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Kate Rhodes "Im Totengarten"

Die Voraussetzungen für einen guten Debütroman hätten an sich nicht besser sein können. Als Schauplatz wurde Englands Hauptstadt London gewählt. Ein anfänglicher Mord, der in ein bestimmtes Schema eines jedoch hinter Gitter sitzenden Pärchens passt, eine Polizei, die etwas ratlos ist und eine Psychologin, die von der Polizei um Hilfe gebeten wird.
Allerdings ist das Leben von Alice Quentin alles andere als normal - sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht. Und ohne sich darüber wirklich im klaren zu sein, gerät die Psychologin viel tiefer in die Angelegenheit, als es ihr lieb ist...
Das Buch ist leider nicht mehr als Durchschnitt. Der Schreibstil von Kate Rhodes ist anfänglich recht einladend, verflacht dann aber zusehends. Abgehakte Schilderungen, viele Szenarien und Abläufe, die wie heruntergerattert wirken und nur bedingt Atomphäre aufkommen lassen bestimmen "Im Totengarten". Es fällt somit schwer, eine Art Verbindung zur Hauptakteurin aufzubauen. Man verliert sich immer wieder in der abgehalten Hektik des Schreibstils und mit jeder neuen Seite geht ein Teil der Spannung und wird durch Langatmigkeit und inhaltliche Leere ersetzt.
Und auch, wenn die Psychologin immer wieder mit ihren eigenen Ängsten und ihrer eigenen Vergangenheit zu tun und zu kämpfen hat, so schafft Kate Rhodes es nicht, diese Handlungen auf kurzweiligem spannendem Niveau zu vermitteln. "Im Totengarten" geht leider im immer größer werdenden Meer der vielen Belletristik Veröffentlichungen der Gegenwart unter. Aber es ist ja erst einmal ein erster Roman gewesen. Vielleicht schafft die Autorin mit dem Nachfolgewerk ja einen Schritt in die richtige Richtung.

Inge Löhnig - Schuld währt ewig

Der vierte Fall für Kommissar Dühnfort ist etwas spezieller und für das Ermittlerteam und auch den Leser spannend und kniffliger, als es die vorherigen Fälle gewesen sind. Der Grund für den Täter, seine Opfer zu ermorden bzw. nachträglich zu bestrafen, scheint lange nicht ersichtlich. Erst im letzten Viertel des Buches lichtet sich das Meer der Ungereimtheiten und viele Puzzleteile greifen ineinander. Bis dahin nimmt Inge Löhnig des Leser auf eine sehr fesselnde Reise auf beruflicher und auch privater Ebene ihres Hauptakteurs mit.
Einmal mehr präsentiert die Autorin dem Leser viele Schauplätze und Handlungsstränge, die lange Zeit parallel verlaufen, sich aber letztlich doch zu einem großen Ganzen entwickeln. Dem Roman wohnt zu jeder Zeit eine angenehme Atmosphäre inne. Der Schreibstil ist kurzweilig und einfach zu lesen, jedoch nicht oberflächlich. 
Wie bereits die anderen Bücher von Inge Löhnig, so entwickelt auch "Schuld währt ewig" eine Eigendynamik, die den Leser bereits nach den ersten Seiten erfasst und ihn bis zum letzten Buchstaben nicht mehr loslässt.
Die Schilderungen der Ermittlungen im neuen Fall von Dühnfort und seinem Team werden immer wieder durch Ausflüge in den privaten Bereich der Polizisten unterbrochen und so bekommt man in diesem Buch erste Antworten auf Dinge, die sich unter anderem in puncto Zweisamkeit bereits zuvor andeuteten. Und plötzlich kommt innerhalb des Teams sogar ein Anflug von Eifersucht und Mißgunst auf, der letztlich aber positiv darin endet, dass ein Kollege dem anderen in buchstäblich letzter Sekunde das Leben retten kann.
Gut 430 Seiten beste Kriminalunterhaltung hält "Schuld währt ewig" für die Krimifans bereit. Und Inge Löhnig unterstreicht mit diesem Buch einmal mehr, dass ihr Kommissar Dühnfort zu einer der gegenwärtig erfolgreichsten Romanfiguren im Bereich der Belletristik zählt...und das zurecht!

Die drei ??? (158) und der Feuergeist

Manche Dinge kann man einfach schon im Vorfeld richtig einschätzen. So ist es auch mit der neuesten Folge der "Die drei ???" Serie gewesen. Die Buchvorlage zum neuen Hörspiel "Die drei ??? (158) und der Feuergeist" stammt aus der Feder des wohl erfolg- und einfallslosesten aktuellen Autoren der Serie, Marco Sonnleitner. Und wie bereits zu bei nahezu jeder vertonten Buchvorlage in der Vergangenheit, so ist auch dieses neue Hörspiel nur mit sehr viel Wohlwollen im unteren Mittelmaß der Serie  anzusiedeln.
Die Geschichte ist derart langweilig und inhaltlich leer, dass man sich hier mehr gezwungen durch die knapp 60 Minuten durchhören muss, als dass man diese genießen kann. Losgelöst davon, dass Abenteuer der drei Freunde, in denen es um Außerirdische geht, mehr als unglücklich sind, so wurde hier das Thema einmal mehr mit verarbeitet. Und doch geht es bei "Die drei ??? (158) und der Feuergeist" mehr um eine Oper, in der ein angeblich Außerirdischer mit zotteligem Fell gesichtet worden sein soll. Genaueres ist unbekannt.  Und so lassen sich Justus, Peter und Bob durch eine Mitarbeiterin der Oper, welche auch ihre Auftraggeberin ist, unter anderem während einer Vorstellung in die für Zuschauer normalerweise nicht zugänglichen Bereiche bringen, um dem vermeintlichen Rätsel auf den Grund zu gehen.
Die Auflösung des Falls, die mit den Ausführungen eines russischen Wissenschaftlers in Bezug auf Aliens zusammenhängt, zielt dann aber in eine etwas andere Richtung ab. Alles ist irgendwie etwas konfus, die Handlungsstränge und auch scheinbar den drei Detektiven bekannte Personen tauchen wie aus dem Nichts auf und verwirren den Hörer einfach nur. Und so verhält es sich einmal mehr mit der Vertonung einer Marco Sonnleitner Folge: sie verwirrt den Hörer und Fan der Serie einfach nur. Und dieses trotz der Tatsache, dass Musiken und Geräusche auf gewohnt ordentlichem Europa-Niveau sind. Wenn es Wünsche für das nächste Jahr in Bezug auf die Serie rund um die drei Detektive aus Rocky Beach zu formulieren gebe, dann wäre der häufigste wohl, dass sich alle Fans der Serie keine weiteren Bücher von Marco Sonnleitner wünschen.

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