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Paul Temple - Wer ist Rex?

Die Originalverfilmung des Films "Paul Temple - Wer ist Rex?" stammt aus dem Jahr 1945 und dieser Fall ist der zweite, den Paul Temple, der bekannte Schriftsteller und Hobbydetektiv, zusammen mit Steve, die mittlerweile seine Frau geworden ist, lösen muss. Dieses Mal geht es um diverse mysteriöse Frauenmorde, der erste geschieht in einem Zug an einer jungen Frau. Einem weiteren Mord wohnen Paul und Steve Temple sogar aktiv bei, denn beim Besuch eines Nachtclubs bricht plötzlich eine berühmte Sängerin mitten in ihrem Auftritt zusammen und ist tot. Diese Sängerin wollte der Polizei den Hinweis auf einen gewissen "Rex" geben, der hinter dem Mord im Zug stecken soll. Denn an der Fensterscheibe des Zugabteils, in welchem die junge Frau tot aufgefunden wurde, stand in Großbuchstaben das Wort "REX" geschrieben.
Nachdem Paul Temple - nicht zuletzt aufgrund der Geschehnisse im Nachtclub, die er zusammen mit seiner Frau live miterleben musste - die Ermittlungen aufnimmt, geraten schnell eine unbekannte und in grau gekleidete Dame sowie ein mysteriöser Psychiater und dessen Sprechstundenhilfe in den Mittelpunkt der Ermittlungen des Hobbydetektivs. Immer wieder gibt es neue Wendungen und es tauchen, in guter alter Francis Durbridge Manier, stets neue Personen auf, die sich merkwürdig verhalten und den Fall über seine gesamten knapp 90 Minuten hinweg stets auf hohem spannenden Niveau halten. Und am Ende enttarnt Paul Temple den wahren Rex im Rahmen der vom Autoren Francis Durbridge so geliebten und zum Ende seiner Romane immer wieder in Szene gesetzten großen Runde.
Dieser Film fasziniert zwar nicht durch die Bildqualität der Restauration, denn dazu war das nachzubearbeitende Originalmaterial wohl einfach zu schlecht. Vielmehr sind es die Kameraperspektiven und die Vielschichtigkeit der Handlung. Erstmals ist hier John Bentley als Paul Temple zu sehen und dieser verkörpert den Charakter auf hervorragende Weise und sollte dies im Nachgang dann auch noch bei weiteren Verfilmungen der Reihe tun. Er haucht der Figur diese wunderbare und vom Autoren beabsichtigte Mischung aus Charmeur und taktischem Denker ein und man kann es beim Zusehen förmlich greifen, dass John Bentley diese Rolle wahrlich adaptiert hat und sie lebt. Selbiges gilt für Dinah Sheridan, die bei "Wer ist Rex?" als Paul Temples Ehefrau Steve zu sehen ist.
Die Dialoge mussten aufgrund der nicht vorhandenen deutschen Tonspur für die Originalverfilmung neu übersetzt und synchronisiert werden. Selbiges gilt natürlich auch für die atmosphärischen Geräuschuntermalungen. Beides ist gut gelungen, einzig in manchen Szenen hat man darauf verzichtet, die Nebengeräusche mit aufzunehmen und umzusetzen. So zum Beispiel, als Paul und Steve Temple im Speisesaal eines Hotels ihr Essen zu sich nehmen wollen. Die ebenfalls dort befindlichen Personen sind bei der Neuvertonung komplett stumm gehalten. Das sind aber nur Feinheiten, die die Tatsache, dass man seitens Pidax und Renown Pictures diese für alle Francis Durbridge Fans grandiose Verfilmung endlich für den deutschen Markt zugänglich gemacht hat, nicht wirklich beeinträchtigen.
Der Ton ist solide in Dolby Digital 2.0 aufgenommen und stets mit einem leichten Grundrauschen versehen worden, damit auch bei den aktuell aufgenommenen Untermalungen und Dialogen stets das Flair der Zeit der Originalaufnahme aufkommt. Und dieses Ziel hat man seitens des Produktionsteams wunderbar erreicht.
Als Bonusmaterial gibt es neben dem letzten Teil des Interviews mit Nicholas Durbridge, dem jüngsten Sohn von Francis Durbridge dann noch Trailer zu den weiteren Paul Temple Filmen von Pidax sowie einen Ausschnitt aus der TV Serie "Ich trage einen großen Namen", bei der Nicholas Durbridge im Jahr 2010 zu Gast war.
Im Booklet gibt es darüber hinaus noch die unveröffentlichte Kurzgeschichte "Paul Temple und der Langfinger", sowie jede Menge Angaben zu den Sprechern und allen anderen Beteiligten am Film und ein interessantes Vorwort mit vielen weiteren Informationen rund um die Paul Temple Serie vom diesbezüglichen Fachmann, Dr. Georg Pagitz. Alles in allem also eine wunderbare Veröffentlichung eines alten Klassikers, die nicht nur die Paul Temple Fans, sondern alle Freunde nostalgisch anspruchsvoller Krimiunterhaltung begeistern dürfte.

Letzte Änderung amSamstag, 14 April 2018 14:57
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