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The Missing - Staffel 1

Mit der ersten Staffel der britischen Serie "The Missing" erscheint ein Film, der sich nicht nur über insgesamt acht Episoden hinweg entwickelt und letztlich auch aufklärt, sondern der den Zuschauer von der ersten Sekunde an packt und ihn in vielerlei Hinsicht nicht mehr loslässt. "The Missing" beinhaltet die Vielschichtigkeit der Gefühlswelt eines Elternpaares, nachdem auf scheinbar unmögliche Weise ihr fünfjähriger Sohn während eines Frankreichurlaubs plötzlich verschwunden ist. Es beginnt die schlimmste Zeit der Eltern und Tony und Emily Hughes beginnen unverzüglich -anfänglich zusammen mit der Polizei - nach der Suche ihres verschwundenen Kindes. Immer getragen von der Hoffnung, ihren Sohn Oliver lebend zu finden.
Der Reiz und die Grausamkeit der Verfilmung liegen darin, dass man seitens der Produzenten stets zwischen verschiedenen Zeitepochen wechselt. Es gibt Sequenzen, die spielen im Jahr 2006, als die Entführung während der Fußball-WM in Deutschland geschah, dann gibt es Teile, die spielen in der Gegenwart und dann wiederum sind die Folgen der ersten Staffel auch noch um Ausschnitte aus dem Jahr 2009 ergänzt. Ohne Einführungen oder Vorworte wird der Zuschauer stets direkt in die jeweiligen Zeiten versetzt, sieht sich den dargebotenen Umständen und Begebenheiten ausgesetzt und kann sich anhand der jeweiligen Szenen selbst zusammenreimen, was in der Zwischenzeit scheinbar passiert ist. Und letztlich sich sich die Puzzleteile dann in allen gezeigten Zeiträumen zu einem Gesamtbild zusammen.
Spannend, kurzweilig und bösartig erschreckend spinnt sich so eine Geschichte rund um Kindesentführung, Pädophile, Korruption, Bandenkriminalität und die Hoffnungslosigkeit in der sich letztlich auch Beziehungen verlieren und auch finden.
Der Vater des Kindes, Tony Hughes, wird mit seiner Nachgiebigkeit und Verbissenheit unglaublich genial von James Nesbitt gespielt. Er glaubt immer daran, seinen Sohn lebend zu finden, greift nach jedem noch so kleinen Strohhalm und macht viele Jahre nach dem Verschwinden plötzlich auf einem Foto eine Entdeckung, die dazu führt, dass neben ihm und der Mutter des Kindes auch der mittlerweile pensionierte polizeiliche Ermittler Julien Baptiste, ebenfalls unglaublich gut von Tcheky Karyo in Szene gesetzt, teilweise entgegen öffentlicher Vorgaben, die Suche nach dem Kind wieder aufnimmt.
In wunderbaren Bildern werden nicht nur die Stimmungen der verschiedenen Jahre und die unterschiedlichen Schauplätze des Geschehens eingefangen, sondern auch die Gesichter und Minen der Darsteller. Es liegt nicht nur eine dauerhaft spannende Atmosphäre über dem gesamten Geschehen. Vielmehr wird den Emotionen aller Beteiligten, egal welche Motivation sie zu bestimmten Handlungen treibt, ein beeindruckender Raum der Wirkung gegeben.
Die Bilder der acht Episoden sind klar und gestochen scharf. Sie fangen mit sehr schönen Kontrasten die Szenerien ein und vermitteln mit ihrer Tiefe, die Besonderheiten und teilweise auch bedrohlichen Eindrücke der unterschiedlichen Schauplätze. Der Ton liegt in einem sehr ausgewogenen und hervorragend klingenden Dolby Surround 5.1 Sound vor. Einzig das Bonusmaterial ist sehr nicht der Rede wert. Hier wären Blicke hinter die Kulissen, Interviews mit Darstellern, Regisseuren und anderen wünschenswert gewesen, denn gerade bei diesem hoch sensiblen Thema der Kindesentführung gebe es sicherlich die unterschiedlichsten Meinungen und Gefühle bei den Darstellern, die man als Zuschauer gerne erfahren hätte. Aber auch ohne wirkliches Bonusmaterial ist diese erste "The Missing" Staffel fesselnde Krimi-Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau!

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