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Beth Hart & Joe Bonamassa - Black Coffee

Schon das wunderbare Retro-Cover weist darauf hin, was uns auf dieser Scheibe erwartet. Die beiden Protagonisten rahmen eine Tasse schwarzen Kaffees ein, dessen Oberfläche eine stilisierte LP abbildet. Darunter befindet sich in breiten Lettern das 70er/80er Jahre Schlagwort "High Fidelity Stereo" und nicht etwa der Modebegriff "Streaming". Beth Hart und Joe Bonamassa setzen hier auf Altbewährtes in einem neuen Gewand.
Diese vierte gemeinsame Produktion - nach 2 Studioalben "Don't Explain" (2011) und "Seesaw" (2013) sowie einem Live Album "Live in Amsterdam" (2014) - befasst sich erneut mit Soul-Covern. Auf "Live in Amsterdam" haben die beiden sehr energiegeladen "Nutbush City Limits" eingespielt - bei diesem Studio Album bildet ebenfalls ein Ike & Tina Turner Song nämlich "Black Coffee" den Title-Track. Hier kann Beth Hart Ihre "Shouter" Qualitäten richtig ausleben - und es gelingt ihr fantastisch. Da kann sie Steve Marriott (Humble Pie), der dieses Stück auf "Eat it" ebenfalls verewigt hat, mehr als das Wasser reichen.
Außer dem weiteren Klassiker "Sitting on Top of the World" haben Hart und Bonamassa in weniger bekannteren Gefilden gewildert. Bei diesem Titel läuft Bonamassa mit seinem Gitarrenspiel zu Höchstform auf, sehr gut in Szene gesetzt durch die Bläser Section. Den Einstieg in die Platte bildet Edgar Winter's "Give it everything you got", das eindrucksvoll mit Bonamassa "Wah-Wah"-Riffs startet, die Bläser das Motiv aufnehmen und Beth ihren energiegeladenen Gesang beisteuert. Im weiteren Verlauf "befeuern" sich Bonamassa und die Bläser gegenseitig - eine unglaubliche Interpretation.
Etwas ruhiger geht es bei den Soul-Balladen "Damn your Eyes" von Etta James und "Lullaby of the leaves" von Ella Fitzgerald zu, bei denen Beth Hart's Stimme glänzt. "Lullaby of the Leaves" endet schließlich mit einem gefühlvollen Solo von Joe. Bei der Auswahl der Cover wurde auch auf ein jüngeres Stück zurückgegriffen. "Addicted" von dem österreichischen Elektrotrio Waldeck aus dem Jahre 2007 setzt den Schlusspunkt des Albums und Beth Harts Stimme groovt wunderbar.
Insgesamt knüpft dieses aktuelle Album, das in nur 5 Tagen eingespielt wurde, nahtlos an das Grammy nominierte Album "Seesaw " an und bringt aufgrund des phänomenalen Zusammenwirkens der beiden Hauptakteure einen zeitgemäßen Soul Blues zu Gehör. Die Erfolgsgeschichte von Beth Hart und Joe Bonamassa dürfte mit diesem Album einen neuen Höhepunkt erreichen.

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