Menu
A+ A A-

Paul Temple und der Fall Marquis

Dieser zweite Paul Temple Fall ist in einer Hinsicht etwas ganz Besonderes. Denn zu dieser Verfilmung gab es bislang keine deutsche Tonspur. So hat das Pidax Team die Synchronisation in Auftrag gegeben und den Film erstmals in deutscher Sprache für die Paul Temple Fans der ersten Stunde und alle, die es aktuell geworden sind und noch werden, neu synchronisiert.
Durch eine gut angewandte Technik hat man es seitens der Macher sehr gut verstanden, die Stimmen derart zu bearbeiten, dass man das Gefühl hat, die Synchronisation stammte aus der damaligen Zeit. Denn der Film stammt immerhin im Original aus dem Jahr 1952. Auch die Restauration des Bildmaterials ist gut gelungen. Wenn man speziell den originalen Vorspann als Vergleich hinzuzieht, dann ist der Film selbst von einer deutlich besseren Qualität.
Inhaltlich geht es um diverse Morde, für die sich der Marquis, einem Mann ohne Gesicht und lauter Geheimnissen. Alsbald führt die Spur den Schriftsteller und Hobby-Detektiv Paul Temple, der auch in dieser Verfilmung von dem wunderbaren John Bentley gespielt wird, und seine Frau Steve, die ebenfalls sehr gut und authentisch von Patricia Dainton in Szene gesetzt wird, zu einem mysteriösen Archäologen. Und plötzlich scheint die Lösung des Rätsels um den Grund der Morde des Marquis eine ganz neue Dimension zu erlangen.
Die Figur des Archäologen Sir Felix Raybourne wird vom großartigen Christopher Lee gespielt und dieser einmalige Schauspieler haucht der Figur ein unglaubliches Charisma ein.
Als Bonusmaterial darf der Zuschauer knappe zehn Minuten hinter die Kulissen gucken. Dort geben die Macher der Neusynchronisation einen Einblick und Informationen zu den neuen Sprachaufnahmen, man sieht die Sprecher kurz in Aktion und bekommt erklärende Worte von den Verantwortlichen. Dazu gibt es dann noch den zweiten Teil des Interviews mit dem Sohn von Francis Durbridge, Nicolas Durbridge. Auch in dieser knappen halben Stunde gibt der Sohn des großen Autoren wieder interessante Einblicke und Informationen in Bezug auf seinen Vater preis.
Und auch das Booklet dieser DVD Veröffentlichung kommt wieder mit einer unveröffentlichten Kurzgeschichte, die den Titel "Ein Geschenk von Paul Temple" trägt und vielen Informationen rund um die Figur Paul Temple daher. Und so ist auch "Paul Temple und der Fall Marquis" eine schöne und speziell für Nostalgiker und Fans der alten Francis Durbridge Hörspiele und Filme, Veröffentlichung.

weiterlesen ...

Paul Temple - Jagd auf Z

Pidax macht den alten Straßenfeger Serienfans ein wahres Geschenk. Mit "Paul Temple - Jagd auf Z" erscheint eine britische Verfilmung um den Hobby-Ermittler und Schriftsteller aus der Feder des unvergessenen Francis Durbridge, die man kurz vor der Vernichtung retten konnte und nun einem breiten Krimipublikum mit schönen und nostalgischem Bonusmaterial zugänglich macht.
Paul Temple wird hier von John Bentley gespielt. Und dieser haucht der Figur einen Charme und Witz zugleich ein, wie sich das der Autor auch vorgestellt haben dürfte.
Der Fall als solches ist überschaubar interessant, die Leistungen der Schauspieler sind es ebenfalls und doch entwickelt die Verfilmung rund um eine Spionage-Bande einen interessanten Charme. Paul Temple und seine Frau Eva (warum auch immer man sich damals dazu entschlossen hat, aus Steve Eva zu machen) werden um ihre Hilfe gebeten und ehe sie sich versehen, sind sie schon mittendrin und machen Jagd auf Z.
Das Filmmaterial ist digital überarbeitet worden und daher ist die Qualität angesichts des Alters und Zustands der Originalaufnahmen wirklich sehr gut. Von Ton kann man das leider nicht behaupten, er sirrt oftmals und klingt recht blechern, fast wie etwas dauerhaft übersteuert. Aber immerhin konnte man auch diesen ins 21. Jahrhundert retten und bei dieser Aufnahme ist das das Einzige, was zählt.
Dazu gibt es dann noch ein knapp halbstündiges Interview mit Nicolas Durbridge, dem Sohn des Autoren, in dem dieser interessante Auskünfte über seinen Vater und dessen Entwicklung bis hin zum Erfolgsautor gibt. Das Interview ist sehr persönlich und es ist Nicolas Durbidge anzumerken, das er in gewisser Weise geehrt ist, (s)einen familiären Teil zu dieser Neuveröffentlichung des Film beizutragen.
Des Weiteren gibt es noch den damaligen deutschen Vorspann in unbearbeiteter und daher sehr pixeliger Form sowie einen Trailer mit auf der DVD als zusätzliches Material.
Das Booklet hält dann neben einem interessanten Vorwort von Dr. Georg Pagitz über die Entstehung der Figur des Paul Temple auch noch die bis dato unveröffentlichte Kurzgeschichte "Paul Temple und die Puppe des Bauchredners" für die Fans bereit.
Alles in allem eine klasse Veröffentlichung einer längst verschollen geglaubten Filmperle, die in keinem Regal eines nostalgisch veranlagten Krimifans fehlen darf.

weiterlesen ...

Helge Schneider - Lass knacken, Helge! Helge, der Film! Helge, Life!

Helge Schneider macht Schluss! Aber eben ganz nach seinen eigenen Vorstellungen. Und eine dieser Vorstellungen, genauer gesagte sein letzte vor dem zukünftigen Comeback hat er aufnehmen lassen, um die der Menge seiner Fans und allen anderen schrägen Perfektionisten unter der Sonne Deutschlands und des Rests der Welt für die Ewigkeit zugänglich zu machen.
Und dieses besondere Event fand im September 2014 in Berlin statt. Dort spielte Helge Schneider im Tempodrom seine (vorerst) letzte Live-Show und zeigte sich auch bei dieser gewohnt und bewusst chaotisch. Nichts ist wie man es erwarten könnte, nichts ist scheinbar durchgeplant, aber alles ist Schneider, Helge Schneider.
Das ulkige Multitalent verlangt mit bestimmten Späßen, Texten und Darbietungsweisen von seinen Fans und den sonstigen Besuchern seiner Konzerte eine offene Haltung in Bezug auf Humor und Exzentrik. Aber wer zu Schneider geht, der weiß, was er bekommt. Das scheinbar Unnormale, die Extravaganz der Zeit, das bewusste auf Komikerebene durchlebte Verschaukeln von sich selbst und auch allen anderen - weil es so scheinbar einfacher ist. Aber trotz dieser ganzen Facetten und stilistisch ansprechenden Fassaden klingt zwischen den Zeilen und Gesten immer wieder der Ansatz der Sozialkritik durch.
Im Rahmen des Konzertfilms auf der BluRay werden zwischen den einzelnen Stücken auch immer wieder kurze Interviewsequenzen mit Helge Schneider eingespielt, in welchen dieser die Ursprünge und teilweise auch Hintergründe von bestimmten Liedern sowie seine persönliche Einstellung dazu erklärt. Und so ist "Lass knacken, Helge! Helge, der Film! Helge, Life!" ein nettes Filmdokument eines irgendwie einmal mehr anderen Konzertes geworden. Die Bildqualität ist sehr gut. Gestochen scharf fühlt man sich wie live im Konzertsaal. Und auch der Ton, der in Dolby Digital bzw. Surround 5.1 vorhanden ist, lässt kaum Wünsche offen.
Als Zugabe gibt es ein abgeflipptes Interview mit Heinz Dobermann, einem Star-Reporter, den man einfach kennen oder zumindest hier bei dieser Sequenz kennenlernen muss.
Auf der beiliegenden CD befindet sich dann noch eine Konzertaufnahme aus der Essener Grugahalle vom März 2014. Eine schöne Beilage, damit man auch ohne Fernseher in den Genuss der geballten Unterhaltungspower im Stil des Helge Schneider kommt. Und die CD unterstreicht zudem einmal mehr, die Extravaganz des Jubilars, denn Helge Schneider feiert dieses Jahr nicht nur sein 40jähriges Bühnenjubiläum, sondern auch seinen 60. Geburtstag.
Einziger Wermutstropfen dieser Veröffentlichung ist die Tatsache, dass die Laufzeit der BluRay mit angegebenen 145 Minuten nicht stimmt. Der Konzertmitschnitt und das Interview dauern zusammen 100 Minuten und mehr Material gibt es darauf nicht. Hier werden dem Fan also 45 Minuten mehr versprochen, von denen man sich fragen muss, wo diese denn wohl geblieben sind. Aber ansonsten ist "Lass knacken, Helge! Helge, der Film! Helge, Life!" sicherlich ein lohnenswertes Dokument für alle Helge Schneider Fans, denn nur sie können die außergewöhnliche Genialität dieses Künstlers richtig erkennen und würdigen.

weiterlesen ...

Blutsbande - Staffel 1

Es ist immer wieder faszinierend, welch hervorragendes Gespür die schwedischen Filmproduzenten bei der Umsetzung von spannenden Kriminal- und Thrillerverfilmungen haben. Und eben dieses Vermögen drückt sich auf etwas andere Weise auch bei der Umsetzung der ersten Staffel der Familientragödie "Blutsbande" aus.
Drei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden von ihrer Mutter zusammengerufen. Auf die Schäreninsel, auf der die Mutter zusammen mit einem Sohn und dessen Familie ein altes Gästehaus betreibt, werden die Kinder gerufen und die Mutter gibt jedem Kind einen ganz speziellen Rat. Dann bringt sie sich um und als die Testamentsverkündung stattfindet, ist danach nichts mehr wie es vorher war. Die Mutter hat verfügt, dass die drei Geschwister, die sich untereinander nicht wirklich gut verstehen, einen Sommer lang gemeinsam und durchgehend auf der Insel das Gästehaus führen müssen, damit dieses als Erbe unter ihnen aufgeteilt wird. Ansonsten fiele das Hause einer gemeinnützigen Institution zu.
Und durch diese auferlegte Bürde müssen sich die Geschwister zusammenreißen und gemeinsam über den Sommer kommen. Ein jeder ist anders. Die Tochter ist Schauspielerin, der eine Sohn hat ein schlecht laufendes Restaurant und auch sonst noch weitere dunkle Geheimnisse und der Sohn, der mit seiner Mutter zusammen das Gästehaus geführt hat, hat ebenfalls eine mehr als dunkle Vergangenheit.
Im Laufe der Staffel werden alle Charaktere immer häppchenweise näher beleuchtet und die einzelnen Probleme der Geschwister und ihre daraus resultierenden Verhaltensweisen kommen immer klarer ans Tageslicht. Und je mehr sie der eigentliche Betrieb des Gästehauses auf ungewöhnliche Weise zusammen zu schweißen scheint, desto tiefer gerät ein jeder in seinen eigenen emotionalen und kriminellen Strudel. So entwickelt sich eine spannende erste Staffel mit einer Länge von knapp zehn Stunden, aufgeteilt in zehn Episoden.
Und mit jeder Folge wird der Zuschauer intensiver ins Geschehen gezogen und auf unterschwellig abhängig machende Weise neugieriger auf die immer weiter zu Tage tretenden Vergangenheiten und Geheimnisse aller Beteiligter gemacht.
Und je näher das Staffelfinale kommt und sich der Sommer entsprechend dem Ende neigt, so tiefer bekommt man Einblicke in die einzelnen Charaktere, Morde und Intrigen, Liebe und Schmerz und eine Familientragödie und Kinderschicksal, an das man anfänglich nicht zu glauben wagte.
Tolle Bilder, famose Blickwinkel und Kameraeinstellungen fangen die düstere Atmosphäre, die fast durchgehend auf der Geschichte rund um die Familie Waldemar liegt, hervorragend ein. Und wenn man sich durch die erste in das Geschehen einführende Folge durchgesehen hat, entwickelt die Serie ein Suchtpotential, dem man sich einfach nicht mehr entziehen kann. "Blutsbande" ist Tragödien- und Kriminalunterhaltung auf sehr hohen intellektuellen Niveau. Diese erste Staffel macht schon jetzt mehr als neugierig auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen wird.

weiterlesen ...

The Team

The Team ist eine europäische Gemeinschaftsproduktion, an der der deutsche Sender ZDF maßgeblichen Anteil hatte. Im Rahmen einer Europol Ermittlung aufgrund von diversen Morden an Frauen in unterschiedlichen Ländern werden der Polizist Harald Bjørn aus Dänemark, die Berliner Kommissarin Jacky Müller und Alicia van Bergen aus Belgien zu einem Team zusammen gestellt, das den Hintergrund der Morde ermitteln und die Länder übergreifend durchgeführten Verbrechen aufklären soll. Im Laufe der Ermittlungen wird das Ausmaß und die Brutalität der oder des Täters immer deutlicher und Vieles läuft bei einem litauischen Geschäftsmann mit einer mehr als dunklen Vergangenheit zusammen. Und so tauchen die Polizisten immer tiefer in einen Sumpf aus Korruption, Prostitution, Menschen- und Drogenhandel ein. Es entwickelt sich eine rasante Jagd, die das Team immer wieder vor neue Herausforderungen stellt und mit jedem Schritt, den die Polizisten in die richtige Richtung zu machen scheinen, gewinnt der Fall wieder und wieder unerwartete Wendungen - bis hin zu einem wirklich sehr guten Finale, dass diese qualitativ hochwertige Verfilmung auf angemessene Weise abrundet.
Der erste Fall dieses internationalen Teams erstreckt sich über acht Folgen, die jeweils rund 60 Minuten Länge haben. Die Besetzung der Kommissare ist mit dem Dänen Lars Mikkelsen, den man bereits aus seinen Auftritten bei diversen skandinavischen Kriminalverfilmungen wie Kommissarin Lund kennt, der deutschen Jasmin Gerat und Veerle Baetens aus Belgien sehr gut besetzt. Da alle Schauspieler ihre ganz eigene Art der Selbstdarstellung haben, entstehen immer wieder Spannungsfelder in fachlicher und emotionaler Hinsicht, die sich sehr belebend und spannend auf den Fall und die Unterhaltung der Zuschauer auswirken.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg hervorragend, einzig bei der nachträglichen Synchronisation zeigten sich oftmals ein paar Schwächen bei Jasmin Gerat. Ihre Stimme ist phasenweise zu laut und wirkt richtig gehend abgelesen und leider dadurch aufgesetzt. Von dieser Problematik sind scheinbar die in englischer Sprache gespielten Szenen betroffen, die dann nachträglich noch von der deutschen Schauspielerin synchronisiert worden sind.
Das Bild ist fast ausnahmslos optimal. Klare Farben und geschickte Kameraperspektiven unterstreichen die Spannungselemente, die dieser Fall zu Hauf für die Zuschauer bereit hält, auf sehr eindrucksvolle Weise. An einigen Stellen gab es im Blu-Ray Player leichte Verwacklungen des Bildes, die Gott sei Dank wirklich nur von minimaler Dauer waren. Den Ton zu den acht Folgen der Serie gibt es ausnahmslos in Dolby Surround 5.1. Der Sound ist klar und hinsichtlich der Effekte bei den überraschenden Szenen ein Erlebnis.
Als Bonus zu den acht Folgen gibt es dann noch einen Bericht über die Hauptdarsteller und ein kleines Making-Of. Zudem gibt es im umfangreichen Booklet der Blu-Ray dann auch noch ein interessantes Interview mit den drei Hauptdarstellern zu der Verfilmung.
Man kann nur hoffen, dass der Erfolg der Serie den Produzenten Mut macht, alsbald eine neue Staffel zu veröffentlichen, denn dieses Format lechzt definitiv nach einer Fortsetzung.

weiterlesen ...
Diesen RSS-Feed abonnieren