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Solo für Schwarz - Die Gesamtedition

In der vierteiligen Fernseh-Kurzserie "Solo für Schwarz" spielt die leider viel zu früh krankheitsbedingt verstorbene Barbara Rudnik die Hauptrolle und verleiht der BKA Beamtin und Polizeipsychologin Hannah Schwarz ein im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtiges Gesicht.
In den vier Folgen der Serie, die in den Jahren 2003 bis 2007 entstanden sind, löst die aus persönlichen Gründen aus der Metropole Frankfurt ins damals noch eher im gesamtdeutschen Kontext etwas unscheinbare Schwerin kommende Kriminalpsychologin vier spannend arrangierte Fälle.
Die Macher der Serie haben es vermocht, ein angenehmes Gleichgewicht zwischen der persönlichen Geschichte der Figur Hannah Schwarz auf der einen und den Kriminalfällen auf der anderen Seite zu schaffen.
Barbara Rudnik verleiht der Figur ein einmaliges Gesicht. Diese Tatsache führte auch dazu, dass man nach dem Tod der Schauspielerin die Rolle der Hauptfigur nicht neu besetzt, sondern die Serie nach leider nur vier Folgen eingestellt hat.
Die Darsteller der Schweriner Kollegen von Hannah Schwarz wirken allerdings in ihrer Art und ihrem Handeln nicht immer so rund, wie das bei Barbara Rudnik der Fall ist. Die Gestik und Mimik wirken ein wenig hölzern und manchmal kommt beim Zuschauen der Gedanken an Schauspielneulinge auf. Speziell bei der ersten Folge fällt dies sehr auf. Im Laufe der weiteren drei Filme finden sich dann aber alle Beteiligten deutlich besser in ihre Rollen ein und das anfänglich leicht irritierende Gefühl verschwindet.
Es schade, dass man die sich im Laufe der vier Filme angenehm auf vielen Ebenen entwickelnde Serie wieder einstellen musste, aber mit der nun vorliegenden Gesamtbox hat man erstmalig alle vier Folgen von "Solo für Schwarz" zusammen.
Die Qualität der Bilder ist in Ordnung, an diversen Stellen wird deutlich, dass das damals verwendete Filmmaterial nicht das qualitativ beste gewesen ist. Die Bilder sind immer wieder mit einer leichten Unschärfe versehen und gerade die heutigen Smart TVs mit ihren sehr guten Auflösungen bestrafen damalige Bild-Qualitäten natürlich besonders. Setzt man die Qualität der Bilder ins Verhältnis zum Entstehungszeitraum der vier Filme, dann ist sie im oberen Mittelfeld anzusiedeln.
Der in Dolby Digital 2.0 vorliegende Ton ist gut und ausgewogen. Die beteiligten Personen sind gut und durchaus ein wenig räumlich zu verstehen. Ein weiteres kleines Manko bei dieser Gesamtedition ist die Tatsache, dass es nur die vier Filme und keine einzige Minute an Bonusmaterial gibt. Hier wäre es klasse gewesen, wenn aus der damaligen Zeit noch Blicke hinter die Kulissen, nicht verwendete Szenen oder gar Interviews mit den Schauspielern vorhanden gewesen wären und hätten verwendet werden können. Insgesamt ist diese "Solo für Schwarz - Die Gesamtbox" aber eine lohnenswerte Anschaffung, die das Flair der damaligen Zeit ebenso galant unterstreicht, wie sie Barbara Rudnik ein verdientes kleines und zeitloses Denkmal setzt.

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