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Daniel Blumberg unterschreibt bei Mute

Daniel Blumberg unterschreibt bei Mute und kündigt die Veröffentlichung seines Debütalbums unter eigenem Namen an. Minus ist ein erstaunliches Werk, eines das ein freies, experimentelles Ethos mit einem unbehausten, emotionalen Songwriting vermählt. Seinen Urgrund findet es in den chaotischen Umständen, denen Blumberg während der Entstehungsprozesses ausgesetzt war. Denn Minus ist ein Album der Zusammenbrüche. Beziehungszusammenbrüche. Mentale Zusammenbrüche. Physische Zusammenbrüche. Kommunikative Zusammenbrüche. Zusammenbrüche althergebrachter Konventionen und – im gebrochenen Herzen des Albums gewissermaßen – der Zusammenbruch von Vertrauen. Das Erstaunliche ist, dass das Album trotz allen Ungemachs zurückfindet zu einer Stärke, dem fast mantrahaft wiederholten Willen, einen Weg zurück in die Welt zu finden und das gebrochene Selbst erneut zu errichten.

Ein Vorgeschmack auf das Album – der Titeltrack „Minus“ – ist hier zu sehen:
https://youtu.be/tepBgl21g6E

Das Video entstand in dem Schuppen, in dem Blumberg große Teile des Albums schrieb und auch das Artwork dazu malte. Geschnitten wurde das Video in Budapest von dem reichlich awarddekorierten ungarischen Filmemacher David Jancso (White God, The Childhood Of A Leader).

Trotz seiner erst 27 Jahre schaut Blumberg bereits auf eine beeindruckende musikalische Biografie zurück. Angefangen bei seiner Teenageband Cajun Dance Party, mit der er einen Vertrag bei XL Recordings innehatte über seine Mitwirkung bei Yuck, Oupa und Hebronix bis zu seiner Zusammenarbeit mit David Berman (Silver Jews), Low, Lambchop und Royal Truxs Neil Michael Hagerty (mit dem Blumberg wiederum unter dem Moniker Howling Hex zusammengespielt hat).

Doch jetzt erst, mit Minus, so scheint es, ist Blumberg an einem musikalischen Ort angekommen, nach dem er lange gesucht hat. Blumberg hat einen Gutteil der letzten fünf Jahre damit verbracht, mehr oder weniger ausschließlich mit den radikalen Musiker*innen rund um die Café OTO-Szene in London zusammenzuarbeiten, wo er regelmäßig mit Leuten wie dem Violinisten Billy Steiger, dem Kontrabassisten Tom Wheatley, dem Saxofonisten Seymour Wright, der Cellistin Ute Kanngiesser und dem Gitarrist Ross Lambert zusammenspielte. Improvisationen, die Blumberg als Offenbarung beschreiben würde und die ihn dazu brachten, das Feld der freien Improvisation weiter zu erforschen.

Insbesondere mit Steiger und Wheatley schmiedete Blumberg eine starke kreative Beziehung, die sein Songwriting als Ausgangsmaterial nahm auf dessen Basis das hier nun vorliegende Album entstand. Als die Sessions zu weiter ausformulierten Formen fanden, fand Blumberg mit dem legendären Produzenten und langjährigen musikalischen Partner von Scott Walker Peter Walsh und dem Schlagzeuger Jim White (Dirty Three, Smog, Cat Power). zwei weitere Musiker, mit denen er gerne arbeiten wollte.

Innerhalb von nur fünf Tagen wurde das Album schließlich im abgelegenen Wales live eingespielt, während ihn gleichzeitig die Nachricht vom Tode eines Freundes aus Kindheitstagen ereilte, seine siebenjährige Partnerschaft zerbrach und er ohnehin erst eine Woche zuvor von einem Aufenthalt in der Psychatrie zurückgekehrt war: „Things were collapsing around me. I became entirely monomaniacal about the record. It was as if everything came to depend on its completion”, sagt Blumberg in der Rückschau.

Minus führt den Zuhörer, die Zuhörerin tief in die verästelten und beschädigten Gefilde der menschlichen Seele. Und obzwar die Ursprünge des Albums in avantgardistischer Improvisationen liegen, ist es doch Blumbergs erstaunliches Songwriting, sein Gespür für Melodie und Komposition, die Minus ausmachen und ihn als eine der herausragenden britischen Stimmen der Gegenwart auszeichnen.

Tracklisting:
01. Minus
02. The Fuse
03. Madder
04. Stacked
05. Permanent
06. The Bomb
07. Used To Be Older

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