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Gabriel Burns (38) Der Tod ist eine Lektion

Eine neue Folge der "Gabriel Burns" Serie, deren Bezug zur Serie erst ganz am Ende offenbart wird. Anfangs kommt man sich als Hörer wie in einem total spannenden aber doch irgendwie falschen Hörspiel vor. Angefangen mit einem bislang nicht näher angesprochenen Ort des Geschehens über die Tatsache, dass die gesamte Handlung aus der Sicht einer Nebendarstellerin erzählt wird, bis hin zum etwas überraschenden auflösenden Ende der Folge, an dem diese Episode plötzlich den unverkennbaren Bezug zum "Gesamtprojekt" der Handlungen bekommt. "Der Tod ist eine Lektion" ist ein atmosphärisches Schauerhörspiel aller erster Güte. Atmosphärisch, stimmungsvoll, gruselig und an diversen Stellen grausam umgesetzt, kann man sich der Aura der Folge nicht entziehen.
Das Geschehen spielt sich auf einer kleinen pazifischen Insel in der Nähe Neufundlands ab. Auf dieser Insel leben zwar nur rund 200 Einwohner, doch diese sind durch ein Schiffsunglück, welches vor einiger Zeit eine Ölkatastrophe zur Folge hatte, arg gebeutelt. Neuankömmlinge werden auf der Insel von den Inselbewohnern mit sehr viel Skepsis und Abneigung bedacht und so ergeht es auch der zuvor erwähnten Nebendarstellerin Patricia Donovan. Diese erzählt aus der Ich-Perspektive das sich zutragende Geschehen auf der Insel und nachdem es zum mysteriösen Tod eines kleinen Kindes kommt, beginnt die junge Frau mit Nachforschungen hinsichtlich der Ursache und beginnt viele Fragen zu stellen, die nicht allen anderen Inselbewohnern positiv aufstoßen. Und als immer mehr Morde geschehen ahnt die Frau, dass die Ursache des Ganzen eine unheimliche und lebensbedrohende sein muss. Nicht nur für andere, sondern auch für sie selbst. Heidi Weigelt verkörpert die Lehrerin Patricia Donovan auf faszinierende Art und führt den Hörer ruhig und ausgeglichen zurückhaltend durch das Geschehen. In ihrer Rolle selbst ist sie dann aber oftmals emotional und nachdrücklich, was dazu führt, dass man sich als Hörer sehr gut in den jeweiligen Sequenzen der Erzählung zurecht findet. Leider wird es bei diesem einen Auftritt von ihr als Erzählerin bleiben, ohne zuviel des Inhalts von "Der Tod ist eine Lektion" vorweg nehmen zu wollen.
Zudem muss noch die junge Melanie Brinkmann erwähnt werden, die das Mädchen Maggie sehr gut und vor allem mysteriös verschlossen spricht. Zum Ende hin dreht sie richtig auf und kehrt sämtliche der Figur inne wohnende Wesenszüge beeindruckend real in den Vordergrund. Ein wichtiges Stilmittel, um diese Folge dann in das Gesamtgeschehen zu überführen. Dieses geschieht in den letzten Minuten der Folge. In der letzten Sequenz des Hörspiels kommt dann eine Aufklärung und Bakerman, Larry Newman und Joyce Kramer tragen ihren Teil dazu bei. Als Hörer atmet man quasi am Ende auf, denn dann versteht man den Sinn und Zweck der 38. "Gabriel Burns" Folge, die einen zuvor lange Zeit hinsichtlich ihrer Einordnung in das Gesamtgeschehen im Dunkeln lässt.
Dunkeldüstere Endzeitstimmungen, faszinierende Geräuschuntermalungen und unheimliche Sounds runden "Der Tod ist eine Lektion" stimmungsvoll und in manchen Phasen sogar erdrückend ab und so wird diese Episode für mich, trotz einiger kleiner Längen, zu einer der besten der Mystery-Serie überhaupt. Und die inhaltliche Qualität wird dann auch noch optisch durch das sehr gut gestaltete und mit deutlichem Bezug zum Folgeninhalt in Verbindung zu bringende CD Cover unterstützt. Eine rundum optimale Veröffentlichung.

Point Whitmark (38) Der glühende Mönch

Nach einer etwas längeren Pause erleben die drei Freunde vom Radiosender, der heißt wie die Stadt endlich ein neues Abenteuer. Im Auftrag ihres Freundes, Vater Callahan, sind Jay, Tom und Derek auf dem Weg zu einem abgelegenen Kloster, in dem sich merkwürdige Dinge zutragen sollen. Die Jungen sollen versuchen, das Rätsel um die merkwürdigen Erscheinungen, die von einem Freund des Paters, einem Mönch des Klosters, beobachtet wurden, aufzuklären. Doch da der Mönch zwischenzeitlich verschwunden ist, gestalten sich die Ermittlungen der Freunde relativ schwierig.
Diese neue Folge der "Point Whitmark" Serie ist einmal mehr ein wahres Hörvergnügen. Der Anfang ist schlichtweg genial, denn um zu dem alten Kloster zu gelangen müssen sich die Freunde von einem Bus mitnehmen lassen, der eine Mädchengruppe des Bibelkreises aus Point Whitmark zu einem Ausflugsziel bringt. Und die Stimmung im Bus, speziell die überdrehte Reiseleiterin der Mädchen, wurde hervorragend umgesetzt. Zudem gibt es dann auch fortan beim neuen Abenteuer immer wieder Querverbindungen zu der Mädchengruppe und Jay, Tom und Derek. Die Atmosphäre rund um das Kloster ist spannend und phasenweise düster. Man lauscht der neuen Folge gespannt, und wird mit jeder Minute mehr von der innovativen Idee der Umsetzung des neuen "Point Whitmark" Falls in den Bann gezogen.
Es ist immer wieder beeindruckend, welch hohes Spannungs- und Qualitätsniveau die einzelnen Folgen der Serie auch nach knapp 40 Folgen noch immer haben. Und man hat zu keiner Zeit den Eindruck, dass einzelne Folgen sich inhaltlich bei vorherigen Episoden bedienten. Vielmehr gelingt es den Machern der Serie stets auf elegante Art immer wieder die Charaktere der vorherigen Folgen mit in aktuelle Episoden mit einzubinden. Ein sehr angenehmer und durchaus heimisch wirkender belebender Effekt.
Die Geräuschuntermalungen sind auch bei "Der glühende Mönch" auf gewohnt hohem Niveau und lassen das gesamte Geschehen zu jeder Zeit und in jeder Situation absolut authentisch wirken. Die Musiken sind allesamt bekannt und verleihen der Serie durch ihre Umsetzung eine besondere Art der Zeitlosigkeit. Hier wäre es wohl auch eher belastend denn belebend, sollte man plötzlich mit neuen Sounds konfrontiert werden. Und durch die ganzen hervorragenden Rahmenbedingungen lassen sich die Sprecher ebenfalls mehr als positiv beeinflussen, denn auch in puncto Dialoge und Stimmung gibt es absolut nichts auszusetzen. Alle Sprecher agieren auf ganz hohem Niveau und gehen in ihren Rollen absolut authentisch auf. So wird "Der glühende Mönch" auf allen Ebenen zu einen wahren Hörvergnügen. Und einmal mehr bestätigt die "Point Whitmark" Serie, dass es derzeit in puncto Jugend-Abenteuerserie nichts Besseres auf dem Markt gibt.

Ina Müller "48"

Ina Müller ist mittlerweile bekannt wie ein liebevoller bunter Hund, sie ist das sympathische weibliche Abbild eines "Hansdampf in allen Gassen" und neben ihrer immer erfolgreicher werdenden TV-Präsenz nehmen auch ihre musikalischen Erfolge von Jahr zu Jahr mehr zu. Als nunmehr 48jährige stets Junggebliebene frohlockt Ina Müller nun mit einem neuen Album, dem sie schlichtweg und einfach die Zahl ihres aktuellen Lebensalters gegeben hat, "48".
Ina Müller ist authentisch und vermittelt in ihrer Musik Aussagen und Texte, die sie auch ohne musikalische Begleitung in selbiger Art in gesprochener Small-Talk Funktion losgelassen hätte. Mal ein wenig nachdenklich, mal frech, mal flapsig und ein wenig oberflächlich sozialkritisch entstanden die neuen Songs des Albums bei Ina Müller zu Hause in dem liebsten Raum einer Wohnung bzw. Hauses, der Küche. Und die 13 Titel lassen tief in die manchmal für Männer nur schwer nachzuvollziehenden fliegenden Gedanken der Frauen blicken. Da singt man voller Energie und ein wenig Frustration davon, dass man seinen Mann am liebsten in den Hintern treten möchte, aber am meisten leidet, wenn er nicht da ist. Was ein Eröffnungstitel für ein Album. Und irgendwie total typisch für Ina Müller.
An viele Songs muss man inhaltlich nicht mit biederem Ernst herangehen, um sie lieb zu gewinnen. Es sind die süffisanten Begebenheiten des normalen Lebens, der Beziehungen und Zweisamkeiten, die Ina Müller hier besingt und von denen sie selbst nicht den Anspruch haben dürfte, dass man sie bitterernst nimmt. Lustig nimmt sie mit "Sie schreit nur noch bei Zalando" die Bestellmentalität auf die Schippe, die in der heutigen Zeit immer mehr um sich greift und äußert in diesem Zusammenhang auch Kritik an den Werbeszenarien bestimmter Online-Händler.
So locker und leicht sich Ina Müller oftmals präsentiert, so traurig und nachdenklich ist sie auf der anderen Seite natürlich ebenfalls und bestimmte Schicksalsschläge wie den Verlust eines Freundes verarbeitet sie dann zum Beispiel in dem Song "Pläne". Mit "48" steht man voll im Leben, mit "48" hat man auch schon viel erlebt und viel gesehen. Mit "48" ist Ina Müller aber nach wie vor ihre Ruheoase wichtig und das ist ihre Familie. Und mit dem Titel "Nach Hause" lässt sie diese Botschaft auf ihre ganz eigene Weise durchblicken und zeigt dabei in einem Lied beide Seiten von sich selbst; auf der einen Seiten ausbrechend und erlebnisfroh, auf der anderen Seite geerdet, Heimat und Familien verbunden.
Musikalisch hat Ina Müller die Songs in enger Zusammenarbeit mit Johannes Oerding komponiert. Als Ergebnis sind viele leichte Popsongs entstanden, die sich auf Grundgerüste von Gitarrensounds, Drums und seichter Elektronik stützen und somit eine ähnlich geartete Leichtigkeit wie die Texte der einzelnen Stücke haben. "48" ist ein für Ina Müller recht reifes Album, dass man immer in Bezug auf ihren Charakter sehen und hören muss, um den einzelnen Titel ein entsprechendes Gewicht beizumessen. Wer hier mit zuviel Ernst an die neuen Songs herangeht, der tut Ina Müller unrecht. Selbiges gilt für alle, die das Album zu leicht und locker nehmen. Ina Müller ist halt Ina Müller. Und die Wahrheit liegt bei der sympathischen Norddeutschen einmal mehr - wie bei ihren Songs - in der Mitte.

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