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Kim Wilde "Close (Expanded Edition)"

Es war die erfolgreichste Zeit von Kim Wilde, es war das erfolgreichste Album der sympathischen Britin und es war die Zeit der genialsten Live-Performances von Kim Wilde. Es war 1988 und Kim Wildes sechstes Album "Close" erschien bei MCA. Nicht nur, dass das Album mit "Hey Mister Heartache", "You Came", "Never Trust A Stranger", "For Letter Word" und "Love In The Natural Way" fünf hervorragede Singles beinhaltete, sondern vielmehr, dass Kim Wilde mit eben diesem Album ihre erfolgreichsten Live-Auftritte als Support-Act für Megastars wie Michael Jackson oder auch David Bowie absolvierte, machte den Erfolg, den die Britin mit dieser Album-Ära hatte im Speziellen aus.
Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert und es ist lange Zeit ruhig um Kim Wilde gewesen. Zwar erschienen immer mal wieder Alben, die dann aber meist recht unbeachtet blieben. Vom Jahr 2009 an geriet das musikalische Schaffen von Kim Wilde dann durch mit Liebe realisierte Wiederveröffentlichungen der ersten Kim Wilde Alben durch das britische Label Cherry Pop wieder in den Fokus der Musikliebhaber. Und nachdem Cherry Pop bereits die ersten fünf Alben der Britin mit tollen Bonustracks als "Special Editions" wiederveröffentlichte, wollte man auch gerne das "Close" Album als solche Edition auf den Markt bringen. Doch diesen Gefallen tat Universal Music den britischen Kollegen nicht und veröffentlicht nun in Eigenregie und unter Mithilfe von Kim Wilde dieses Ausnahmealbum in einer neuen "Close (Expanded Edition)" als Doppel-CD passend zu 25jährigen Jubiläum des ursprünglichen Erscheinens des Albums erneut.
Sämtliche Songs wurden für diese Neuauflage neu gemastert und zudem wurde das ursprünglich zehn Titel umfassende Werk um sage und schreibe 21 Bonustracks erweitert.
Auf "Close" hat Kim Wilde sich so flexibel und poppig kommerziell wie auf keiner ihrer vorherigen Alben gezeigt. Von tanzbaren Discoknallern wie "You Came" oder auch "Never Trust A Stanger" bis hin zu wunderschönen Liebeserklärungen und niedergeschlagenen balladesken Erkenntnisse wie in "Four Letter Word" bietet dieses Werk die gesamte Bandbreite der Popmusik auf eine gefühlt sehr persönliche Art.
Auf der ersten CD gibt es als Bonustracks noch die B-Seiten Titel der ausgekoppelten Singles und auch die seinerzeit für diue Auskopplungen neu gemixten Titel der Singles zu hören.
Doch für Fans und Sammler dürfte der zweite Silberling das definitive Highlight der Veröffentlichung darstellen. Denn darauf gibt es alle Maxi- und Remixversionen der damaligen Singlesauskopplungen zu genießen. Und speziell die Remixversionen von "Hey Mister Heartache", "You Came" und "Four Letter Word" dürften vielen 80er Jahre Liebhabern entweder noch gar nicht oder wenn dann nicht mehr so wirklich im Ohr sein. Und somit ist die "Close (Expanded Edition)" eine rundum geniale Sache, denn nicht nur in Bezug auf den musikalischen Inhalt, sondern auch hinsichtlich der Neugestaltung des Booklets bleiben keine Wünsche offen. Im Booklet gibt es neue Linernotes und ebenso persönliche Worte von Kim Wilde zu dieser Wiederveröffentlichung. Und darüber hinaus dann noch viele Fotos und sämtliche Songtexte! Danke Universal für eine derartig liebevolle und komplette Edition des wohl besten Kim Wilde Albums aller Zeiten!

Bryan Adams "The Bare Bones Tour"

Nachdem Bryan Adams gerade vor kurzem seine Deutschland-Tournee auf eine faszinierend entspannte und musikalisch grandiose Art beendet hat, erscheint nun mit "The Bare Bones Tour / Live At The Sydney Opera" eine Live-DVD. Wer nun aber dachte, er bekäme ein Bilddokument der aktuellen "Greatest Hits" Tour des sympathischen Kanadiers, der sieht sich jedoch getäuscht.
Mit "The Bare Bones Tour / Live At The Sydney Opera" erscheint der legendäre Mitschnitt eines Konzerttriples, dass Bryan Adams in akustischer Form 2011 in der Oper der australischen Metropole Sydney gegeben hat. Nur mit einer Akustik-Gitarre ausgestattet und mit Pianobegleitung spielte Bryan Adams dreimal vor ausverkauftem Haus und dieses Dokument reflektiert die persönliche Atmosphäre, die Nähe, die der Kanadier zu seinen Fans hat und die Natürlichkeit, mit der der Sänger auch nach über 30 Jahren im Musikgeschäft noch immer ausgestattet ist auf eindrucksvolle Weise.
Bryan Adams ist in ständigem Kontakt zum Publikum, erzählt viele kleine Geschichten aus seinem Leben, aus den einzelnen Phasen seiner musikalischen Karriere und gibt auch den ein oder anderen Witz zum besten. Und alles wird umgarnt von sehr persönlichen und einfühlsamen Songs, die sich auf akustische Weise irgendwie noch tiefer unter die Haut und direkt zum Herzen der Fans zu bewegen scheinen. 26 Songs spielt der Kanadier und verzaubert über mehr als 100 Minuten das Publikum, nimmt es mit auf seine vielleicht persönlichste Reise durch die eigene Musikgeschichte. Und das immer mit einem Lächeln im Gesicht; mal entspannt, mal freudig, mal schelmisch. Bryan Adams ist und bleibt ein Unikum im Musikgeschäft. Und diese Live-DVD unterstreicht seine Einmaligkeit einmal mehr auf eine unaufgedrängte Art und Weise. Vornehm, zurückhaltend und bescheiden...Bryan Adams halt! Und seine Fans danken es ihm. Mit einer wunderbaren Stimmung und jeder Menge Applaus.
Die normale DVD zeichnet sich durch ein Bild und eine Kameraführung aus, die stets einwandfrei ist und die Atmosphäre wirklich nah und persönlich einfängt. Den Ton man sich in drei verschiedenen Varianten durch den Fernseher oder die Heimanlage schicken lassen. Alle Spuren sind sehr gut ausgesteuert und machen das Konzert somit nicht nur zu einem Augen-, sondern auch zu einem Ohrenschmaus.
Einzig das überhaupt nicht vorhandene Bonusmaterial lässt Wehmut aufkommen, denn gerade hier hätte man doch ob dieser Location, dieser Atmosphäre und der Vorgeschichte so viel machen können. Das hat man leider blauäugig seitens des Labels verpasst.

Covenant "Leaving Babylon"

Eine neue Besetzung, einmal mehr muss man im Fall von Covenant ja schon sagen, ein neues Album und ein durchaus vertrauter Sound. Das sind die charakteristischen Merkmale des neuen Covenant Albums "Leaving Babylon". Einzig Eskil Simonsson ist nicht nur die Stimme von Covenant, sondern auch besetzungsmäßig der Fels in der Brandung. Nach dem Ausstieg von Daniel Myer, auf dessen muskalische Ideen sich noch das letzte Covenant Album "Modern Ruin" gründete, befürchteten die Fans fast das Ende der Band. Aber die schwedische Elektroband ist wie eine Schlange. Immer wieder wird eine Besetzungshaut abgelegt und darunter ist schon eine neue.
"Leaving Babylon" liefert an sich recht wenig. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit neun Tracks liefert das Album eine für die heutige Zeit magere Ausbeute an neuem musikalischem Material. Musikalisch sind die Songs zwar im gewohnten Covenant Stil, aber bis auf "Last Dance" und "Prime Movers" rauschen die Titel irgendwie am Hörer vorbei. Der Opener "Leaving Babylon" ist nett, wird aber nach ca. einer Minute recht anstrengend und monoton. Mit "I Walk Slow" gibt es eine Ballade, die von ihren Arrangement sehr minimal und mit recht emotionslosen Sprechgesang - oder sollte man besser sagen einer Erzählung - von Eskil Simonsson ergänzt wird. Dazu ist im sehr reduzierten musikalischen Hintergrund stets eine Art Übersteuerungsfiepen zu hören. Das macht das Konsumieren des Tracks auch nicht gerade einfacher.
Sehr cool und sphärisch angehaucht ist "Auto (Circulation)". Und auch der letzte Titel des Albums, "Not To Be Here" ist gut. Eine angenehme und schön einfühlsame Ballade zum Ende des Albums. Leider ist das alles in allem etwas wenig. Da waren die Erwartungen an das neue Covenant Album deutlich höher, als sie die CD letztlich befriedigen kann.

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