Menu
A+ A A-

Die drei Fragezeichen (192) Im Bann des Drachen

Ein tolles und farbenfrohes Cover macht leider noch lange kein gutes Hörspiel. Diese Diskrepanz muss man leider bei der 192. Folge der Serie um Justus, Peter und Bob einmal mehr leidvoll erfahren. Der neueste Fall der drei Detektive ist so hanebüchen, wie kaum einer zuvor. Peter wird von der chinesischen Mafia, den Triaden nach China entführt. Ursache ist ein junger Chinese, dessen Mutter in der gefährlichen Organisation eine Schlüsselrolle bekleidet und im Zuge eines Generationenwechsels nach der Macht strebt. Ohne Peter zu kennen, gibt er gegenüber seiner Mutter an, Peter wichtige und seine Mutter belastende Dokumente übergeben zu haben. Das ist die Ursache, warum Peter sich plötzlich in Shanghai und in den Händen der Triaden wiederfindet.
Nachdem das schlechte Gewissen den jungen Chinesen Suko dann zu Justus und Bob führt und er ihnen die Situation erklärt, machen sich alle drei mit der Unterstützung des Großvaters des Chinesen, der in einer anderen Triaden-Organisation vorsteht, auf nach China, um Peter zu retten und die Beweise gegen die Mutter Zukos zu finden. Denn diese befinden sich im Land der aufgehenden Sonne.
Doch das, was hier geschrieben noch einigermaßen interessant klingt, ist langweilig und ohne Esprit - und zwar leider vom Anfang bis zum Ende. Der gesamte Verlauf der Erzählung ist an den Haaren herbeigezogen und für jeden Fan der Serie, der seit der ersten Stunde die Abenteuer der drei Freunde aus Rocky Beach verfolgt, schon fast eine Beleidigung. Christoph Dittert hat sich als Autor mit dieser Vorlage nach bzw. neben Marco Sonnleitner ins Aus geschrieben. Das müsste man vielleicht auch endlich mal beim Kosmos Verlag erkennen, der sich letztlich für die Veröffentlichung dieses eingereichten Skriptes entschieden hat.
So ist "Im Bann des Drachen" eine weitere Enttäuschung, die Europa aufgrund vertraglicher Konstellationen leider als Hörspiel umsetzen musste. Allerdings hat man seitens des Hörspiellabels das Beste gegeben. Denn die Sprecher machen ihre Sache wirklich sehr gut. Und allein, dass man den großartigen Horst Naumann endlich mal wieder zu hören bekommt, ist eine Art kleiner "Entschädigung" für eine inhaltliche Beleidigung, die diese Kultserie nicht verdient hat. Und so bleibt einmal mehr nur die Hoffnung, dass die nächste Folge diesen inhaltlichen Ausfall kompensieren wird.

Nach oben