenommen, gemixt und gemastert.
Somit dürfte dieses Album eine interessante Reise für alle Saxon Fans sein, um die eigentlichen Wurzeln der Band, nämlich den gepflegten Heavy Metal, einmal neu begossen zu wissen. Inwieweit die Band mit diesen neuen Versionen dafür sorft, dass diese auch farbenfroh bei ihren Fans angekommen, bleibt abzuwarten. Die Idee ist jedenfalls gut und innovativ und das vor dem Hintergrund, dass man sich im Heavy Metal Bereich ja nicht gerade im musikalischen Land der unbegrenzten Möglichkeiten hinsichtlich des Remixens oder Neu-Arrangierens von Songs bewegt.
Der limitierten Edition des Albums liegt dann noch das 2002er Album "Heavy Metal Thunder" als Best-Of-Zugabe bei. Warum auch immer, denn die Original-CD von damals kann man auch heute noch problemlos erwerben.

Motörhead "Aftershock"

Ein neues Motörhead Album kündigt sich oftmals im Hard Rock Bereich an, wie ein altes Modern Talking Album es im Popbereich in den 80ern getan hat. Man weiß bereits vorher, was man bekommt, sieht der Veröffentlichung dann aber doch immer wieder heißhungrig entgegen. Nun haben die Rocker Oldies von Motörhead rund um ihren Frontmann Lemmy Kilmister also nach drei Jahren mit "Aftershock" ein neues Album veröffentlicht. Und auch nach 38 Jahren kann man anerkennend feststellen, dass die Band im positiven Sinne einfach nicht totzukriegen ist. 14 neue Songs gibt es hier auf die Ohren. Schnell, krachend, oftmals laut und mit für Motörhead Verhältnisse im Vergleich zu den vorherigen Alben viel Frische beschallt die Band mit ihrem 22. Album ihre Fans.
Der Sound ist gut produziert und die musikalische Mischung aus den Schwerpunkten Drums und Gitarren kann manches Mal Glas zerspringen lassen. Ein rotziger Gesang und jede Menge schneller Songs lassen das Album jedoch für den normalen Hörer auf längerer Strecke monoton wirken. Einzige Ausnahme ist das wirklich atomsphärische Bluesstück "Lost Woman Blues". Ansonsten gibt es hier jede Menge gesunder Mischung von Hard Rock und Heavy Metal. Aber mit knapp 40 Jahren ist eine Band auch erwachsen und hat halt keine wirklichen Ambitionen oder Interessen, sich noch einmal auf irgendeine Art zu verändern. Somit bleibt festzuhalten, dass Motörhead mit diesem Album die kleine musikalische und auch gesundheitliche Durststrecke der letzten Jahre ordentlich hinter sich gelassen haben. Ein ordentliches Album mit alten Werten und Getöse.

Fettes Brot "3 is ne Party"

Fettes Brot sind zurück und haben Bock zu feiern! Und von daher liefern sie hier ab, was dazu Programm ist. Ein Album, das man nicht wirklich ernst nehmen darf, ein Album, das Abwechslung und phasenweise Wortwitz beinhaltet, ein Album, das zeigt, dass die Band nie erwachsen werden will und wird, und ein Album, dass zeigt, dass Fettes Brot auch nach 20 Jahren noch immer machen können was sie wollen, die Fans reißen es ihnen aus den Händen.
Wenn man heute Fettes Brot hört, dann denkt man zuerst an die guten alten Titel wie "Nordisch by nature", "Jein" oder auch "Emanuela". Aber spätestens ab sofort wird man auch stets "Für immer immer" dazu zählen. Dieser Song ist wohl der prägnanteste auf dem neuen Album und hat wie kaum ein anderes der 13 Stücke absoluten Mitgröhl-Charakter. Partylaune pur, so soll es laut dem Motto des neuen Fettes Brot Albums sein!
Doch nicht nur bei diesem Song ist der Titel Programm, denn mit der schrägen Hymne "Toten Manns Disco", dem aufmüpfigen "KussKussKuss" oder auch dem diskolastigen "Mehr Gefühl" gibt es hier jede Menge Hamburger Futter auf die geplagten Partyohren.
Doch Fettes Brot können nicht nur rappig und poppig, sondern für ihre Verhältnisse auch durchaus zurückhaltender, natürlich ohne hier großeartige Ernsthaftigkeit in ihre Songs aufzunehmen. Denn wer kann unter der Last der Ernsthaftigkeit schon feiern? Also gibt es in der Rubrik der ruhigeren Zwischenspiele das verspielt langsame "Echo" oder auch "Crazy World". Und apropos "Crazy World"; sie können es doch, Fettes Brot können doch sozialkritisch. Und zwar gut und stiltreu! Neben "Für immer immer" ist dieser Titel ein weiteres richtiges Highlight auf dem neuen Album! Aber auch die anderen Songs sind auf ihre eigene Art ordentlich. Und irgendwie lassen Fettes Brot die Welt halt einfach mit ihrer Musik leichter werden. Mal mit Rap, mal mit Ulk, mal mit Pop - so wie das Leben halt so spielt. Und wer nicht feiert ist schließlich selbst schuld!

Diesen RSS-Feed abonnieren