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Jon Brewer - Beside Bowie

Eigentlich wollte Mick Ronson als Kind Cellospieler werden, doch dann faszinierte ihn die Gitarre und er wurde zu einem der besten und vor allem gefragtesten Gitarristen der 1960er und 1970er Jahre.
Neben seinen Intermezzos bei diversen kleineren Bands wie The Mariners, The Rats, The Crestas oder auch The Voice in den 1960er Jahren, gelang im der wahre Durchbruch in den 1970er Jahren, denn 1970 bekam Mick Ronson das Angebot, in der Band von David Bowie, die den Namen The Hype tragen sollte, zu spielen. Und dieses Arrangement machte Mick Ronson zu der Ikone, die er in Gitarristenkreisen heute, 25 Jahre nach seinem Tod, noch immer ist.
Mick Ronsons Gitarre machte die Bowie Aufnahmen unverkennbar und Bowies persönlicher, musikalischer Stempel trug eigentlich das Siegel von Mick Ronsons Gitarrenspiel.
Nachdem das Intermezzo mit Bowie beendet war, versuchte sich der Brite als Solokünstler. Der Erfolg war allerdings mäßig und so wandte sich Mick Ronson der Produktion von Songs und Alben anderer Bands zu, war als Musiker und Songwriter für diverse Künstler aktiv.
Im Jahr 1992 spielte Mick Ronson dann noch einmal zusammen mit David Bowie anlässlich des Freddie Mercury Tribute Konzerts und parallel dazu begann er mit den Aufnahmen zu seinem dritten Soloalbum. Dieses Album beendete er allerdings nicht mehr, da er zuvor imJahr 1993 an Leberkrebs gestorben ist.
Mit der nun erscheinenden Dokumentation „Beside Bowie“ hat Regisseur Jon Brewer einen knapp 100 minütigen Film über das Leben, den Charakter, den Musiker und Menschen Mick Ronson zusammengestellt. Der Regisseur erhielt als Erster überhaupt den Zugang zum Filmmaterial aus dem Leben der Musikers.
Wenngleich der Film sich im Schwerpunkt mit der Zusammenarbeit von Mick Ronson und David Bowie befasst, so zeichnet er dennoch ein seh interessantes Bild über den Mann, der die erfolgreichste Zeit Bowies durch sein außergewöhnliches Gitarrenspiel maßgeblich beeinflusst und vielleicht damit sogar erst möglich machte.
Im Film kommen viele Zeitgenossen und Begleiter von David Bowie und Mick Ronson sowie er selbst zu Wort und beschreiben rückblickend eine Zeit, wie es sie in künstlerischer Sicht vielleicht nie wieder geben wird.
Und durch Interviews mit unter anderem Bob Harris, Ian Hunter, David Bowie, Lou Reed, Joe Elliot, Rick Wakeman oder auch Mary Finnegan zeichnet „Beside Bowie“ den Charakter des Gitarristen und die Besonderheit seiner musikalischen Entwicklung ebenso huldigend nach, wie er anerkennend die außergewöhnlich kreative Zeit der Zusammenarbeit mit David Bowie - damals als Ziggy Stardust unterwegs - reflektiert.
Neben dem Hauptfilm beinhaltet die Blu-ray dann als Bonus noch diverse weitere Interviewsequenzen, die es letztlich nicht in den Film geschafft haben, aber nicht minder interessant zu verfolgen sind.
Die Bildqualität der neuen Interviews ist hervorragend. Die Farben sind klar und der Kontrast ist sehr angenehm. Hier hat Jon Brewer auch gute Hintergründe ausgewählt, um die richtige Stimmung für die Interviews zu schaffen. Und auch die alten Archiv-Aufnahmen sind von ordentlicher Qualität. Der Ton liegt wahlweise in Dolby Digital oder auch Stereo 2.0 vor.
Und so ist „Beside Bowie“ eine sehr interessante Dokumentation über einen seine Zeit prägenden und immer vornehm im Hintergrund agierenden Gitarristen.

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