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Jean-Michel Jarre - Equinoxe Infinity

Kurz nachdem der begnadete Soundtüftler Jean-Michel Jarre mit "Planet Jarre" einen Rückblick auf seine mittlerweile über ein halbes Jahrhundert andauernde Karriere geworfen und veröffentlicht hat, legt er mit "Equinoxe Infinity" nun schon ein komplett neues Album vor. Und diese Veröffentlichung dürfte die Fans des Franzosen mit Leidenschaft und Hingabe genießen, warten sie doch schon seit langer Zeit Zeit darauf, dass Jean-Michel Jarre sein Album "Equinoxe" aus dem Jahr 1978 endlich mit einer Fortsetzung ergänzt. Und auf den Tag genau 40 Jahre später ist es nun soweit und Jean-Michel Jarre lädt seine Fans und alle Freunde der synthetischen Musik mit auf seine neueste Reise ein.
Das Album besteht aus zehn Tracks, die der Franzose als "Movements" bezeichnet. Und so widmet sich der Künstler auf "Equinoxe Infinity" nun wieder seinen Watchern, die er nicht nur in schier unzähliger Zahl auf das Cover des 1978er "Equinoxe" Albums gebannt hatte, sondern die damals wie heute als Beobachter visuell umgesetzt wurden, um als Symbol für maschinelle Neuerungen und Fortschritte zu gelten.
Seine damalige Vision der Zukunft, die mittlerweile unsere Gegenwart geworden ist, setzt Jean-Michel Jarre nun also fort und schaut nun wieder aus dem Hier und Jetzt in die kommende Zeit. Zwischenzeitlich hat sich die Technik gewandelt und Veränderungen nehmen viel schneller Gestalt an, als das noch vor 40 Jahren der Fall gewesen ist. Und irgendwie schaut man mittlerweile auch skeptischer in die Zukunft und auf den technischen Fortschritt, denn waren die Watcher früher nur ein Synonym, so sind sie heute immer mehr präsent - als künstliche Intelligenz.
Das neue Album "Equinoxe Infinity" sind daher ein vorsichtig mahnendes, nachdenkliches Werk geworden. Mit vielen Flächen und Harmonien scheint Jean-Michel Jarre warnen zu wollen. Die Songs entschleunigen und besinnen in ihren Arrangements und irgendwie hat man beim Hören auch stets den Eindruck, dass der Franzose mit einem erhobenen Zeigefinger davor warnt, sich zu weit in eine technisch nicht mehr kontrollierbare Abhängigkeit zu begeben.

Paolo Conte - Live in Caracalla

Paolo Conte, die lebende italienische Legende, hat ein neues Live-Album veröffentlicht. Mitte Juni 2018 gab Paolo Conte gemeinsam mit seinem Orchester und geladenen Gästen anlässlich des 50 jährigen Jubiläums des Klassikers "Azzurro" in der Caracalla Therme in Rom zu Konzerte. Diese beiden Abende wurde mitgeschnitten und nun findet sich das komplette Konzert, jeweils mit Aufnahmen von beiden Abenden auf der neuen Doppel-CD "Live in Caracalla". 
Insgesamt hat der Italiener 21 Titel gespielt. Und auch wenn seine Stimme altersbedingt ein wenig von ihrem Glanz verloren hat, so geht von seinem Gesang aber noch immer dieser raue, charismatische und italienische Charme aus, der auch während der beiden Abende, an denen die Aufnahmen für dieses Live-Album stattfanden, sein Publikum verzaubert hat.
Das als wunderschön aufgemachtes Digibook erscheinende Doppel-CD Album ist nicht nur eine Hommage an "Azzurro", einer der vielleicht zeitlosesten und bekanntesten italienischen Klassiker überhaupt, sondern auch eine gegenwärtige Retrospektive über das musikalische Schaffen des Paolo Conte.

The Kelly Family - We Got Love-Live At Loreley

Nachdem die Kelly Family vor über 20 Jahren ein beeindruckendes Konzerterlebnis auf der Freilichtbühne Loreley hatten, kehrte die irische Band nach ihrer Wiedervereinigung im letzten Jahr an eben diesen Ort zurück, um dort ihre aktuelle "We Got Love" Tour abzuschließen. Nachdem es die Kelly Family zu Beginn ihrer Tour durch die großen Hallen des Landes zog, so sind die beiden Konzerte auf der Freilichtbühne Loreley waschechte Open-Air Konzerte, die eine andere Stimmung verströmen, als es die Auftritte in den Hallen getan haben.
Die Kelly Family spielte 32 Stücke im Rahmen der beiden Konzerte auf der Freilichtbühne Loreley und erweiterte im Gegensatz zur Hallentournee die Setlist um einige interessante Stücke, die die Herzen der Fans der Band sicherlich haben schneller schlagen lassen. So gibt es auf "We Got Love-Live At Loreley" unter anderem die Songs "Let My People Go", "Sick Man" oder auch die Coverversionen von "The Rose" oder auch "Let It Be" zu hören. Und damit schließt sich ein Kreis, denn eben diese Stücke spielte die Band an diesem Ort bereits bei ihren denkwürdigen und bei den Fans in zeitloser Erinnerung verbliebenen Konzert aus dem Jahr 1995.
"We Got Love-Live At Loreley" rundet die Comeback Ära einmal mehr live und damit sehr atmosphärisch ab und zudem unterstreicht die Aufnahme einmal mehr, dass die Musik der Kelly Family einfach zeitlos und Generationen übergreifend ist. Ein weiteres sehr gutes Live Dokument eines unerwarteten aber dafür umso erfolgreicheren Comebacks einer der erfolgreichsten Folk-Bands aller Zeiten.

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