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"Call My Agent" geht in die zweite Staffel-Runde

Call My Agent! erzählt vom turbulenten Alltag der Schauspielagentur ASK (Agence Samuel Kerr) im Herzen von Paris, die, wie in Frankreich gängig, 10 Prozent (Dix pour cent) der Schauspielergage als Honorar erhält. Agentin Andréa ist die leidenschaftliche Wilde, die zum Wohl ihrer Klienten immer mit dem Kopf durch die Wand will und nebenher fast jede Frau anbaggert, die nicht bei drei auf den Bäumen ist. Der gutherzige Gabriel genießt zwar die Liaison mit seiner Protégée, der hübschen ASK-Rezeptionistin und Sängerin Sofia, die eine Karriere als Nachwuchsdarstellerin anstrebt, hat aber seine zunehmende Eifersucht leider nicht wirklich im Griff.
Obwohl lediglich ein Teilhaber von ASK, fühlt sich Agent Mathias wie der Firmenboss, denn sein Sinn fürs Geschäft ist bei ihm deutlich stärker ausgeprägt als der für die Kunst. Und Grande Dame Arlette ist mit ihrem ständigen Begleiter, Hund „Jean Gabin“, die gute Seele der Equipe. Sie hält sich zwar nie zurück mit bissigen Kommentaren, aber das Zubeißen überlässt sie gerne ihrem befellten Kompagnon. Aufopferungs- und bisweilen auch hingebungsvoll stehen den vier Agenten ihre engagierten, jedoch nicht minder durchgeknallten Assistenten zur Seite: Noémie, die nicht nur ein Faible für Schamanismus hat, sondern vor allem ihrem Chef Mathias mit Seele und manchmal auch Leib treu ergeben ist; dann noch der ambitionierte Hervé, der mit Verve und Esprit eilfertig durch die Agenturgänge huscht und zu guter Letzt Camille, die nach ihrem Outing als uneheliche Tochter von Mathias ziemlich in der Bredouille steckt und sich das Vertrauen ihrer Kollegen mühsam zurückgewinnen muss…

Nach dem unerwarteten Tod des Gründers Samuel steht die Agentur ASK vor dem Aus! Doch schließlich heißt es aufatmen, denn ein solventer Investor ist gefunden. Zum Lachen ist jedoch bald niemandem mehr zumute, denn schnell wird klar, dass der neue Hauptaktionär und despotische Geschäftsmann Hicham Janowski nicht gerade ein Teamplayer ist. Er manipuliert seine Agenten und wendet skrupellos unfaire Methoden an, um an die besten Talente der Filmbranche zu kommen. Insbesondere Fabrice Luchini, der Topstar der Konkurrenzagentur Star Media, soll für ASK mit allen Mitteln abgeworben werden. Gleichzeitig bemüht sich das Team um lukrative Verträge für ihre renommierten Kunden (unter anderem spielen Juliette Binoche, Isabelle Adjani und Christophe Lambert mit sichtlich großem Vergnügen ironische Karikaturen ihrer selbst), und auch privat ist das Leben der Agenten chaotischer denn je. Denn die Grenzen von Privat- zu Agenturleben sind fließend: So bleibt eine Ménage à trois nicht ganz ohne Folgen, denn die goldene Regel „Keine Klienten anbaggern!“ wird von Agenten und Belegschaft zwar noch einigermaßen eingehalten, der Grundsatz „Never f*** the company“ („Ne jamais b****r la compagnie“) scheint indes gänzlich unbekannt zu sein.

Der gar nicht immer so glamouröse Arbeitsalltag der Künstleragenten besteht aus knallharten Verhandlungen, seelsorgerischer Betreuung kapriziöser Künstler, kreativer Schadensbegrenzung kleiner und größerer Katastrophen, aber auch rauschenden Partys (nach denen vermutlich „Jean Gabin“, sehr zu seinem Bedauern, der einzige ohne Kater bleibt). Trotz aller überdrehter Figuren und teilweise grotesk anmutender Situationskomik wirkt Call My Agent! dennoch sehr authentisch. Regisseur Cédrich Klapisch meinte gar: „Wir mussten doch einiges ein kleines bisschen beschönigen – denn die Realität ist meistens noch viel krasser…“***

Die 3. Staffel von Call My Agent! wird übrigens aktuell in Paris mit Stars wie Jean Dujardin, Monica Bellucci und Isabelle Huppert inszeniert und verspricht, genau wie die Vorgängerstaffeln, ein überwältigender Erfolg zu werden… Bei uns läuft die 2. Staffel in deutscher Erstausstrahlung ab dem 09. Mai auf dem Sony Channel – passenderweise parallel zu den Filmfestspielen in Cannes 2018.

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Vierte Staffel von "Weissensee" erscheint im Mai 2018

Die Erfolgsserie rund um das Schicksal einer Familie im Zuge des Niedergangs der DDR und damit verbunden der Zeit der Wende geht in ihre lang erwartete vierte Runde. Die vierte Staffel umfasst die Episoden 19 bis 24 und spielt im Berlin nach der Wende. Man darf also einmal mehr sehr gespannt darauf sein, wie sich die Schicksale der einzelnen Familienmitglieder der Familie Kupfer weiter entwickeln und wann und in welcher Form ihnen immer wieder Schicksalsschläge widerfahren werden.

Und darum geht es in der vierten Staffel von „Weissensee“:
Berlin; 1990: Nach dem Zusammenbruch der DDR. Es geht auch bei Familie Kupfer um die Neupositionierung. So will der eine Sohn sein Stasi-Wissen zu Geld machen, während der andere um seine Firma und seine Mitarbeiter bangen muss. Vater Hans will sich währenddessen der Vergangenheit stellen und seine begangenen Taten offenlegen. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau Marlene: Die sorgt sich um die finanzielle Absicherung der Familie und will SED-Vermögen mit Hilfe des ehemaligen Stasi-Generalleutnants Gaucke in Sicherheit bringen.

Episoden:
19 Alte Wunden
20 Geister
21 Der erste Stein
22 Blühendes Land
23 Geliehenes Glück
24 Am Ende des Tages

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Call My Agent! - Staffel 1

Amüsante Unterhaltung aus dem Filmgenre, gepaart mit dem typisch französischen Humor – so kann man die erste Staffel der „Call My Agent!“ Serie in einem Satz beschreiben. Alles dreht sich um eine Künstleragentur mit ihren unterschiedlichen Mitarbeitern und deren speziellen Besonderheiten. Nicht immer läuft alles so, wie sich das das Team der Agentur so vorstellt. Zudem gibt es dann noch interne Fehden und neben beruflichen Rivalitäten hat ein jedes Mitglied der Agentur dann auch private ein Leben, das man nicht unbedingt als normal oder alltäglich bezeichnen würde.
Die Serie lebt von der Kurzweiligkeit ihrer Episoden. Zudem konnten die Macher auch diverse Stars dafür gewinnen, sich selbst als Künstler zu spielen und sich im Sinne der Serie quasi von der Schauspielagentur betreuen und vermitteln zu lassen. Die Mischung aus bekannten Schauspielern und den Darstellern der Agenturmitarbeiter ist hervorragend. Die Unterschiedlichkeit der Charaktere macht den süffisanten Charme der sechs Episoden der ersten Staffel von „Call My Agent!“ aus. Die Produzenten schaffen es, stets das so typische, französische Flair zu vermitteln, die scheinbare Leichtigkeit des Seins, mit all ihren – für den einen oder anderen Charakter – unerwarteten Irrungen und Wirrungen.
Und so wird die liebevoll als „große Familie“ zu bezeichnende Agentur nicht selten auf unterschiedlichste Proben gestellt, die es zu meistern gilt. Natürlich stets im Sinne der zu betreuenden Schauspieler und ohne sich innerlich zu zerfleischen. Eine Aufgabe, die des Öfteren für den einen oder anderen Charakter eine immense Herausforderung zu sein scheint. Man darf auf den weiteren Fortgang dieser Serie gespannt sein.

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Springflut - Staffel 1

Eine Polizeianwärterin, ein ehemaliger Polizist, der mittlerweile als Obdachloser auf der Straße gestrandet ist und ein Fall, der bis weit in die Vergangenheit reicht und nur durch einen besonderen Zufall wieder in den Fokus gerät, bilden das Grundgerüst für die erste Staffel der neuen TV-Serie, die auf den Romanen des schwedischen Erfolgsautorenduos Cilla und Rolf Börjlind basiert.
Die Polizeianwärterin Olivia Rönning bekommt im Rahmen ihres Studiums über die Sommerferien einen Mord, der vor über 20 Jahren auf grausame Weise an einer Frau stattgefunden hat, zu untersuchen und eigene Ideen und Ansätze in diesem Fall herauszuarbeiten. Die Frau war damals am Strand einer Insel bestialisch ermordet worden, indem man sie bis zum Kopf im Sand vergraben hatte und sie danach durch eine eingetretene Springflut hat sterben lassen.
Schon kurze Zeit, nachdem die junge Frau sich in den Fall eingelesen hat, entdeckt sie immer mehr Verbindungen zu ihren Vater, der damals - ebenfalls als Polizist - an den Ermittlungen nach den Tätern beteiligt gewesen aber mittlerweile verstorben ist. Er hatte seinerzeit mit einem Kollegen zusammengearbeitet und diesen Kollegen macht Olivia Rönning ausfindig, um gemeinsam mit ihm die Ermittlungen in dieser Sache wieder aufzunehmen. Doch Tom Stilton, der alte Kollege ist aufgrund diverser Schicksale mittlerweile auf der Straße gelandet und verspürt anfangs sehr wenig Motivation, Olivia Rönning zu helfen. Doch aufgrund bestimmter Begebenheiten ändert sich dies mit der Zeit und plötzlich geraten viele Personen wieder in den Fokus der anfangs noch inoffiziell aufgenommenen neuen Untersuchungen, die aufgrund der vergangenen Zeit nicht mehr damit rechneten, dass dieser bislang ungeklärte Fall noch einmal wieder aufgenommen werden würde.
Neben dem Hauptfall gibt es in Bezug auf die Schicksale von den beiden Hauptcharakteren noch parallele Ereignisketten, die zum einen im Laufe der Staffel mit aufgelöst werden und zum anderen die Hauptfiguren der Serie, Olivia Rönning und Tom Stilton, mit Leben füllen. Man bekommt als Zuschauer einen guten Einblick in die Charaktere und deren Schicksale. Darüber hinaus werden auch für die weiteren Staffeln wichtigen Charaktere bei dieser Auftaktstaffel mit eingeführt, so dass der Zuschauer schon nach der Hälfte der erste Staffel eine gute Affinität zu den einzelnen Charakteren aufgebaut hat.
Der Hauptfall als solches ist sehr spannend und auch die beiden Nebenplots stehen diesem in punkto Spannung in Nichts nach. Das gesamte Geschehen kann aufgrund seines Ausmaßes nicht in einer Rezension erfasst werden, dazu ist es zu komplex. Über rund siebeneinhalb Stunden hinweg schafft es das Produktionsteam dieser Länder übergreifenden Ko-Produktion, die Spannungskurze nach einer ersten Einführung in das Geschehen und die beteiligten Charaktere sehr hoch zu halten. Und die Auflösungen halten zum Schluss noch die eine oder andere Überraschung für den Zuschauer bereit.
In klaren Farben und gestochen scharfen Bildern bindet die Blu-ray den Krimi-Fan an diese erste Staffel und auch nachdem der letzte Abspann gelaufen ist, muss der Zuschauer noch sitzenbleiben und das, was er gerade bis eben gesehen hat, inhaltlich verdauen. Cilla und Rolf Börjlind haben nicht nur den Roman sondern auch das Drehbuch zur Verfilmung geschrieben. Und so verwundert es nicht, dass die Verfilmung hervorragend dicht an der Buchvorlage ist. Leider gibt es bei dieser Blu-ray Veröffentlichung kein weiteres Bonusmaterial. Hier wären Interviews mit den Autoren und auch den Schauspielern aufgrund der vielen sehr außergewöhnlich umzusetzenden speziellen Charaktere wünschenswert gewesen. Aber losgelöst davon kann man nur hoffen, dass die Verfilmung des zweiten Rönning / Stilton Romans "Die dritte Stimme" nicht lange auf sich warten lassen wird.

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Lutter – Die Gesamtedition

In der vom ZDF produzierten Kriminalserie "Lutter" spielte Joachim Król über sechs Folgen hinweg den gleichnamigen Essener Kriminalhauptkommissar. Die einzelnen Fälle spielen im Ruhrpott und spiegeln neben den aufzuklärenden Verbrechen auch wunderbar die Atmosphäre und zugleich besondere Faszination dieser Region im Westen Deutschlands wider. Mal rau, mal einfühlsam aber stets speziell und dickköpfig löst Joachim Król als "Lutter" seine Fälle. Er überschreitet des Öfteren Grenzen, lässt sich emotional immer mal wieder mehr aus der Reserve locken, als dies ihm passieren sollte und bleibt dennoch ein typisches Essener Urgestein.
Leider wurde die Serie nach sechs Folgen vom ZDF eingestellt, da Joachim Król im Jahr 2009 ein Angebot der ARD annahm, das ihm die Rolle eines Ermittlers in der Erfolgsserie "Tatort" offenbarte.
"Lutter" ist ein wunderbarer Serienzwitter. Die einzelnen Folgen sind auf gewisse Weise leicht und dennoch unterhaltsam spannend. Und zudem passiert neben den Verbrechen auch immer wieder etwas im persönlichen Umfeld des Kriminalhauptkommissars. So entwickelte die Serie über ihre sechs Folgen hinweg einen besonderen Charme.
Neben Joachim Król war in den ersten beiden Folgen Lucas Gregorowitz als Lutters Kollege, Kriminaloberkommissar Michael Bergmann, zu sehen. In den Episoden drei bis sechs nahm dann Matthias Koeberlin die Rolle des Kollegen in der Person des Kriminaloberkommissar Michael Engels ein. Seit 2012 verkörpert er in den Filmen zur Buchreihe von Jan Seghers die Figur des Kommissars Robert Marthaler.
Aber auch ansonsten weiß die "Lutter" Serie durch weitere interessante und an sich recht konträre Charaktere im Freundeskreis des Kriminalhauptkommissars zu gefallen. Und so ermittelt Joachim Król auf stets angenehm unterhaltsame und atmosphärisch spannende Weise im Essener Umfeld und sieht sich sehr unterschiedlichen Verbrechen gegenüber, die es mit allem Einsatz und auch unter Zurückstellung persönlicher Interessen aufzuklären gilt.
Diese "Lutter - die Gesamtedition" Box enthält alle sechs Folgen auf drei DVDs. Die einzelnen Filme sind von - unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Entstehung - guter Bildqualität. Manchmal liegen einige leichte Schleier auf den Bildern, das allerdings tut dem optischen Gesamteindruck keinen Abbruch. Die Kameraeinstellungen sind gut gewählt und überraschen in manchen Sequenzen durch unerwartete aber stets innovativ ausgewählte Perspektiven. Und auch der in Dolby Digital 2.0 vorliegende Ton ist sehr gut und ausgewogen zu verstehen.
Diese Gesamtedition vereint nicht nur die komplette Serie erstmals auf DVD, sondern ist zugleich die erste Veröffentlichung von "Lutter" Folgen auf diesem Medium. Und angesichts der Tatsache, dass diese Serie, wenngleich sie leider nur sechs Folgen hat, einen wunderbaren Charme in sich trägt, kann man diese "Lutter - die Gesamtedition" Box jedem Krimi-Fan nur ans Herz legen. Leider scheint es damals kein aktuell noch vorhandenes Bonusmaterial gegeben zu haben, so dass diese Box dann außer den sechs Filmen mit keinem weiteren zusätzlichen Material dienen kann.

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Solo für Schwarz - Die Gesamtedition

In der vierteiligen Fernseh-Kurzserie "Solo für Schwarz" spielt die leider viel zu früh krankheitsbedingt verstorbene Barbara Rudnik die Hauptrolle und verleiht der BKA Beamtin und Polizeipsychologin Hannah Schwarz ein im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtiges Gesicht.
In den vier Folgen der Serie, die in den Jahren 2003 bis 2007 entstanden sind, löst die aus persönlichen Gründen aus der Metropole Frankfurt ins damals noch eher im gesamtdeutschen Kontext etwas unscheinbare Schwerin kommende Kriminalpsychologin vier spannend arrangierte Fälle.
Die Macher der Serie haben es vermocht, ein angenehmes Gleichgewicht zwischen der persönlichen Geschichte der Figur Hannah Schwarz auf der einen und den Kriminalfällen auf der anderen Seite zu schaffen.
Barbara Rudnik verleiht der Figur ein einmaliges Gesicht. Diese Tatsache führte auch dazu, dass man nach dem Tod der Schauspielerin die Rolle der Hauptfigur nicht neu besetzt, sondern die Serie nach leider nur vier Folgen eingestellt hat.
Die Darsteller der Schweriner Kollegen von Hannah Schwarz wirken allerdings in ihrer Art und ihrem Handeln nicht immer so rund, wie das bei Barbara Rudnik der Fall ist. Die Gestik und Mimik wirken ein wenig hölzern und manchmal kommt beim Zuschauen der Gedanken an Schauspielneulinge auf. Speziell bei der ersten Folge fällt dies sehr auf. Im Laufe der weiteren drei Filme finden sich dann aber alle Beteiligten deutlich besser in ihre Rollen ein und das anfänglich leicht irritierende Gefühl verschwindet.
Es schade, dass man die sich im Laufe der vier Filme angenehm auf vielen Ebenen entwickelnde Serie wieder einstellen musste, aber mit der nun vorliegenden Gesamtbox hat man erstmalig alle vier Folgen von "Solo für Schwarz" zusammen.
Die Qualität der Bilder ist in Ordnung, an diversen Stellen wird deutlich, dass das damals verwendete Filmmaterial nicht das qualitativ beste gewesen ist. Die Bilder sind immer wieder mit einer leichten Unschärfe versehen und gerade die heutigen Smart TVs mit ihren sehr guten Auflösungen bestrafen damalige Bild-Qualitäten natürlich besonders. Setzt man die Qualität der Bilder ins Verhältnis zum Entstehungszeitraum der vier Filme, dann ist sie im oberen Mittelfeld anzusiedeln.
Der in Dolby Digital 2.0 vorliegende Ton ist gut und ausgewogen. Die beteiligten Personen sind gut und durchaus ein wenig räumlich zu verstehen. Ein weiteres kleines Manko bei dieser Gesamtedition ist die Tatsache, dass es nur die vier Filme und keine einzige Minute an Bonusmaterial gibt. Hier wäre es klasse gewesen, wenn aus der damaligen Zeit noch Blicke hinter die Kulissen, nicht verwendete Szenen oder gar Interviews mit den Schauspielern vorhanden gewesen wären und hätten verwendet werden können. Insgesamt ist diese "Solo für Schwarz - Die Gesamtbox" aber eine lohnenswerte Anschaffung, die das Flair der damaligen Zeit ebenso galant unterstreicht, wie sie Barbara Rudnik ein verdientes kleines und zeitloses Denkmal setzt.

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Der junge Inspektor Morse - Staffel 2

Nur ein paar Wochen nach dem Erscheinen der ersten Staffel, gibt es bereits die Staffel 2 der Serie "Der junge Inspektor Morse". Und die vier Fälle dieser neuen Staffel rund um den speziellen, genialen und sehr Werte bezogen handelnden Endeavour Morse steht dem Serienauftakt in nichts nach. Die Fälle spielen erneut im britischen Oxford der 1960er Jahre, vorwiegend im Jahr 1966, denn man hat seitens des Produzententeams sogar die seinerzeit in England ausgetragene Fussball-Weltmeisterschaft mit in einen der Fälle eingebunden. Der junge Inspektor Morse nähert sich den neuen Herausforderungen erneut respektvoll und zurückhaltend. Von seinem Schicksal, einer Schussverletzung, noch immer gezeichnet, geht er auch im Hinblick auf sein privates Glück oftmals eher einen Schritt zurück denn nach vorne. Aber auch in dieser Hinsicht hält Staffel 2 der Ausnahmeserie für den Zuschauer eine wohlige Überraschung bereit.
Auf die einzelnen Fälle soll nicht weiter eingegangen werden, weil diese Rezension ansonsten unweigerlich Spoiler in sich tragen und die Spannung für alle interessierten Fans der Serie somit mindern würde. Die besondere Atmosphäre der Oxford Krimis vermittelt auch "Der junge Inspektor Morse" auf sehr eindrucksvolle Weise. Oftmals mit schweren dunkel düsteren Kulissen, epochal wirkenden Gebäuden mit eben solchen Innenausstattungen und immer wieder schönen Landschaften, werden die neuen Fälle in ein spannendes und zugleich irgendwie auch heimeliges Korsett gepackt, um ihren ganz eigenen Charme in zeitloser Manier entfalten zu können.
Und weiß das Team um Detective Inspector Thursday mal nicht weiter, entdeckt Endeavour Morse auf seine ganz eigene, pfiffige Art plötzlich einen Hinweis oder Zusammenhang, der die Ermittlungen dann manchmal sogar in eine ganz andere Richtung gehen lässt. Und zum Schluss der Staffel kommt es dann zu einem Vorfall, der den Zuschauer einerseits in Sorge zurücklässt, ihn aber andererseits schon jetzt voller Spannung dem Erscheinen der dritten Staffel dieser wunderbaren Serie entgegenfiebern lässt.
Die Kameraeinstellungen der vier neuen Filme dieser Staffel sind hervorragend und der Zuschauer fühlt sich oftmals inmitten des Geschehens. Die Bilder sind, gleichwohl die Staffel lediglich auf DVD erschienen ist, unglaublich klar und kontrastreich. Der Ton ist in Dolby Digital 2.0 und in den Sprachen Deutsch und Englisch vorhanden. Und so ist alles bestens angerichtet für runde sechs Stunden allerbeste nostalgisch britische Kriminalunterhaltung einer Serie, die durch die besondere Art ihrer Produktion und die Qualität der einzelnen Filme einfach nur süchtig nach mehr macht.

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Der Tatortreiniger - Staffel 6

Die sechste Staffel der Serie enthält leider nur drei neue Folge rund um die Erlebnisse von Tatortreiniger Schotty. Aber diese drei Folgen sind einmal mehr auf allerhöchstem und zudem nicht nur durchaus amüsanten, sondern erneut subtil tiefgründigen Niveau.
Mal verschlägt es das Unikum in eine Unternehmensberatung, mal auf einen abgelegenen Hof und zu guter Letzt in eine Party-Location. Die Begegnungen, die der Tatortreiniger dort macht, sind allesamt total unterschiedlich, gespickt von famosen Dialogen, mit denen verschiedene Themen auf scheinbar lockere Weise dennoch nachdrücklich durchdrungen und zur Sprache gebracht werden. Bjarne Mädel ist einfach die perfekte Besetzung für diese Rolle. Kein anderer Schauspieler verstünde es wohl gegenwärtig derart genial, die Figur des Tatortreinigers Schotty mit einem so einmaligen Leben auszufüllen.
Und so sind die drei Episoden "Sind Sie sicher?", "Özgür" und "Schluss mit lustig" eine Bereicherung für den anspruchsvollen Satiriker und ein erneut gezielter Angriff auf die Lachmuskeln. Denn "das Beste am Norden ist unser Humor". Die Bildqualität der Blu-ray ist einwandfrei. Klare und gestochen scharfe Bilder mit einer schön kontrastreichen Tiefe erfreuen das Auge des Betrachters. Und auch der Ton in Dolby Digital 2.0 Stereo lässt keine Wünsche offen.
Als Bonus gibt es dann noch einen mit "Den Tod auf der Schippe - die wahren Tatortreiniger" betitelten Bericht, der einen durchaus interessanten Einblick in die reale Arbeit eines Tatortreinigers bietet. Und so ist diese sechste Staffel der Serie erneut eine Freude für Auge und Ohr, wenngleich sie mit gerade einmal drei Folgen doch sehr kurz ausgefallen ist.

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Zarah-Wilde Jahre – Staffel 1

Die neue vom ZDF produzierte Serie „Zarah-Wilde Jahre“ kann man auf gewisse Weise als das feminine Gegenstück zur ProSieben Erfolgsserie „Stromberg“ betrachten. Hielt bei „Stromberg“ der Macho-Abteilungsleiter einer Versicherungsschadenabteilung seine Leute chauvinistisch auf Trab, so gibt sich bei „Zarah-Wilde Jahre“ dieses Mal eine Frauenrechtlerin und somit Emanzipationsvorreiterin bei einem Zeitungsverlag die Ehre.
Die klischeehaft sehr gut in Szene gesetzte Männerdomäne „Zeitung“ wird sinnbildlich in ihren Grundfesten erschüttert, als Zarah Wolf von einem renommierten Verleger das Angebot bekommt, in dessen Zeitungsredaktion einen verantwortungsvollen Posten in der Redaktion des erfolgreichen Magazins „Relevant“ zu bekleiden. Von den Möglichkeiten dieses Angebots mehr als beeindruckt und zudem ihre Chance für die vermehrte Durchsetzung von Frauenrechten auf breiter medialer Ebene witternd, nimmt Zarah Wolf, sehr gut, schnippisch und wortgewandt von Claudia Eisinger in Szene gesetzt, den Job an. Und ab diesem Zeitpunkt ist der Zeitungsredaktion der „Relevant“ nichts mehr so, wie es war.
Die Serie spielt in den 1970er Jahren, also der Zeit, in der die Bewegung für Emanzipation und damit verbunden Frauenrechte, so richtig in Fahrt gekommen ist. Es geht um Mitbestimmung, den § 218 BGB, um Werteverständnis und Chauvinismus. Die Serie ist mit sehr guten Schauspielern besetzt, die das Flair der damaligen Zeit – Hamburg, im Jahr 1973 – sehr gut in sich aufgenommen und teilweise ohnehin damals selbst miterlebt haben. So gelingt mit Schauspielern wie Torben Liebknecht, Jörn Hentschel, Ole Puppe, oder auch Leon Ulrich, der auch schon bei „Stromberg“ mitgespielt hat, eine sehr authentische Umsetzung der Themen, stets mit einem Comedy haften Augenzwinkern, aber dennoch mit unterschwelliger Nachhaltigkeit und einem das Format nicht überfordernden Tiefgang.
Die erste Staffel der Serie umfasst sechs Folgen und führt den Zuschauer gut in das Geschehen und die Besonderheiten der einzelnen Charaktere ein. Ohne mit zu vielen Informationen überfrachtet zu werden, wird in den einzelnen Folgen gut herausgearbeitet, wie das Redaktionsleben vor und nach Zarah Wolf gewesen ist. Die eigentliche Männerdomain, die auch immer wieder mit chauvinistischen Anmerkungen und Handlungen vorherrschte, erfährt eine fulminant feminine Wendung. Der Männer-Clan wird mit den Waffen der Frauen des Öfteren in seine Schranken gewiesen und so bietet diese Auftaktstaffel von „Zarah-Wilde Jahre“ sehr feine Unterhaltung mit einem Kernthema, in dem sich auch heute noch die Vielzahl der Zuschauer widerfinden dürfte.
Neben den interessanten Bildeinstellungen und Kameraperspektiven, mit denen das Produktionsteam der Serie das Geschehen in und rund um die Zeitungsredaktion und das private Umfeld der Hauptperson einfängt, weiß auch der Soundtrack zu begeistern. Denn man hat zur Untermalung diverser Szenen schöne und zeitlose Musik aus den 1970er Jahren beigezogen. So gibt es verträumte Songs von The Mamas & The Papas, The Doors, The Rolling Stones, Aretha Franklin oder auch Simon & Garfunkel zu genießen.
Das Bild liegt in guter Qualität mit einer angenehmen Farbtiefe und einem sehr ausgewogenen Kontrast vor. Die Art der Umsetzung ist farblich ein klein wenig dezenter gehalten, um den Geist der damaligen Zeit besser wiedergeben zu können. Und auch der in Dolby Digital 2.0 vorliegende Ton ist klar und jederzeit gut verständlich, ohne es an einer angenehmen räumlichen Tiefe fehlen zu lassen.
Und so ist dem ZDF mit der ersten Staffel von „Zarah-Wilde Jahre“ ein sehr guter Aufschlag gelungen, auf dessen Fortsetzung man sich schon jetzt freuen kann – und die zudem ein Thema beleuchtet, dass man im Kern zwar gerne in der Vergangenheit ansiedelt, das aber auch heute leider noch immer mal wieder im Fokus steht.

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The Missing - Die komplette zweite Staffel

Nachdem bereits die erste Staffel der Krimiserie "The Missing" auf eine faszinierende Weise begeisterte, steht auch die zweite Staffel ihrer Vorgängerin in nichts nach. Dieses Mal dreht sich alles um verschwundene Mädchen. Und wieder ist es den Machern, den Brüdern Harry und Jack Williams, gelungen, eine erschreckende Szenerie zu kreieren, die aus mehreren wirklich an die Nerven gehenden Handlungssträngen besteht und nicht nur den ermittelnden Personen dieser zweiten Staffel, sondern auch vom Zuschauer alles abverlangt.
Alles beginnt mit dem Verschwinden eines britischen Mädchens, das mit ihren Eltern, die beide beim britischen Militär in Deutschland stationiert sind. Nachdem die Eltern ihr Kind schon aufgegeben zu haben schienen, kehrt ein Mädchen plötzlich wieder zurück und alle nehmen an, dass es sich um eben die verschwundene Tochter der Briten handelt. Doch schon bald kommen der Mutter Zweifel, die ihre damals verschwundene Tochter nicht wirklich in der nun nach elf Jahren zurückgekehrten Person wiederfinden kann.
Doch das ist nur der Anfang, denn dann überschlagenen sich die Ereignisse und "The Missing - Staffel 2" nimmt sofort richtig Fahrt auf und nimmt den Zuschauer mit auf eine grausame, kranke Geschichte, die sich in Deutschland, Frankreich und Syrien abspielt und die ganz tief in die militärischen Geheimnisse und Verhaltensweisen der 2001 im Irak stationierten britischen Armee eintaucht und letztlich dort den Ursprung für das Geschehen setzt.
Im Rahmen dieser Besprechung weiter auf den Inhalt der drei DVDs, auf denen sich die acht Folgen der zweiten "The Missing" Staffel befinden, einzugehen, würde dazu führen, die Handlung in nicht unwesentlichen Teilen auflösen zu müssen. Daher wird darauf verzichtet, denn diese zweite Staffel der Serie muss man unvoreingenommen und ohne weitere Vorkenntnisse auf sich wirken lassen. Man ist als Zuschauer ohnehin schon nach wenigen Minuten derart süchtig nach dem weiteren Geschehen, dass man die Folgen nahezu nahtlos anschauen will bzw. muss.
Wie schon bei der ersten Staffel, so spielt auch bei dieser zweiten Staffel der Serie der französische Ermittler Julien Baptiste eine Hauptrolle. Denn er ermittelte vor langer Zeit in Frankreich wegen eines verschwundenen Mädchens und musste im Rahmen seiner damaligen Ermittlungen miterleben, wie sich die Mutter des Mädchens aus Verzweiflung in den Tod stürzte. Und seit diesem Zeitpunkt hat er sich und dem Vater geschworen, den Fall um das Verschwinden des Mädchens aufzuklären.
Als das britische Mädchen dann 2014 wieder auftaucht, kommt der alte Fall auch bei Julien Baptiste, der erneut hervorragend von Tchéky Karyo gespielt wird, erneut wieder ins Bewusstsein und er nimmt seine Ermittlungen - nun bereits im Rentenalter - wieder auf.
Die Macher der Serie setzen die vielen emotionalen Berg- und Talfahrten der Familie, die Opfer einer Kindesentführung geworden ist, sehr emotional und tiefgründig um. Sie beschreiben die Zerrissenheit, die Hoffnung, die Vorwürfe und die Selbstzerstörung der einzelnen Familienmitglieder auf eine sehr intensive und vor allem realistische Art.
Und auch das Geschehen um die britische Militärbasis in Deutschland wird sehr gut dargestellt. Die Besonderheiten und die Verhaltensweisen und Schicksale der einzelnen Beteiligten werden durch immer wieder eingebundene Zeitsprünge eindrucksvoll vermittelt. Und so sieht der Zuschauer dann schon bestimmte Ergebnisse im Hier und Jetzt und erfährt dann durch die Rückblendungen, die sich im Jahr 2014, 2003 und auch 2001 abspielen, den Weg und die Entwicklung bis hin zur späteren Auflösung des Falls, die viel Positives, aber auch einen Wermutstropfen beinhaltet. Und so hat "The Missing - Staffel 2" einfach alles, was ein Krimi, ein Thriller und eine geniale Serie braucht, um einen uneingeschränkten Suchtfaktor zu entwickeln.
Tolle Schauspieler, teilweise erschreckend faszinierende Schauplätze und Kameraeinstellungen und ein Plot, der beklemmend, erschreckend und begeisternd zugleich ist, lassen "The Missing - Staffel 2" zu der vielleicht besten Krimi-Serie des Jahres 2017 werden.
Die Bildqualität ist hervorragend und besitzen eine kontrastreiche Farbtiefe. Der Ton, der wahlweise in englischer und deutscher Sprache mit entsprechenden Untertiteln verfügbar ist, kann in Dolby Digital 5.1 abgerufen werden. Aber auch auf dem normalen Fernseher klingt der Ton gut ausgesteuert und räumlich. Und so ist alles angerichtet, was man braucht, um sich über gut 470 Minuten hinweg genialer und spannender Krimi-Unterhaltung hinzugeben.

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