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Dieter Meier "Out Of Chaos"

Manchmal muss man die Umsetzung bestimmter Vorhaben einfach etwas länger Zeit haben. Und oftmals glaubt man schon gar nicht mehr daran, um plötzlich doch überrascht zu werden. So ähnlich dürfte das Gefühl bei der Feststellung gewesen sein, dass der Frontmann der Schweizer Elektro-Ausnahme-Formation Yello, Dieter Meier, mit knapp 70 Jahren nun sein erstes Soloalbum veröffentlicht.
Und natürlich ist man geneigt, dieses Werk sofort dem unmittelbaren Vergleich zu den alten Yello Scheiben zu unterziehen. Aber das wäre nicht fair, denn zum einen entstand "Out Of Chaos" in einer völlig anderen Zeit, als das gesamte Yello Material und zum anderen ist Dieter Meier über die letzten Jahr(zehnt)e gereift und hat viele völlig neue Einflüsse in sich aufgenommen, die er nun auch auf diesem ersten Solowerk verarbeitet.
Wer erwartet hat, dass das erste Soloalbum der Stimme von Yello ein elektronisches werden würde, der sieht sich bereits nach kurzer Zeit getäuscht. Dieter Meier hat sich für die Umsetzung seiner Songs überwiegend akustischer Instrumente wie Piano, Gitarren, Geigen, Drums oder auch Harfen bedient. Natürlich werden aber auch die guten alten Syntheziser mit in die jeweiligen Klangteppiche eingebunden, jedoch sehr reduziert.
Und so gibt es überwiegend ruhigere Klänge, bedächtige Titel und atmosphärische Soundlandschaften, die einen rauen und recht überschaubar abwechslungsreichen Gesang den Untergrund bilden. Dieter Meier konnte ja noch nie durch eine großartige Stimme als solches überzeugen, sondern strahlte die Faszination dadurch aus, dass er es vermochte, eine bestimmte Atmosphäre mit seiner vokalen Darbietung zu erschaffen. Boris Blank komponierte die passenden Sounds dazu und die Mixtur war für die damaligen Verhältnisse recht einmalig, so dass das Anderssein den Erfolg von Yello ausmachte. 
In der heutigen schnelllebigen Zeit ist diese Art der musikalischen Selbstverwirklichung sicherlich außergewöhnlich und schwer. Aber gleichwohl dürfte es noch genügend alte Yello-Fans geben, die sich dieses Album voller Hingabe und Huldigung an den Künstler Dieter Meier zulegen. Und manchmal lässt Meier auch noch die Faszination früherer Zeiten aufblitzen, aber leider nur sehr reduziert. "Out Of Chaos" ist ein Album, das man sich erarbeiten muss.

The Arkanes "W.A.R."

Sie kommen aus Großbritannien, sie spielen Rock und sie nennen sich The Arkanes. Die Band gründete sich im Jahr 2007 und nun liegt mit "W.A.R." das erste offizielle Album von The Arkanes vor. Die zwölf Songs vermischen die musikalischen Ausrichtung von Rock, Grunge und Alternative miteinander. Und so machen hier vier Liverpooler auf sich aufmerksam, die nicht in die Fußstapfen der Fab Four treten, sondern eher die Huldigung an eine Band wie Nirvana ausleben wollen. Und "W.A.R." klingt ebenso rockig und auch etwas bewusst schmutzig und dreckig.
Und auch die Optik des Covers ist in gezeichneter Form eines scheinbar schick gekleideten Geschäftsmannes mit Gasmaske eine Protest und provozierender Widerspruch in sich. Nichts ist wie es scheint.
„W.A.R.“ verbindet den Rock der 60er, 70er und 80er Jahre miteinander und reichert diesen mit experimentell verschrobenen Sounds aus dem Grunge an. Die Mischung ist speziell, wird aber sicherlich gerade in der neu aufkommenden Jugendrockszene Aufmerksamkeit erfahren. Und das nicht nur in Großbritannien.

Tina York "Typisch ich!"

Schlager der bekannten und sicheren Art - Tina York veröffentlicht ein neues Album, dass einen Überblick über die musikalische Karriere der Sängerin gibt. Und da die Sängerin bereits seit gut 40 Jahren im Musikbusiness unterwegs ist, reichte es dem Label nicht aus, lediglich eine CD zu veröffentlichen. Und so erscheint "Typisch ich!" als Doppel-CD. Es darf also ausgiebig im Viervierteltakt zu Disco-Fox Rhythmen getanzt werden. Deutsche Texte, leicht und liebesintensiv umgesetzt, bestimmen die Inhalte der Songs. Und so gibt es auf der ersten CD insgesamt 13 Titel aus den letzten Jahren. Die zweite CD geht dann zurück zu den musikalischen Anfängen von Tina York und präsentiert elf Songs aus den 70er Jahren sowie den abschließenden Titel "Ich bin da" aus dem Jahr 1981.
Eine nette Retrospektive aus zwei unterschiedlichen Schaffensperioden, die zeigt, dass Schlager schon immer zeitlos und oft halt auch nach einem sehr überschaubaren Muster produziert worden sind. Man muss es halt mögen...

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