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The Missing - Die komplette zweite Staffel

Nachdem bereits die erste Staffel der Krimiserie "The Missing" auf eine faszinierende Weise begeisterte, steht auch die zweite Staffel ihrer Vorgängerin in nichts nach. Dieses Mal dreht sich alles um verschwundene Mädchen. Und wieder ist es den Machern, den Brüdern Harry und Jack Williams, gelungen, eine erschreckende Szenerie zu kreieren, die aus mehreren wirklich an die Nerven gehenden Handlungssträngen besteht und nicht nur den ermittelnden Personen dieser zweiten Staffel, sondern auch vom Zuschauer alles abverlangt.
Alles beginnt mit dem Verschwinden eines britischen Mädchens, das mit ihren Eltern, die beide beim britischen Militär in Deutschland stationiert sind. Nachdem die Eltern ihr Kind schon aufgegeben zu haben schienen, kehrt ein Mädchen plötzlich wieder zurück und alle nehmen an, dass es sich um eben die verschwundene Tochter der Briten handelt. Doch schon bald kommen der Mutter Zweifel, die ihre damals verschwundene Tochter nicht wirklich in der nun nach elf Jahren zurückgekehrten Person wiederfinden kann.
Doch das ist nur der Anfang, denn dann überschlagenen sich die Ereignisse und "The Missing - Staffel 2" nimmt sofort richtig Fahrt auf und nimmt den Zuschauer mit auf eine grausame, kranke Geschichte, die sich in Deutschland, Frankreich und Syrien abspielt und die ganz tief in die militärischen Geheimnisse und Verhaltensweisen der 2001 im Irak stationierten britischen Armee eintaucht und letztlich dort den Ursprung für das Geschehen setzt.
Im Rahmen dieser Besprechung weiter auf den Inhalt der drei DVDs, auf denen sich die acht Folgen der zweiten "The Missing" Staffel befinden, einzugehen, würde dazu führen, die Handlung in nicht unwesentlichen Teilen auflösen zu müssen. Daher wird darauf verzichtet, denn diese zweite Staffel der Serie muss man unvoreingenommen und ohne weitere Vorkenntnisse auf sich wirken lassen. Man ist als Zuschauer ohnehin schon nach wenigen Minuten derart süchtig nach dem weiteren Geschehen, dass man die Folgen nahezu nahtlos anschauen will bzw. muss.
Wie schon bei der ersten Staffel, so spielt auch bei dieser zweiten Staffel der Serie der französische Ermittler Julien Baptiste eine Hauptrolle. Denn er ermittelte vor langer Zeit in Frankreich wegen eines verschwundenen Mädchens und musste im Rahmen seiner damaligen Ermittlungen miterleben, wie sich die Mutter des Mädchens aus Verzweiflung in den Tod stürzte. Und seit diesem Zeitpunkt hat er sich und dem Vater geschworen, den Fall um das Verschwinden des Mädchens aufzuklären.
Als das britische Mädchen dann 2014 wieder auftaucht, kommt der alte Fall auch bei Julien Baptiste, der erneut hervorragend von Tchéky Karyo gespielt wird, erneut wieder ins Bewusstsein und er nimmt seine Ermittlungen - nun bereits im Rentenalter - wieder auf.
Die Macher der Serie setzen die vielen emotionalen Berg- und Talfahrten der Familie, die Opfer einer Kindesentführung geworden ist, sehr emotional und tiefgründig um. Sie beschreiben die Zerrissenheit, die Hoffnung, die Vorwürfe und die Selbstzerstörung der einzelnen Familienmitglieder auf eine sehr intensive und vor allem realistische Art.
Und auch das Geschehen um die britische Militärbasis in Deutschland wird sehr gut dargestellt. Die Besonderheiten und die Verhaltensweisen und Schicksale der einzelnen Beteiligten werden durch immer wieder eingebundene Zeitsprünge eindrucksvoll vermittelt. Und so sieht der Zuschauer dann schon bestimmte Ergebnisse im Hier und Jetzt und erfährt dann durch die Rückblendungen, die sich im Jahr 2014, 2003 und auch 2001 abspielen, den Weg und die Entwicklung bis hin zur späteren Auflösung des Falls, die viel Positives, aber auch einen Wermutstropfen beinhaltet. Und so hat "The Missing - Staffel 2" einfach alles, was ein Krimi, ein Thriller und eine geniale Serie braucht, um einen uneingeschränkten Suchtfaktor zu entwickeln.
Tolle Schauspieler, teilweise erschreckend faszinierende Schauplätze und Kameraeinstellungen und ein Plot, der beklemmend, erschreckend und begeisternd zugleich ist, lassen "The Missing - Staffel 2" zu der vielleicht besten Krimi-Serie des Jahres 2017 werden.
Die Bildqualität ist hervorragend und besitzen eine kontrastreiche Farbtiefe. Der Ton, der wahlweise in englischer und deutscher Sprache mit entsprechenden Untertiteln verfügbar ist, kann in Dolby Digital 5.1 abgerufen werden. Aber auch auf dem normalen Fernseher klingt der Ton gut ausgesteuert und räumlich. Und so ist alles angerichtet, was man braucht, um sich über gut 470 Minuten hinweg genialer und spannender Krimi-Unterhaltung hinzugeben.

Letzte Änderung amSamstag, 14 April 2018 14:35
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