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Avril Lavigne "Avril Lavigne"

Zwei Jahre nach ihrem letzten Album "Goodbye Lullaby" legt Avril Lavigne nun ihr fünftes Werk vor. Und da die Kanadierin zu den Songs dieses Albums eine ganz persönliche Nähe demonstrieren möchte, hat sie es schlichtweg einfach selbst betitelt "Avril Lavigne" genannt. 13 neue Titel, die sich ganz geschickt immer wieder musikalisch zwischen Rock und Pop bewegen, die inhaltlich an sich keinem weh tun, bei denen die Sängerin allerdings auch in diversen Songs nicht unabsichtlich immer wieder Wörter und Umschreibungen gebraucht, sodass das Album dann den heutzutage schon fast als Promotiontool geltenden Aufdruck "Parental Advisory Explicit Content" bekommen hat.
Es ist einmal mehr die spannende Mischung aus den Sounds und Avril Lavignes unverkennbaren Gesang, der die Kanadierin seit ihrem ersten Hit "Complicated" so einmalig macht. Man hört die ersten Sekunden eines Songs und weiß, dass es ein Avril Lavigne Song ist. Und nichts ist doch gerade in der heutigen Zeit so wirksam wie ein guter Wiedererkennungseffekt.
Die Songs auf "Avril Lavigne" sollen nicht die Welt verändern, sie sollen einfach zum Ausdruck bringen, dass Avril Lavigne noch immer voller Lebensfreude steckt, den Schalk im Nacken auch mit über 30 nicht verloren hat und auch hinter den unterschiedlichsten Facetten immer wieder sehr geniale Musik zum Vorschein kommt. Beste Beispiele auf "Avril Lavigne" sind Titel wie "Rock'n'Roll", dass explosiv balladeske Duett mit ihrem zweiten Ehemann, Nickelback Frontmann Chad Kroeger "Let Me Go", die Single-Auskopplung "Here's To Never Growing Up", die sich durch eine geniale Melodie auszeichnet, oder auch das dieses Album beendende belebend atmosphärische "Hush Hush".
Und so ist "Avril Lavigne" ein authentisches Album, denn die Kanadierin bleibt sich und ihrer Linie, die sie seit nunmehr über zehn Jahren eingeschlagen hat, treu und vergrößert immer wieder um ein angenehmes Maß ihr musikalisches Spektrum, ohne die eigenen Wurzeln dabei zu verkennen. Und seien wir doch mal ehrlich: Musik muss nicht immer gleich die Welt verändern. Vielmehr soll ein gutes Album die Welt jedes einzelnen für eine gute Stunde einfach ein Stück besser, unterhaltsamer und einfach schön machen. Und diese Aufgabe hat Avril Lavigne mit "Avril Lavigne" definitiv erfüllt.

Flo Mega schmeißt den "Mann über Bord"

Gleich bei den ersten Akkorden des aktuellen am 24.01.2014 erscheinenden Flo Mega Albums „Mann über Bord“ stellen sich die Ohren auf - Soulfood vom Feinsten. Obwohl es uncool ist, ohne Umschweife in Jubelgeschrei auszubrechen, Flo Mega lässt dem geneigten Hörer keine Wahl. Es ist einfach eine geile Platte - diese Klänge, diese Stimme, diese Art von herrlich humorvoll-subversiven deutschen Texten. Respekt! Wer nach dem fulminanten Debüt „Die wirklich wahren Dinge“ nicht nur eine Schippe drauflegt, sondern gleich ein ganzes Album voller krasser Soulklassiker vorlegt, die mitreißender und temporeicher nicht klingen können, dessen Können gebührt einfach Respekt. Mit „Mann über Bord“ hat Flo Mega den Soultrain erneut unter Volldampf gesetzt.

Der zweite Platz bei Raabs Bundesvision Song Contest und zahlreiche, sehr erfolgreiche Live-Shows zeigen, dass ein Künstler mit Authentizität auch heute, in Zeiten, in denen Scharen von Blendern Oberwasser haben, noch punkten kann. Auch beim Nachfolgealbum „Mann über Bord“ wartet Flo Mega nicht mit alt-abgedroschener Stangenware aus dem Soul und P-Funk-Archiv auf. Die Platte klingt erneut den berühmten Fingerschnipp anders. Dafür gibt es einen zusätzlichen Grund. „Ich habe exzessiv gelebt, zu exzessiv, habe viel gefeiert und gearbeitet, wie blöde“, bekennt Flo Mega freimütig, „da sind bei mir einige Sachen durcheinander geraten. Komplett. Erst hatte ich eine Schreibblockade, dann den totalen Burnout.“ Wie so oft im Leben ist es nicht schlimm hinzufallen, aber gleich darauf hat das Aufstehen zu erfolgen. Liegenbleiben ist nicht! So ist Flo Mega, zwar zunächst als Mann über Bord gegangen, doch hat er sich das Ruder zurück erobert. Folgerichtig trägt eins der Stücke auch den Titel „Hinter dem Burnout.“ In einer der wunderbaren Textzeilen heißt es: „Ich lasse endlich wieder Licht ins Zimmer (...)/hinter dem Burnout liegt das Paradies.“ Flo Mega besingt einen ganzen Song lang seine neu gewonnene Lebensfreude. Treffsicher im Text. Wuchtig und verdichtet in der musikalischen Aussage. „Ich habe den Burnout-Knoten nicht nur gelöst, ich bin gelöst und so habe ich auch geschrieben“, nimmt er den Faden wieder auf, „ich habe mich dabei von einem Spruch Pablo Picassos leiten lassen, der da sagte: ‚Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden – das ist das völlig Neue!’“ So ist Flo Mega in seiner Musik offen für jede neue Erkenntnis. Er sucht nicht mehr - er findet!

Flo Mega gestaltet auf dem Hintergrund des klassischen Soul oder Funk seinen ureigenen Klangkosmos. Auf seine Weise. Und in seiner Sprache. Auf Deutsch! Er nimmt sich die hängenden, aber pumpenden Beats des Funk sowie die martialischen, messerscharfen Bläserattacken des Soul und tüftelt daraus Lieder, deren Rhythmen das Herz unmittelbar hüpfen lassen. Deren impulsive stimmliche Kraft alle Winkel der Seele durchstreift. Flo Mega vertraut dabei nur auf sein Gefühl, auf das, was tief aus seiner Seele kommt. Er kommuniziert mit den Hörern von Seele zu Seele. „Soul II Soul“ heißt auch entsprechend ein Lied, in dem er genau diese Verbindung von Seelenverwandten reflektiert. „So kann ich am besten die Erfahrung vermitteln, dass jeder eine Chance auf einen Neubeginn hat“, gibt er zu Protokoll, „das Leben ist eben ein Geschenk und wer genau das anerkennt, der wird seinen ureigenen Weg des Neubeginns finden; denn das nächste Leben wartet vor der Tür.“ Dass es dazu Weggefährten braucht, zeigt Flo Mega ebenfalls auf „Mann über Bord.“ DJ Stylewarz, Samy Deluxe, oder Chakuza hat er zum Mittun aufgefordert. „Ich glaube nicht, dass viele Köche den Brei verderben“, lacht Flo Mega, „ist es nicht vielmehr toll gemeinsam zu kochen, die Zutaten, die die jeweils Einzelnen mitbringen zu einem Kessel voller Soulfood zu verarbeiten?“ Flo Megas Soulfood hat sich von den historischen Ketten der Memphis und Motown-Tradition befreit und den kreativen Blick weit in die Zukunft gerichtet. Und damit eine zeitgemäße Soulwelt erschaffen, welche die Welt wirklich braucht, weil sie bekannte Noten zwar hernimmt, hinter ihnen jedoch musikalische Räume öffnet, die so bisher nicht zu hören waren. Dazu haben die Gitarren ihre Riffkrallen scharf geschliffenen. Der Bass baut, tief brummend, gemeinsam mit dem eingeschmetterten Schlagzeug ein Rhythmusfundament - so stark, dass es den welthöchsten Soul-Wolkenkratzer tragen könnte. Aus jedem der Fenster funkelt das Bläsermetall.

Die Berliner Soul- und Funkband The Ruffcats erweist sich für Flo Megas Unternehmung als kongenialer Partner. Voller Experimentierlust, außergewöhnlich abgeklärt und ausgefuchst erschaffen sie einen ungeschliffenen Soundtrack für orientierungslose Seelen. Doch dass die Platte so grandios klingt, wie sie klingt, ist auch der fantastischen Arbeit des Produzenten Kraans de Lutin zu verdanken. Unermüdlich hat er sich in den Dienst dieser Produktion gestellt. Dabei hat er mit Flo Mega alle Höhen und Tiefen seines jeweiligen Seins durchschritten. „I'm A Soul Man“ sangen die Soul-Crooner Sam&Dave 1967 mit großem Erfolg. Würden die beiden es heute singen und den Bremer Musiker kennen, würden sie unzweifelhaft „He’s A Soul Man“ als Textzeile wählen. Damit wäre eindeutig klar gestellt, wer der wirklich wahre Soulmann im Lande ist: Flo Mega!

Nationalgalerie veröffentlicht "Alles"!

„Evelin – es reicht, wenn wir uns nur gut verstehen“. Vor genau 20 Jahren landete die Hamburger Band Nationalgalerie mit ihrem Song aus dem Album „Indiana“ einen Hit, dessen Hookline und Gitarrenriff noch heute nachhallen. Zunächst gar nicht als Single angedacht, landete der Ohrwurm schließlich nicht nur in den Playlists der Radiostationen, sondern auch in der Rotation auf MTV, damals noch aus UK gesteuert, bevor das Musikfernsehen in Deutschland Einzug hielt.

„Alles“, die Werkschau von Nationalgalerie, der wegweisenden Band von Niels Frevert (Gesang & Gitarre), Dinesh Ketelsen (Gitarre), Matthias Krieg (Bass) und Dirk Mueller (Schlagzeug), enthält in der streng limitierten Deluxe Edition erstmals die remasterten Alben „Heimatlos“ (1991), „Kein Wunder“ (1992), „Indiana“ (1993) und „Meskalin“ (1995) mit Songs wie „Zimmer eines Irren“, „Hallo“, „Rot“, „Evelin“, „Himmelhochjauchzend“, „Tränen in mein Herz“ und „Tütensuppe“ sowie 23 Bonustitel, darunter B-Seiten, Live-Material, Cover-Versionen, unveröffentlichte Songs und die exklusive CD „Live in Bloomington“, aufgenommen 1994 in den USA. Auf der Bonus-DVD „Von einem der Momente“ kommen alle Bandmitglieder sowie einige Wegbegleiter in neuen Interviews ausführlich zu Wort und lassen die Geschichte der Band Revue passieren – von der Gründung einer Schülerband im Hamburg der 80er-Jahre über den großen Erfolg in den 90ern, den Hit „Evelin“, den Auftritt bei Rock am Ring, den Meilenstein „Meskalin“ bis hin zur Auflösung der Band 1997.

„Alles“ erscheint am 24.01.2014 und ist ein Standardwerk für Freunde deutschsprachiger Rockmusik und solche, die wissen oder herausfinden möchten, dass Nationalgalerie mehr war als „Evelin“.

CD 1 - Heimatlos (1991)
1. Jim John & Jack
2. 90%
3. Vermisse dich sehr
4. Wasser & Wein
5. Sexland
6. Zimmer eines Irren
7. In meinem Kissen
8. Eine ungerade Zahl
9. Wenn du willst
10. Heimatlos
11. Zimmer eines Irren (live)

CD 2 - Kein Wunder (1992)
1. Hallo
2. Du bist ja noch schlimmer
3. Die Waffe
4. Herbstbeginn
5. Leicht entflammbar
6. Früher oder später
7. Party
8. Bring mich heim
9. Fallen in Liebe
10. Denkst du wirklich
11. Aus dieser Stadt
12. Rot
13. Arm in Arm
14. Herbstbeginn (Gesang & Streicher)
15. Hallo (live)
16. How it is (live)
17. Früher oder später (live)

CD 3 - Indiana (1993)
1. Bla bla bla
2. Oben auf'm Dach
3. Evelin
4. Ruhe vor dem Sturm
5. Himmelhochjauchzendzutodebetrübt
6. Wie aus dem Nichts
7. Halbschlaf
8. Allein zuhaus
9. Lustig und langweilig
10. Mittelpunkt des Körpers
11. Kann diese Stimme lügen
12. Vergiss es (Proberaumaufnahme)
13. Lustig und langweilig (live)
14. Halbschlaf (live)

CD 4 - Meskalin (1995)
1. Tränen in mein Herz
2. In Wien
3. Tütensuppe
4. Zombies hungrig
5. Alles
6. Star
7. Entmaterialisieren
8. Sperrangelweitoffen
9. Immer wieder sonntags
10. Hier und übermorgen
11. Bis ans andere Ende der Welt
12. Überbord
13. Tütensuppe Experience (Bombywatch Edit)
14. Sperrangelweitoffen (live)
15. Hier und übermorgen (Solo-Version)
16. Alles (Solo-Version)
17. In Vain

CD 5 - Live in Bloomington (1994)
1. Oben auf'm Dach
2. Evelin
3. Alles
4. Anywhere's Better Than Here
5. Früher oder später
6. In Wien
7. Immer wieder sonntags
8. Entmaterialisieren
9. Halbschlaf

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