Menu
A+ A A-

TKKG (183) Blindgänger im Villenviertel

Diese Folge der TKKG Reihe hebt sich leider negativ von ihrer Vorgängerin ab. War die letzte Episode noch wirklich - im Vergleich zu den neueren anderen Folgen - ordentlich. Was man sich bei Europa dann aber bei der Vertonung von "Blindgänger im Villenviertel" gedacht hat, erschließt sich dem TKKG Fan nun wahrlich nicht.
Die darin verarbeiteten Themen sind mit einer Bombendrohung und auch dem versuchten Versicherungsbetrug zwar nicht neu - das erwartet wohl nach über 180 Folgen der Serie auch niemand mehr so wirklich - aber die Umsetzung ist phasenweise derart unglücklich, dass man sich nur an die Ohren fassen kann.
Schlechte Gastsprecher, die sich so dämlich anhören, wie die beiden scheinbaren Polizisten, lassen dem Hörer wahrlich Schauer über den Rücken laufen. So aufgesetzt und plump peinlich sind der Auftritt und die sprachichen Eingaben der beiden Sprecher.
Zudem merkt man irgendwie auch immer mehr, dass die Hauptsprecher wohl auch keine wirkliche Lust mehr haben, ein solch schlechtes Skript zu vertonen. Sascha Draeger ist als Tim sehr schlecht und Niki Nowotny als Karl schon fast indiskutabel. Gabi wird immer neunmalklüger und übernimmt scheinbar von Tim das Ruder in puncto besserwisserische Sprüche und Bevormundungen der anderen. Nur Manou Lubowski als Klößchen liefert bei dieser Episode eine solide Leistung ab. Damit hebt er sich wirklich deutlich vom Rest ab.
Und dann fällt noch auf, dass die Sprecher hier in bestimmten Situationen mit einer Theatralik aufwarten, die einfach unangebracht ist und dem Hörspiel überhaupt nicht gut tut. Katja Brügger hat mit dieser Hörspiel-Buchvorlage eine Art Offenbarungseid geleistet. Aber andererseits muss es ja auch bei Europa noch Leute geben, die ein solch schlechtes Skript abnehmen und die derart unterirdische Sprecherleistungen zudem noch zulassen und in der letztlich finalen Aufnahmeversion des Hörspiels verwenden. Es muss sich wirklich etwas bei TKKG tun, sonst ist die Serie zeitnah am Ende.

Die drei ??? (163) und der verschollene Pilot

Die neue Folge der "Die drei ???" Serie stammt ursprünglich aus der Feder von Ben Nevis und hat das Zeug zu einem Klassiker. Und auch wenn das Hörspiel um den neuesten Fall der drei Detektive rund um ein Geheimnis eines vor längerer Zeit in einem abgeschiedenen Waldstück abgestürzten Flugzeug und des vermissten Piloten nur mit fünf Sprechern auskommt, so tut dies der Spannung und atmosphärischen Qualität keinen Abbruch.
Über lange Zeit wird die Vertonung und der neueste Fall von Justus, Peter und Bob von Dialogen der drei Freunde bestimmt. Aber die Art und Weise, mit der Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich diese Herausforderung der spannenden Umsetzung des Geschehens ohne weitere Sprecher an ihrer Seite meistern, kann sich hören lassen.
Dass die Spannung stets erhalten bleibt liegt zudem auch daran, dass man es seitens Europa sehr gut verstanden hat, die jeweiligen Szenerien geschickt mit passenden und vor allem atmosphärisch dichten Geräuschen zu untermalen.
Dazu gibt es neue und alte Musiken und eine Auflösung, die man sich als langjährigen Fan der Serie schon in groben Zügen so gedacht hat, der aber losgelöst davon ein klein wenig überspitzt und etwas weiter hergeholt ist. Aber das tut der Qualität der Folge nur einen ganz kleinen Abbruch. Es überwiegt das schöne und durchaus spannende Hörvergnügen.

MindNapping (14) Blutstern

Diese Folge der "MindNapping" Serie ist anders als die anderen bisher erschienenen Episoden der Reihe. Denn dieses Mal wird man nicht vom Geschehen atmosphärisch in die Irre geleitet und am Ende ist alles doch anders als es scheint.
Dieses Mal hat man hier - aus welchen Beweggründen auch immer - die in der Vergangenheit nur sehr mäßig erfolgreiche Figur des BKA-Ermittlers Leon Kramer quasi wieder zum Leben erweckt. Eigentlich nicht mehr im aktiven Dienst, so wird Leon Kramer dann aber doch wegen einer brutalen Verbrechenserie in New York angefordert, um dem FBI als Experte zur Seite zu stehen. Es entsteht ein recht hektischer Fall mit einem gewissen Overacting und einem Helden des Hörspiels, der zwar auch ein persönliches Schicksal bei diesem Fall erleidet, aber letztlich schon fast unbesiegbar erscheinend, über allem thront und zudem immer für spezielle Sprüche gut ist. Diese bewegen sich manches Mal zwischen Arroganz und Hochmut. Das ist phasenweise etwas anstrengend.
Der Fall an sich ist nicht wirklich spektakulär, sondern bietet dem Hörer solide Kriminalunterhaltung. Fabian Harloff verleiht der Figur des Leon Kramer einen Charakter, der mal überheblich, mal etwas hölzern und auch durchaus in Ansätzen mal persönlich emotional sein kann. Die Sprecherliste liest sich gut. Neben diversen bekannten Sprechern gibt es hier auch einige unbekanntere Sprecher zu hören. Alle agieren sehr solide, wenngleich die Dialoge an diversen Stellen recht hölzern klingen. Das hat meines Erachtens aber nur bedingt etwas mit den Sprecherleistungen sondern eher mit unglücklichen Zusammenschnitten der einzeln eingesprochenen Sequenzen der Sprecher zu tun.
Und dann muss man schlichtweg konstantieren, dass Leon Kramer als Figur nichts in der Serie "MindNapping" zu suchen hat. Diese Serie ist vom Gedankengut her komplett anders ausgelegt gewesen und die Macher der Audionarchie tun gut daran, wenn sie diese Episode als Ausrutscher betrachten und die Serie so fortführen, wie sie sie über 13 Folgen bislang umgesetzt haben.

Diesen RSS-Feed abonnieren