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Klaus-Peter Wolf – Ostfriesenkiller

Im an sich ruhigen und unaufgeregten Ostfriesland kommt es zu diversen brutalen Morden. Die Zusammenhänge der Morde bleiben anfangs für die ermittelnden Polizisten um Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen, die von Christiane Paul gespielt wird, im Dunkeln. Doch irgendwie scheint ein Verein, der sich vorrangig um das wohl behinderter Personen zu kümmern scheint, in den Mittelpunkt des Interesses. Denn diverse Patienten, die in diesem Heim bzw. von deren Mitarbeitern betreut werden, sind sehr wohlhabend.
Gemeinsam mit ihren beiden Kollegen Frank Weller, gespielt von Christian Erdmann und Rupert, von Barnaby Metschurat sehr cool in Szene gesetzt nimmt die Hauptkommissarin die Ermittlungen auf und hat dabei oftmals das Problem, einen klaren Kopf zu behalten, da sie selbst auf privater Ebene einschneidende Probleme hat. Im Laufe der ergeben sich immer neue Anhaltspunkte und Verquickungen zwischen bestimmten Personen und den Mitarbeitern des Regenbogenvereins, die allmählich ein stets klarer werdendes Bild ergeben und letztlich die psychisch labile und behinderte junge Frau in den Mittelpunkt des Interesses der Hauptkommissarin rücken.
„Ostfriesenkiller“ ist die erste Verfilmung zu einem Serienauftakt rund um die Romane von Klaus-Peter Wolf. Mit vielen tollen und auch düsteren Bildern versteht der Regisseur Sven Bohse es hier sehr gut beklemmende Atmosphären zu erzeugen und Stimmungen durch geschickte Kameraeinstellungen noch zu manipulieren, um emotionale Empfindungen des Zuschauers unterschwellig zu steuern.
Der Film nimmt schnell Fahrt auf, verschiebt dann aber unnötig die Schwerpunkte. Denn nicht lange nach dem ersten Mord gerät plötzlich das zerrüttete Privatleben von Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen in den Fokus. Das lenkt anfangs etwas vom Geschehen ab und führt auch dazu, dass die Spannung nur bedingt aufrecht erhalten wird. Im weiteren Verlauf des Films werden viele Begebenheiten gezeigt, es tauchen viele Personen auf, die in den jeweiligen Szenen vermutliche Bedeutung für das weitere Geschehen haben könnten, dann aber erklärungslos wieder verschwinden und mit dem weiteren Verlauf des Films und des Falls als solches nichts mehr zu tun haben. Das verwirrt den Zuschauer an manchen Stellen etwas und kostet zudem Spannung, da man sich beim Zuschauen nach dem Sinn und Zweck dieser Personen fragt, um irgendwie ihre Bedeutungslosigkeit zu erkennen.
Christiane Paul verkörpert die Rolle der Hauptfigur, Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen, ganz ordentlich, wirkt manchmal allerdings ein wenig zu steif. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie wohl nicht nur das Problem ihrer zerrütteten Ehe, sondern noch weitere psychische Probleme in sich tragen dürfte. Die anderen Charaktere sind in ihren Rollen besser und wirken spezieller und dadurch nimmt man sie als Zuschauer besser an. Aber sicherlich wird Christiane Paul im Laufe der weiteren Verfilmungen noch tiefer in ihre Rolle und die Figur der Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen hineinwachsen.
Die Bilder der Blu-ray sind klar und mit einem sehr schönen Kontrastverhältnis versehen. Der Ton ist klar und räumlich ansprechend. Es gibt keine Tonschwankungen und so sind die technischen Voraussetzungen für eine gute Krimiunterhaltung uneingeschränkt gegeben. Wenngleich der Film als solches diese Qualität nicht komplett umsetzen kann. Es bleibt ein ordentlicher Auftakt, bei dem nicht nur die Schönheit der Landschaft rund um die ostfriesische Stadt Norden, sondern auch die Besonderheit der Einwohner und des gesamten Landstrichs sehr gut vermittelt werden.
Leider enthält die normale Blu-ray Edition von „Ostfriesenkiller“ bis auf einen überflüssigen, kurzen Filmtrailer kein weiteres Bonusmaterial. Das ist – gerade auch vor dem Hintergrund, dass es sich hier um den Auftaktfilm der Reihe um Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen handelt – wirklich enttäuschend. Aber wer Wert auf Bonusmaterial legt, der muss sich dann die „Ostfriesenkiller (Killer Edition)“ zulegen.

Letzte Änderung amSamstag, 14 April 2018 14:42
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