Menu
A+ A A-

Joe Bonamassa - British Blues Explosion Live

Wer Joe Bonamassa bislang live erlebt hat oder aber seine 14 vorherigen Live Alben kennt, weiß, dass er in den Konzerten neben seinem eigenen Songmaterial immer auch Cover Versionen alter Blues Nummern neu interpretiert. 
Das Live Album "Muddy Wolf at the Rocks" (2015) hatte er fast ausnahmslos mit Cover Versionen von amerikanischen Blues Veteranen wie Willy Dixon, Muddy Waters und Howlin' Wolf eingespielt.
Das nun vorliegende Album beschäftigt sich, wie der Titel bereits suggeriert, ausschließlich mit den britischen Vorbildern des Blues, die Bonamassa in seinem musikalischen Schaffen ebenfalls maßgeblich beeinflusst haben. 
Es ist eine Hommage an die "living legends" Jeff Beck, Eric Clapton und Jimmy Page, die allesamt den britischen Blues und Bluesrock nachdrücklich geformt und beeinflusst haben. Bezeichnenderweise waren alle 3 Gitarristen in den 60er Jahren zu Anfang Ihrer Karriere Mitglieder der legendären Yardbirds, die zu dieser Zeit die Grundlage des britischen Blues gelegt hatten. Alle drei sind genau wie Bonamassa exzellente Techniker mit eigenwilligem Sound an der Gitarre und sowohl ungestüme als auch gefühlvolle Songwriter.
Das hier vorliegende Konzert mit seinen 14 Stücken wurde beim Greenwich Music Time Festival am 07. Juli 2016 im Old Royal Naval College in Greenwich London aufgenommen. Den Auftakt bilden die Songs der Jeff Beck Group "Beck's Bolero / Rice Pudding", zwei Songs aus der Anfangsphase diese Gruppe. Schon bei diesen Auftaktsongs brilliert die 5-köpfige Band bestehend aus Michael Rhodes (Bass), Reese Wynans (Keyboards), Anton Fig (Drums) und Russ Irwin (Rhythm Guitar) mit einer druckvollen Interpretation. 
Besonders hervorstechend ist dabei neben der Gitarrenarbeit von Bonamassa die Solos des Keyboarders Wynans.
Von Eric Clapton's Comeback Album "461 Ocean Boulevard" hat sich Bonamassa die Titel "Mainline Florida" und "Motherless Children" ausgesucht. Wie auch bei allen sonstigen Titeln kann der fachkundige Zuschauer Bonamassa direkt auf die flinken Finger schauen und sein Saitenspiel bewundern. 
Bei den Kompositionen von Jimmy Page stechen die Led Zeppelin Songs "Boogie with Stu" und der Klassiker "How many more Times" besonders hervor. Insbesondere beim ersten Song begeistert die Virtuosität des "Tastenmannes" Reese Wynans.
Bonamassa hat hier in der Tat eine explosive Auswahl von Coverversionen zusammengestellt.
Das einzige was mich ein wenig betrübt ist, dass kein Song des vierten "Übergitarristen" von der Insel, nämlich Rory Gallagher dabei ist, obwohl dieser auch einen maßgeblichen Einfluss auf ihn hatte, wie man aus früheren Veröffentlichungen Bonamassa's weiß.

Nach oben