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Paul Temple - Staffel 1

Fernsehjuwelen bringt die mittlerweile wohl schon fast in Vergessenheit geratene TV-Serie Paul Temple wieder zurück auf den Bildschirm. Die deutsche Filmfirma hat weder Kosten noch Mühen gescheut, die gesamten 39 Folgen der Serie, die zu Anfang der 1970er in deutscher Fassung im ZDF liefen, zu besorgen und diese im Rahmen der Möglichkeiten digital zu überarbeiten. Was sich auf den ersten Blick scheinbar einfach liest, war es dann auf den zweiten allerdings nicht wirklich. Schon zu Anfang, bevor das DVD Menü sich für den Fan der alten Klassiker Folgen der TV-Serie öffnet, weißt Fernsehjuwelen darauf hin, dass viele der damaligen Originalbänder aufgrund von zeitlich limitierten Aufbewahrungsfristen nicht mehr vorhanden gewesen sind. Da die Serie - auch speziell in Deutschland - nur mäßigen Erfolg hatte, gab es nach den Erstausstrahlungen der Folgen auch niemals eine Wiederholung. Und so musste man seitens Fernsehjuwelen nun durch anderweitige Quellen, aus den ZDF Archiven, an diese Aufnahmen kommen. Die gute Nachricht vorweg: es hat geklappt. Der leider zu akzeptierende Beigeschmack der guten Nachricht der Vollständigkeit der insgesamt 39 Folgen ist dann der, dass diverse Folgen eine nicht wirklich richtig gute Bildqualität haben, da das ZDF Material fast ausschließlich nur in Form von 16mm Sendekopien vorgelegen hat. Aber hier hat man seitens Fernsehjuwelen dann zu recht lieber auf die Vollständigkeit denn eine durchweg gute digitale Qualität der Bilder gesetzt.
Die Serie basiert nur grob auf den sonstigen Fällen, die Autor Francis Durbridge für Funk und Fernsehen bis zu diesem Zeitpunkt geschrieben hatte. Der Autor selbst wollte gerne die Adaption seiner Charaktere für eine Krimi-Serie und schlug dem damaligen Produzententeam dann auch persönlich Francis Matthews als Hauptdarsteller und somit für die Rolle des Paul Temple vor. Wer die alten Verfilmungen von Paul Temple mit John Bentley kennt, der muss sich mit Francis Matthews erst ein wenig anfreunden, der er sieht nicht ganz so smart aus, wie der Brite aus den späten 1940er, frühen 1950er Jahre Verfilmungen. Aber die Serie hatte ohnehin den Auftrag, die Figur an die damalige Zeit der 1970er Jahre anzupassen.
Die Rolle von Steve Temple wurde mit der Schauspielerin Ros Drinkwater optisch sehr gut besetzt. Von der Art her ist Ros Drinkwater in ihrer Auslegung von Steve Temple allerdings etwas direkter und vor allem manchmal forsch und wirkt emanzipiert. Das ist eine andere Seite, als die, die die Paul Temple Fans ansonsten von den Hörspielen gewohnt waren. Denn eigentlich ist Steve Temple stets als die besorgte und umsorgende Person an der Seite des Paul Temple bekannt gewesen. Aber auch diese neue Seite steht ihr durchaus gut.
Die erste Staffel von "Paul Temple" beinhaltet 13 Folgen, bei denen man eine Chronologie bei einem Blick in das umfangreiche Booklet des DVD Boxsets leider nicht feststellen kann. Da die Fälle aber in sich abgeschlossen sind, ist das nicht wirklich ein Problem. Man merkt aber, dass das ZDF seinerzeit ist mit einem zeitlichen Verzug in die Serie eingestiegen ist. Die eigentliche erste Staffel lief nur in England. Die erste deutsche Staffel ist also eigentlich die zweite originale. Und daher tauchen auch immer wieder männliche und weibliche HelferInnen, die den Schriftsteller und Hobbydetektiv unterstützen, auf, die man irgendwie nicht so richtig zuordnen kann.
Die einzelnen Folgen sind inhaltlich recht abwechslungsreich und im typischen Stil der 1970er Krimi-Serien produziert worden. Einzig die massiven Autoverfolgungsfahrten fehlen. Hier arbeitete man mit anderen Schwerpunkten. In diversen Folgen tauchen - ähnlich wie bei den Romanen - recht viele Personen auf und man muss sich dann schon wirklich konzentrieren, um die Zusammenhänge nicht aus den Augen zu verlieren. Gleichwohl entwickelt jede Folge - egal in welcher Bildqualität - ihren eigenen Charme. Und so lassen sich die 13 Folgen der ersten deutschen TV-Staffel der "Paul Temple" Serie wirklich sehr angenehm und mit durchaus schönen Spannungsbögen anschauen.
Der Ton der DVDs ist - entgegen der Qualität der Bilder - durchweg sehr gut. Er ist in Dolby Digital 2.0 Mono vorhanden. Es gibt zudem neben dieser deutschen Tonspur bei einigen wenigen Episoden noch die englische. Allerdings sind für die meisten Folgen die englischen Tonspuren nicht mehr verfügbar, so dass man sich wirklich nur sehr wenige Folgen im Original anschauen kann.
Neben den 13 Episoden gibt es dann noch ein schönes rund viertelstündiges Interview mit Francis Matthews, in dem er interessante rückblickende Informationen rund um die damalige Entstehung der Serie, die Auswahl der Kleidung, sein persönliches Verhältnis zu Paul Temple und mehr Preis gibt. Dazu gibt es ein sehr ausführliches Booklet, das dem interessierten Zuschauer dann noch viele weiteren Informationen rund um die TV-Serie sowie zu den Erscheinungsdaten der in dieser ersten Staffel enthaltenen Folgen gibt.
Alles in allem also schon wirklich schönes Paket mit einem an sich schon als unwiederbringlich verschollen geglaubten Inhalt und 13 Folgen einer britischen Krimi-Serie, die den Blick auf Paul Temple einmal aus einer sehr interessanten anderen Richtung wagt. Und zudem eine lohnenswerte Veröffentlichung wegen ihrer Rarität. Und wer sich dessen bewusst ist, der kann über die oftmals mindere Bildqualität locker hinwegsehen!

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Paul Temple - Wer ist Rex?

Die Originalverfilmung des Films "Paul Temple - Wer ist Rex?" stammt aus dem Jahr 1945 und dieser Fall ist der zweite, den Paul Temple, der bekannte Schriftsteller und Hobbydetektiv, zusammen mit Steve, die mittlerweile seine Frau geworden ist, lösen muss. Dieses Mal geht es um diverse mysteriöse Frauenmorde, der erste geschieht in einem Zug an einer jungen Frau. Einem weiteren Mord wohnen Paul und Steve Temple sogar aktiv bei, denn beim Besuch eines Nachtclubs bricht plötzlich eine berühmte Sängerin mitten in ihrem Auftritt zusammen und ist tot. Diese Sängerin wollte der Polizei den Hinweis auf einen gewissen "Rex" geben, der hinter dem Mord im Zug stecken soll. Denn an der Fensterscheibe des Zugabteils, in welchem die junge Frau tot aufgefunden wurde, stand in Großbuchstaben das Wort "REX" geschrieben.
Nachdem Paul Temple - nicht zuletzt aufgrund der Geschehnisse im Nachtclub, die er zusammen mit seiner Frau live miterleben musste - die Ermittlungen aufnimmt, geraten schnell eine unbekannte und in grau gekleidete Dame sowie ein mysteriöser Psychiater und dessen Sprechstundenhilfe in den Mittelpunkt der Ermittlungen des Hobbydetektivs. Immer wieder gibt es neue Wendungen und es tauchen, in guter alter Francis Durbridge Manier, stets neue Personen auf, die sich merkwürdig verhalten und den Fall über seine gesamten knapp 90 Minuten hinweg stets auf hohem spannenden Niveau halten. Und am Ende enttarnt Paul Temple den wahren Rex im Rahmen der vom Autoren Francis Durbridge so geliebten und zum Ende seiner Romane immer wieder in Szene gesetzten großen Runde.
Dieser Film fasziniert zwar nicht durch die Bildqualität der Restauration, denn dazu war das nachzubearbeitende Originalmaterial wohl einfach zu schlecht. Vielmehr sind es die Kameraperspektiven und die Vielschichtigkeit der Handlung. Erstmals ist hier John Bentley als Paul Temple zu sehen und dieser verkörpert den Charakter auf hervorragende Weise und sollte dies im Nachgang dann auch noch bei weiteren Verfilmungen der Reihe tun. Er haucht der Figur diese wunderbare und vom Autoren beabsichtigte Mischung aus Charmeur und taktischem Denker ein und man kann es beim Zusehen förmlich greifen, dass John Bentley diese Rolle wahrlich adaptiert hat und sie lebt. Selbiges gilt für Dinah Sheridan, die bei "Wer ist Rex?" als Paul Temples Ehefrau Steve zu sehen ist.
Die Dialoge mussten aufgrund der nicht vorhandenen deutschen Tonspur für die Originalverfilmung neu übersetzt und synchronisiert werden. Selbiges gilt natürlich auch für die atmosphärischen Geräuschuntermalungen. Beides ist gut gelungen, einzig in manchen Szenen hat man darauf verzichtet, die Nebengeräusche mit aufzunehmen und umzusetzen. So zum Beispiel, als Paul und Steve Temple im Speisesaal eines Hotels ihr Essen zu sich nehmen wollen. Die ebenfalls dort befindlichen Personen sind bei der Neuvertonung komplett stumm gehalten. Das sind aber nur Feinheiten, die die Tatsache, dass man seitens Pidax und Renown Pictures diese für alle Francis Durbridge Fans grandiose Verfilmung endlich für den deutschen Markt zugänglich gemacht hat, nicht wirklich beeinträchtigen.
Der Ton ist solide in Dolby Digital 2.0 aufgenommen und stets mit einem leichten Grundrauschen versehen worden, damit auch bei den aktuell aufgenommenen Untermalungen und Dialogen stets das Flair der Zeit der Originalaufnahme aufkommt. Und dieses Ziel hat man seitens des Produktionsteams wunderbar erreicht.
Als Bonusmaterial gibt es neben dem letzten Teil des Interviews mit Nicholas Durbridge, dem jüngsten Sohn von Francis Durbridge dann noch Trailer zu den weiteren Paul Temple Filmen von Pidax sowie einen Ausschnitt aus der TV Serie "Ich trage einen großen Namen", bei der Nicholas Durbridge im Jahr 2010 zu Gast war.
Im Booklet gibt es darüber hinaus noch die unveröffentlichte Kurzgeschichte "Paul Temple und der Langfinger", sowie jede Menge Angaben zu den Sprechern und allen anderen Beteiligten am Film und ein interessantes Vorwort mit vielen weiteren Informationen rund um die Paul Temple Serie vom diesbezüglichen Fachmann, Dr. Georg Pagitz. Alles in allem also eine wunderbare Veröffentlichung eines alten Klassikers, die nicht nur die Paul Temple Fans, sondern alle Freunde nostalgisch anspruchsvoller Krimiunterhaltung begeistern dürfte.

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Paul Temple - Der grüne Finger

Pidax hat einen weiteren Film- und Krimiklassiker für die Fans des gepflegten britischen Krimis zugänglich gemacht. "Der grüne Finger" ist die Verfilmung des ersten Paul Temple Falles aus der Feder des unvergessenen Autoren Francis Durbridge. Die Verfilmung stammt aus dem Jahr 1946 und war zuvor noch nie in einer deutschen Fassung verfügbar. Zusammen mit Renown Pictures hat Pidax das 70 Jahre alte Filmmaterial digital im Rahmen der Möglichkeiten restaurieren und neu abtasten lassen. Und auch die deutsche Synchronisation musste komplett neu eingesprochen und nicht nur der eigentlichen Atmosphäre der damaligen Zeit und dem Charme der Verfilmung angespasst werden, sondern ebenfalls musste die deutsche Übersetzung sich komplett am Originalton orientieren, da es keinerlei Drehbücher aus der damaligen Zeit mehr dafür gab.
Inhaltlich hat Paul Temple es bei seinem ersten Fall mit einer skrupellosen und zudem sehr geschickt agierenden Juwelenbande zu tun. Doch nicht nur die Juwelenraube, sondern auch ein merkwürdiger Todesfall lassen den Hobby-Detektiv zusammen mit Scotland Yard ermitteln. Und im Laufe dieser Ermittlungen lernt Paul Temple nicht nur seine spätere Frau Steve kennen, welche die Schwester des Toten ist, sondern er macht ebenfalls Bekanntschaft mit diversen weiteren merkwürdigen Personen, die alle irgendwie in das Gesamtgeschehen eingebunden zu sein scheinen. Das Finale des ersten visuellen Falls von Paul Temple ist zwar nicht so spektakulär, wie dies bei den Hörspielen der gleichnamigen Reihe der Fall ist, aber dennoch entwickelt dieser Film einen unglaublichen Charme und eine nostalgische Zeitlosigkeit.
Anthony Hulme und Joy Shelton interpretieren ihre Rollen als Paul Temple und Steve Trent sehr gut und so entsteht eine schöne Verfilmung, die unter Berücksichtigung der Zeit ihrer Entstehung eine schöne seichte Spannungskurve aufweist. Als Bonusmaterial gibt es einen weiteren, dieses Mal den dritten Teil des Interviews mit Nicholas Durbridge, ein leider nur einminütiges altes Interview aus den 1970er Jahren mit Autor Francis Durbridge sowie einen Trailer und einen Blick hinter die Kulissen bezüglich der neuen Synchronisation.
Das Booklet der DVD enthält, in sehr liebevoller Zusammenstellung, viele schöne Informationen rund um den Autoren und die Serie um Paul Temple sowie die bislang unveröffentlichte Kurzgeschichte "Paul Temple und die Nachtigall". Insgesamt eine sehr schöne und liebevoll zusammen gestellte neue Collector's Edition eines bislang in Deutschland und mit deutscher Sprache unveröffentlichten Paul Temple Films.

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Die Brücke – Staffel III

Saga Norén bekommt es bei der dritten Staffel von "Die Brücke" nicht nur mit diversen brutalen Morden zu tun, sondern aufgrund der langjährigen Inhaftierung ihres alten dänischen Partners Martin Rohde auch mit einem neuen Partner an ihrer Seite. Und dieser Partner, Henrik Sabroe, bietet der eigenwilligen und in Ansätzen autistischen Saga Norén wahrlich die Stirn, unterstützt sie aber ebenso effektiv bei den Ermittlungen, wie er ihr privates Leben zu bereichern scheint. Allerdings haben beide Polizisten auch ähnlich gelagerte private Probleme, die im Laufe der Serie immer mehr zu Tage gefördert werden. Dadurch werden die Charaktere dem Zuschauer auf eine geschickte und persönliche Weise immer näher gebracht.
Die ermordeten Personen scheint anfänglich nichts miteinander zu verbinden, allesamt werden die Leichen wie spezielle Kunstwerke hergerichtet und quasi in Szene gesetzt. Die Ermittlungen nehmen, wie schon in den Staffeln zuvor, schnell Fahrt auf und immer wenn man glaubt, eine Spur zu haben, wird sowohl der Zuschauer als auch das Ermittlerduo wieder von einer neuen Begebenheit in eine andere Richtung gelenkt. So bleibt die Spannungskurve stets auf sehr hohem Niveau. Und das bis hin zur Lösung im Staffelfinale.
Leider muss man sich nach dieser Staffel erneut von einer wichtigen Figur der ersten beiden Staffeln der Serie verabschieden, da diese ebenfalls Opfer des Mörders und von diesem anfänglich schwer verletzt wird. Im Nachgang verliert sie dann den Kampf um ihr Leben auf der Intensivstation.
Schauspielerisch liefern speziell Sofia Helin als Saga Norén und Thure Lindhardt als ihr neuer Partner Henrik Sabroe famose Leistungen ab und verleihen den Charakteren ein unglaublich interessantes, manchmal leicht irritierendes und nachdenklich stimmendes Bild mit vielen emotionalen Facetten und hintergründigen Schicksalen.
Die Bildqualität der Blu-Rays ist hervorragend. Gestochen scharf - auch was die dunklen Szenen angeht - liefern die runden Scheiben die optimalen optischen Rahmenbedingungen für rund neun Stunden allerfeinste schwedische Krimi Unterhaltung. Der Ton ist in DTS-HD 5.1 Surround Sound enthalten. So kommen die einzelnen Effekte bestmöglich zur Geltung.
Wie schon bei den ersten beiden Staffeln, so schafft es das Produktionsteam auch bei der dritten Staffel von "Die Brücke" eine stets bedrohliche dunkle Atmosphäre zu erzeugen, die gepaart mit optischer Grausamkeit die Einmaligkeit dieser Serie auf unglaublich faszinierende Art in Szene setzt.

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Mord mit Aussicht- Ein Mord mit Ausicht

Nach drei erfolgreichen, und in geschickter Kombination von Spannung und Slapstick auch unglaublich unterhaltsamen Staffeln der "Mord mit Aussicht" Serie, gibt nun nun auch ein Special in Spielfilmlänge.
"Ein Mord mit Aussicht" steht dann über seine 90 Minuten für alles, für das die Serie nicht stand: Langweilig, flache Dialoge, ein unspektakulärer Fall und (angesichts des Drehbuchs wohl auch nicht überraschend) unmotivierte Schauspieler. Man wollte die Serie mit diesem Film nach den ersten drei Staffeln in die schon länger angekündigte lange Pause überführen. Doch statt am Ende Sehnsucht und Hoffnung nach einer schnellen Fortsetzung zu sähen, hat man es geschafft, bei den Fans und Freunden der Serie ein großes Durchatmen ob der nun anstehenden dauerhaften Unterbrechung hervorzurufen.
Und so kann man dem Film einfach nur ein schlechtes Zeugnis ausstellen und die Frage aufwerfen, ob der Regisseur vor den Dreharbeiten alle Qualitätsmerkmale der Serie vergessen oder während der Dreharbeiten sein Gespür für seichte, aber dennoch wortwitzige und damit familientaugliche Unterhaltung mit dem speziellen Niveau verloren hat. Dieser Film bietet bis auf 90 Minuten überwiegende Langeweile und hat sich das Proädikat "muss man nicht sehen" auf seine ganz eigene Weise mehr als verdient. Schade, eigentlich!

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Paul Temple und der Fall Marquis

Dieser zweite Paul Temple Fall ist in einer Hinsicht etwas ganz Besonderes. Denn zu dieser Verfilmung gab es bislang keine deutsche Tonspur. So hat das Pidax Team die Synchronisation in Auftrag gegeben und den Film erstmals in deutscher Sprache für die Paul Temple Fans der ersten Stunde und alle, die es aktuell geworden sind und noch werden, neu synchronisiert.
Durch eine gut angewandte Technik hat man es seitens der Macher sehr gut verstanden, die Stimmen derart zu bearbeiten, dass man das Gefühl hat, die Synchronisation stammte aus der damaligen Zeit. Denn der Film stammt immerhin im Original aus dem Jahr 1952. Auch die Restauration des Bildmaterials ist gut gelungen. Wenn man speziell den originalen Vorspann als Vergleich hinzuzieht, dann ist der Film selbst von einer deutlich besseren Qualität.
Inhaltlich geht es um diverse Morde, für die sich der Marquis, einem Mann ohne Gesicht und lauter Geheimnissen. Alsbald führt die Spur den Schriftsteller und Hobby-Detektiv Paul Temple, der auch in dieser Verfilmung von dem wunderbaren John Bentley gespielt wird, und seine Frau Steve, die ebenfalls sehr gut und authentisch von Patricia Dainton in Szene gesetzt wird, zu einem mysteriösen Archäologen. Und plötzlich scheint die Lösung des Rätsels um den Grund der Morde des Marquis eine ganz neue Dimension zu erlangen.
Die Figur des Archäologen Sir Felix Raybourne wird vom großartigen Christopher Lee gespielt und dieser einmalige Schauspieler haucht der Figur ein unglaubliches Charisma ein.
Als Bonusmaterial darf der Zuschauer knappe zehn Minuten hinter die Kulissen gucken. Dort geben die Macher der Neusynchronisation einen Einblick und Informationen zu den neuen Sprachaufnahmen, man sieht die Sprecher kurz in Aktion und bekommt erklärende Worte von den Verantwortlichen. Dazu gibt es dann noch den zweiten Teil des Interviews mit dem Sohn von Francis Durbridge, Nicolas Durbridge. Auch in dieser knappen halben Stunde gibt der Sohn des großen Autoren wieder interessante Einblicke und Informationen in Bezug auf seinen Vater preis.
Und auch das Booklet dieser DVD Veröffentlichung kommt wieder mit einer unveröffentlichten Kurzgeschichte, die den Titel "Ein Geschenk von Paul Temple" trägt und vielen Informationen rund um die Figur Paul Temple daher. Und so ist auch "Paul Temple und der Fall Marquis" eine schöne und speziell für Nostalgiker und Fans der alten Francis Durbridge Hörspiele und Filme, Veröffentlichung.

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Paul Temple - Jagd auf Z

Pidax macht den alten Straßenfeger Serienfans ein wahres Geschenk. Mit "Paul Temple - Jagd auf Z" erscheint eine britische Verfilmung um den Hobby-Ermittler und Schriftsteller aus der Feder des unvergessenen Francis Durbridge, die man kurz vor der Vernichtung retten konnte und nun einem breiten Krimipublikum mit schönen und nostalgischem Bonusmaterial zugänglich macht.
Paul Temple wird hier von John Bentley gespielt. Und dieser haucht der Figur einen Charme und Witz zugleich ein, wie sich das der Autor auch vorgestellt haben dürfte.
Der Fall als solches ist überschaubar interessant, die Leistungen der Schauspieler sind es ebenfalls und doch entwickelt die Verfilmung rund um eine Spionage-Bande einen interessanten Charme. Paul Temple und seine Frau Eva (warum auch immer man sich damals dazu entschlossen hat, aus Steve Eva zu machen) werden um ihre Hilfe gebeten und ehe sie sich versehen, sind sie schon mittendrin und machen Jagd auf Z.
Das Filmmaterial ist digital überarbeitet worden und daher ist die Qualität angesichts des Alters und Zustands der Originalaufnahmen wirklich sehr gut. Von Ton kann man das leider nicht behaupten, er sirrt oftmals und klingt recht blechern, fast wie etwas dauerhaft übersteuert. Aber immerhin konnte man auch diesen ins 21. Jahrhundert retten und bei dieser Aufnahme ist das das Einzige, was zählt.
Dazu gibt es dann noch ein knapp halbstündiges Interview mit Nicolas Durbridge, dem Sohn des Autoren, in dem dieser interessante Auskünfte über seinen Vater und dessen Entwicklung bis hin zum Erfolgsautor gibt. Das Interview ist sehr persönlich und es ist Nicolas Durbidge anzumerken, das er in gewisser Weise geehrt ist, (s)einen familiären Teil zu dieser Neuveröffentlichung des Film beizutragen.
Des Weiteren gibt es noch den damaligen deutschen Vorspann in unbearbeiteter und daher sehr pixeliger Form sowie einen Trailer mit auf der DVD als zusätzliches Material.
Das Booklet hält dann neben einem interessanten Vorwort von Dr. Georg Pagitz über die Entstehung der Figur des Paul Temple auch noch die bis dato unveröffentlichte Kurzgeschichte "Paul Temple und die Puppe des Bauchredners" für die Fans bereit.
Alles in allem eine klasse Veröffentlichung einer längst verschollen geglaubten Filmperle, die in keinem Regal eines nostalgisch veranlagten Krimifans fehlen darf.

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Helge Schneider - Lass knacken, Helge! Helge, der Film! Helge, Life!

Helge Schneider macht Schluss! Aber eben ganz nach seinen eigenen Vorstellungen. Und eine dieser Vorstellungen, genauer gesagte sein letzte vor dem zukünftigen Comeback hat er aufnehmen lassen, um die der Menge seiner Fans und allen anderen schrägen Perfektionisten unter der Sonne Deutschlands und des Rests der Welt für die Ewigkeit zugänglich zu machen.
Und dieses besondere Event fand im September 2014 in Berlin statt. Dort spielte Helge Schneider im Tempodrom seine (vorerst) letzte Live-Show und zeigte sich auch bei dieser gewohnt und bewusst chaotisch. Nichts ist wie man es erwarten könnte, nichts ist scheinbar durchgeplant, aber alles ist Schneider, Helge Schneider.
Das ulkige Multitalent verlangt mit bestimmten Späßen, Texten und Darbietungsweisen von seinen Fans und den sonstigen Besuchern seiner Konzerte eine offene Haltung in Bezug auf Humor und Exzentrik. Aber wer zu Schneider geht, der weiß, was er bekommt. Das scheinbar Unnormale, die Extravaganz der Zeit, das bewusste auf Komikerebene durchlebte Verschaukeln von sich selbst und auch allen anderen - weil es so scheinbar einfacher ist. Aber trotz dieser ganzen Facetten und stilistisch ansprechenden Fassaden klingt zwischen den Zeilen und Gesten immer wieder der Ansatz der Sozialkritik durch.
Im Rahmen des Konzertfilms auf der BluRay werden zwischen den einzelnen Stücken auch immer wieder kurze Interviewsequenzen mit Helge Schneider eingespielt, in welchen dieser die Ursprünge und teilweise auch Hintergründe von bestimmten Liedern sowie seine persönliche Einstellung dazu erklärt. Und so ist "Lass knacken, Helge! Helge, der Film! Helge, Life!" ein nettes Filmdokument eines irgendwie einmal mehr anderen Konzertes geworden. Die Bildqualität ist sehr gut. Gestochen scharf fühlt man sich wie live im Konzertsaal. Und auch der Ton, der in Dolby Digital bzw. Surround 5.1 vorhanden ist, lässt kaum Wünsche offen.
Als Zugabe gibt es ein abgeflipptes Interview mit Heinz Dobermann, einem Star-Reporter, den man einfach kennen oder zumindest hier bei dieser Sequenz kennenlernen muss.
Auf der beiliegenden CD befindet sich dann noch eine Konzertaufnahme aus der Essener Grugahalle vom März 2014. Eine schöne Beilage, damit man auch ohne Fernseher in den Genuss der geballten Unterhaltungspower im Stil des Helge Schneider kommt. Und die CD unterstreicht zudem einmal mehr, die Extravaganz des Jubilars, denn Helge Schneider feiert dieses Jahr nicht nur sein 40jähriges Bühnenjubiläum, sondern auch seinen 60. Geburtstag.
Einziger Wermutstropfen dieser Veröffentlichung ist die Tatsache, dass die Laufzeit der BluRay mit angegebenen 145 Minuten nicht stimmt. Der Konzertmitschnitt und das Interview dauern zusammen 100 Minuten und mehr Material gibt es darauf nicht. Hier werden dem Fan also 45 Minuten mehr versprochen, von denen man sich fragen muss, wo diese denn wohl geblieben sind. Aber ansonsten ist "Lass knacken, Helge! Helge, der Film! Helge, Life!" sicherlich ein lohnenswertes Dokument für alle Helge Schneider Fans, denn nur sie können die außergewöhnliche Genialität dieses Künstlers richtig erkennen und würdigen.

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Blutsbande - Staffel 1

Es ist immer wieder faszinierend, welch hervorragendes Gespür die schwedischen Filmproduzenten bei der Umsetzung von spannenden Kriminal- und Thrillerverfilmungen haben. Und eben dieses Vermögen drückt sich auf etwas andere Weise auch bei der Umsetzung der ersten Staffel der Familientragödie "Blutsbande" aus.
Drei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden von ihrer Mutter zusammengerufen. Auf die Schäreninsel, auf der die Mutter zusammen mit einem Sohn und dessen Familie ein altes Gästehaus betreibt, werden die Kinder gerufen und die Mutter gibt jedem Kind einen ganz speziellen Rat. Dann bringt sie sich um und als die Testamentsverkündung stattfindet, ist danach nichts mehr wie es vorher war. Die Mutter hat verfügt, dass die drei Geschwister, die sich untereinander nicht wirklich gut verstehen, einen Sommer lang gemeinsam und durchgehend auf der Insel das Gästehaus führen müssen, damit dieses als Erbe unter ihnen aufgeteilt wird. Ansonsten fiele das Hause einer gemeinnützigen Institution zu.
Und durch diese auferlegte Bürde müssen sich die Geschwister zusammenreißen und gemeinsam über den Sommer kommen. Ein jeder ist anders. Die Tochter ist Schauspielerin, der eine Sohn hat ein schlecht laufendes Restaurant und auch sonst noch weitere dunkle Geheimnisse und der Sohn, der mit seiner Mutter zusammen das Gästehaus geführt hat, hat ebenfalls eine mehr als dunkle Vergangenheit.
Im Laufe der Staffel werden alle Charaktere immer häppchenweise näher beleuchtet und die einzelnen Probleme der Geschwister und ihre daraus resultierenden Verhaltensweisen kommen immer klarer ans Tageslicht. Und je mehr sie der eigentliche Betrieb des Gästehauses auf ungewöhnliche Weise zusammen zu schweißen scheint, desto tiefer gerät ein jeder in seinen eigenen emotionalen und kriminellen Strudel. So entwickelt sich eine spannende erste Staffel mit einer Länge von knapp zehn Stunden, aufgeteilt in zehn Episoden.
Und mit jeder Folge wird der Zuschauer intensiver ins Geschehen gezogen und auf unterschwellig abhängig machende Weise neugieriger auf die immer weiter zu Tage tretenden Vergangenheiten und Geheimnisse aller Beteiligter gemacht.
Und je näher das Staffelfinale kommt und sich der Sommer entsprechend dem Ende neigt, so tiefer bekommt man Einblicke in die einzelnen Charaktere, Morde und Intrigen, Liebe und Schmerz und eine Familientragödie und Kinderschicksal, an das man anfänglich nicht zu glauben wagte.
Tolle Bilder, famose Blickwinkel und Kameraeinstellungen fangen die düstere Atmosphäre, die fast durchgehend auf der Geschichte rund um die Familie Waldemar liegt, hervorragend ein. Und wenn man sich durch die erste in das Geschehen einführende Folge durchgesehen hat, entwickelt die Serie ein Suchtpotential, dem man sich einfach nicht mehr entziehen kann. "Blutsbande" ist Tragödien- und Kriminalunterhaltung auf sehr hohen intellektuellen Niveau. Diese erste Staffel macht schon jetzt mehr als neugierig auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen wird.

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The Team

The Team ist eine europäische Gemeinschaftsproduktion, an der der deutsche Sender ZDF maßgeblichen Anteil hatte. Im Rahmen einer Europol Ermittlung aufgrund von diversen Morden an Frauen in unterschiedlichen Ländern werden der Polizist Harald Bjørn aus Dänemark, die Berliner Kommissarin Jacky Müller und Alicia van Bergen aus Belgien zu einem Team zusammen gestellt, das den Hintergrund der Morde ermitteln und die Länder übergreifend durchgeführten Verbrechen aufklären soll. Im Laufe der Ermittlungen wird das Ausmaß und die Brutalität der oder des Täters immer deutlicher und Vieles läuft bei einem litauischen Geschäftsmann mit einer mehr als dunklen Vergangenheit zusammen. Und so tauchen die Polizisten immer tiefer in einen Sumpf aus Korruption, Prostitution, Menschen- und Drogenhandel ein. Es entwickelt sich eine rasante Jagd, die das Team immer wieder vor neue Herausforderungen stellt und mit jedem Schritt, den die Polizisten in die richtige Richtung zu machen scheinen, gewinnt der Fall wieder und wieder unerwartete Wendungen - bis hin zu einem wirklich sehr guten Finale, dass diese qualitativ hochwertige Verfilmung auf angemessene Weise abrundet.
Der erste Fall dieses internationalen Teams erstreckt sich über acht Folgen, die jeweils rund 60 Minuten Länge haben. Die Besetzung der Kommissare ist mit dem Dänen Lars Mikkelsen, den man bereits aus seinen Auftritten bei diversen skandinavischen Kriminalverfilmungen wie Kommissarin Lund kennt, der deutschen Jasmin Gerat und Veerle Baetens aus Belgien sehr gut besetzt. Da alle Schauspieler ihre ganz eigene Art der Selbstdarstellung haben, entstehen immer wieder Spannungsfelder in fachlicher und emotionaler Hinsicht, die sich sehr belebend und spannend auf den Fall und die Unterhaltung der Zuschauer auswirken.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg hervorragend, einzig bei der nachträglichen Synchronisation zeigten sich oftmals ein paar Schwächen bei Jasmin Gerat. Ihre Stimme ist phasenweise zu laut und wirkt richtig gehend abgelesen und leider dadurch aufgesetzt. Von dieser Problematik sind scheinbar die in englischer Sprache gespielten Szenen betroffen, die dann nachträglich noch von der deutschen Schauspielerin synchronisiert worden sind.
Das Bild ist fast ausnahmslos optimal. Klare Farben und geschickte Kameraperspektiven unterstreichen die Spannungselemente, die dieser Fall zu Hauf für die Zuschauer bereit hält, auf sehr eindrucksvolle Weise. An einigen Stellen gab es im Blu-Ray Player leichte Verwacklungen des Bildes, die Gott sei Dank wirklich nur von minimaler Dauer waren. Den Ton zu den acht Folgen der Serie gibt es ausnahmslos in Dolby Surround 5.1. Der Sound ist klar und hinsichtlich der Effekte bei den überraschenden Szenen ein Erlebnis.
Als Bonus zu den acht Folgen gibt es dann noch einen Bericht über die Hauptdarsteller und ein kleines Making-Of. Zudem gibt es im umfangreichen Booklet der Blu-Ray dann auch noch ein interessantes Interview mit den drei Hauptdarstellern zu der Verfilmung.
Man kann nur hoffen, dass der Erfolg der Serie den Produzenten Mut macht, alsbald eine neue Staffel zu veröffentlichen, denn dieses Format lechzt definitiv nach einer Fortsetzung.

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