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Revolverheld "Immer in Bewegung"

Zu Revolverheld muss man nicht mehr viel sagen. Seit einem guten Jahrzehnt gehören die Hamburger zur Spitze der deutschen kommerziellen Rockmusik. Deutschsprachige Texte, akustische Untermalungen ihrer Songs und das Gespür für die richtigen Melodien zeichnen die Songs der Band aus. So auch auf ihrem neuen, mittlerweile vierten Album "Immer in Bewegung".
Doch der Titel des Albums drückt nicht nur die Denkweise der Band aus, sondern steht auch synonym für die stete Weiterentwicklung, die Revolverheld im Laufe der vergangenen zehn Jahre genommen hat. Man ist sich und seinen Wurzeln treu geblieben und hat sich dennoch immer weiter entwickelt. Sicherlich ist gerade diese Art von Entwicklung auch dem zunehmend reiferen Alter der Bandmitglieder geschuldet. Aber das tut Revolverheld gut und ihre Musik beginnt, weg von den Hymnen der vergangenen Tage, mehr und mehr an Tiefe zu gewinnen.
Songs wie "Das kann uns keiner nehmen", die wunderschöne Ballade "Ich lass für dich das Licht an" oder auch das leichte und irgendwie verträumte "Sommer in Schweden" erinnert irgendwie an die großen deutschspachigen Bands wie zum Beispiel BAP. Und das ist ein Kompliment der Extraklasse. Revolverheld legen die Schwerpunkte um. Weg vom schießwütigen Revolver hin zum durchdachten und tiefgründigen ruhig und durchdachten Held. Ein schöner Schritt in die richtige Richtung mit einem schönen runden Abum im Gepäck. 

Jessie J "Alive"

Eine weitere Neuentdeckung aus England: Jessie J. Auch wenn diese Umschreibung an sich schon veraltet ist, so charakterisiert sie die musikalische Laufbahn der jungen Sängerin, die sich irgendwo zwischen Miley Cyrus und Pink bewegt, sehr gut. Wie Phönix aus der Asche startete Jessie J 2011 durch und stürmte mit Songs wie "Price Tag" oder auch "Do It Like A Dude" an die Spitze der UK Charts. Das dann folgende erste Album "Who You Are" vereinte diverse Stilrichtungen und demonstrierte so die Vielschichtigkeit von Jessie J. Etwas Pop, etwas Rap und ein bisschen Funk und Soul. Sehr breit aufgestellt und glatt und voller Energie produziert. 
Und dem Erfolg des Erstlingswerkes wird Jessie J sicherlich auch mit ihrem neuen Album "Alive" gerecht. Auch hier demonstriert die Sängerin ihre vielen Facetten und ihre Wandelbarkeit auf interessante und beschwingende Weise. Seien es die Soul-Ansätze bei "Square One", die Dancefloor-Affinitäten wie bei "It's My Party" oder "Sexy Lady", Jessie J scheint irgendwie alles darbieten zu können. Und das deutet meist auf eine große Karriere hin. Bei Pink fing der musikalische Werdegang ebenso an. Man darf sich also noch viel neues qualitativ hochwertiges Musikgut von Jessie J freuen. Dieses Album bereit jedenfalls den Weg dazu so richtig gut! Ein tolles Stück Pop-Musik!

Architect "Mine"

Daniel Myer hat verschiedene Gesichter. Gerade noch war er bei Covenant an den Reglern und hauchte den Schweden mit seinen Ideen neues musikalisches Leben ein, stieg dann aber nach gerade einmal einem Album wieder bei den Schweden aus und widmete sich den eigenen musikalischen Umsetzungen. Sein amientes Projekt Architect wurde reanimiert und nun liegt mit "Mine" das mittlerweile sechstes Album seit der Gründung 1998 vor.
"Mine" ist sehr sphärisch und setzt viel auf unterschwellige Elemente. Daniel Myer hat für die Umsetzung dieses Albums mit diversen international bekannten Künstlern und Produzenten zusammengewirkt und das verleiht dem Werk eine sehr große Interpretationsreichweite. Unter anderem wirkten Filmkomponist Ben Lukas Boysen (Hecq), der Produzent und Remixer Paul Kendall (Depeche Mode, Nine Inch Nails), Dejan Samardzic (DSX) sowie Musiker und Sounddesigner Comaduster bei der Umsetzung mit. Gesanglich wird Myer vond er ungarischen Sängerin Emese Arvai-Illes begleitet und diese verleiht den entsprechenden Titeln mit ihrer zarten, aber warmen und emotionalen Stimme eine atmosphärische Tiefe, die verzaubert.
Und so ist "Mine" eine musikalische Besinnungsreise in die tiefen der eigenen Seelen, die Daniel Myer sehr ungezwungen und  immer wieder in einer Mischung aus experimentellen und Trance Ansätzen auslebt. Ein interessantes Album, das man sich erarbeiten muss.

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