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Anna-Maria Zimmermann "Sternstunden"

Was 2006 mit einer Teilnahme bei DSDS begann und zwischenzeitlich in einem Moderatorinnenjob hinter den Kulissen bei RTL zwischenlandete, gipfelt nun im musikalischen Schlagerbereich. Anna-Maria Zimmermann veröffentlicht mit "Sternstunden" ein neues Album und bedient damit die Schlage, Party und Viervierteltaktszene uneingeschränkt. In Zeiten, in denen Helene Fischer und Andrea Berg eine Auszeichnung nach der anderen einheimsen, schlägt die 25 jährige Nachwuchskünstlerin ist eben diese Kerbe. Die Sounds auf "Sternstunden" sind einfach gestrickt und legen ihr Hauptaugenmerk auf die Discofox-Tanzbarkeit. Inhaltlich sind die Texte sehr oberflächlich, bedienen jedwede Klientel der Schlagerwelt und bleiben somit hinsichtlich ihrer Refrains einfach im Kopf. Mitsingen Marke Sicherheitsstempel.
Gesanglich ist Anna-Maria Zimmermann auf "Sternstunden" durchaus hörenswert. Allerdings macht das Album einen deutlich überproduzierten Eindruck. Die Stimme geht etwas in den wuchtigen Schlager-/Dancesounds unter und kann so keine Eigenständigkeit entwickeln. "Sternstunden" liefert 13 Songs, die man auf jeder Party bedenkenlos durchlaufen und mit denen man die Tanzflächen füllen kann. Wer allerdings emotionale Tiefe und Persönlichkeit nebst Gefühlen erwartet, der wird bei diesem Album schnell merken, dass Anna-Maria Zimmermann mit "Sternstunden" lediglich an den Oberflächen kratzt. Das Vordringen in die Tiefe gelingt der Schlagersängerin leider nicht. Und so kommt "Sternstunden" nicht über den Status eines durchschnittlichen Schlageralbums hinaus. Wenig innovativ, Hauptsache bumbum und inhaltlich klischeehaft. Für den Musikantenstadl wird es sicherlich reichen. Aber um sich einen vorderen Platz in diesem Genre zu erobern, müssen die Attribute Kreativität, Frische und Innovativität deutlich mehr ausgebaut werden. Aber Anna-Maria Zimmermann ist ja noch jung.

.com/kill ".com/kill"

Wenn zwei eine Reise machen...So oder so ähnlich ist die Geschichte des Projektes .com/kill zu deuten. Adrian Hates und Gaun:A machen eie Pause mit ihrem Hauptprojekt Diary Of Dreams und leben sich in einem neuen Projekt auf neue Produktionsweise aus. .com/kill klingt allerdings wie ein Klon von Diary Of Dreams. Der erste Output des Duos trägt keinen wirklichen Namen, sondern darf als selbstbetitelt bewertet werden. ".com/kill" ist ebenso dunkel und düster, elektronisch verwoben und mit schrägen und dadurch energetisch wirkenden Melodienbögen versehen, wie es die Diary Of Dreams Alben sind.
Man kann keine Grenze ziehen und von daher ist es nahezu unmöglich, dem Projekt eine Eigenständigkeit zuzusprechen. Zu groß ist der Schatten des Hauptprojektes, zu gewaltig die Schwingen, mit denen sich Diary Of Dreams über .com/kill legt und das Projekt nicht mehr aus dem eigenen Klauen entlässt.
Der Output auf der CD ist mit neun Titel dann auch recht überschaubar. Und inwieweit man im Jahr 2013 die Fans noch mit einem Bonusvideo auf einer CD begeistern kann, mag ebenfalls zu hinterfragen sein. Gesanglich lässt Adrian Hates nichts an Flexibilität missen. Dunkel und bedächtig, frosch und aggressiv, in deutsch und englisch binden sich die Vokals in die größtenteils schweren Sounds ein, werden des Öfteren auch von diesen bewusst unterdrückt.
So ist ".com/kill" ein Album, dass jeden Diary Of Dreams Fan begeistern dürfte, das allerdings eine Eigenständigkeit, einen Kontrast zum übermächtigen Hauptprojekt von Adrian Hates und Gaun:A deutlich vermissen lässt.

Pohlmann "Nix ohne Grund"

Pohlmann kommt aus Westfalen. Und das hört man auch auf seinem ersten Album. Pohlmann ist entspannt, normal und beleuchtet das Leben westfälisch nüchtern mit einer gewissen Prise Süffisanz und Leichtigkeit. "Nix ohne Grund" ist das mittlerweile dritte Werk von Pohlmann und nach dem Ende seiner alten Plattenfirma EMI hat der Künstler nun bei Sony Music, genauer gesagt bei Four Music eine neue Labelheimat gefunden.
Die Songs sind eine Mischung aus Pop, Elektro und Akustik und klingen über das gesamte Album hinweg voll und ungezwungen beschwingend. Ob es tanzbare Titel oder ob es Balladen sind. Die geschickte Anordnung und das Wechselspiel von Musik und Gesang lassen jeden der elf Titel auf "Nix ohne Grund" zu einer stimmungsgeladenen Reise durch die erschreckend spannende Art und Weise der Lebensgewohnheiten und -erfahrungen werden. Songs wie "Fenster zur Welt", "Atmen", Unterwegs" oder auch "Stark für dich" haben enormes Potential und beleuchten das Leben auf eine wunderbar nahe Weise, die den Hörer unmittelbar gefangen nimmt.
Und auch wenn man Pohlmann mit seinem mittlerweile 41 Jahren nicht mehr zu den hoffnungsvollen deutschen Nachwuchskünstlern zählen kann, so steht eines jedoch unumstoßbar fest: Pohlmann verkörpert den neuen deutschen Pop der Gegenwart. Und außerdem ist man ohnehin stets nur zu alt wie man sich fühlt.

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