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Ein Musikdrama gegen das Vergessen erscheint!

Das Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“ erzählt eine erschütternde Episode aus dem Ghetto Theresienstadt, bei der vor allem die Kinder im Zentrum des Geschehens standen. Das Veröffentlichungsdatum des etwa zweistündigen, durchkomponierten Werks ist gut gewählt, denn heute vor 74 Jahren, am 23.06.1944, in der Endphase des NS-Regimes, besuchte tatsächlich eine Abordnung des Internationalen Roten Kreuzes dieses Gefängnis, um sich unter Führung der NS-Offiziere davon zu überzeugen, dass es den Inhaftierten dort an nichts fehlte.

Natürlich war jedes Gespräch mit den Lagerinsassen verboten; die Häuser mussten die Gefangenen zuvor vordergründig restaurieren, Speisen, die niemand anrühren durfte, wurden reichlich herbeigebracht, Sport- und Musikveranstaltungen wurden inszeniert.

Eine dieser Aufführungen war Hans Krásas Kinderoper Brundibar, vom Komponisten selbst geleitet. Es war alles eine große propagandistische Farce, und die Vertreter des Roten Kreuzes fielen darauf hinein. Diese historische verbürgte Situation wird in dem jetzt erscheinenden Album sensibel erzählt. In den Hauptrollen: sieben Kinder, die in die Gelegenheit, bei einer Opernaufführung für Gäste mitzumachen, alle Hoffnungen stecken.
Sie glauben fest daran: Was, wenn Menschen von außerhalb der Mauern sie sehen würden? Diese müssten doch erkennen, was hier passiert und sie alle befreien! Das alles dann anders kam, ist bekannt. Kaum ein Gefangener, der an diesem Tag knapp ein Jahr vor Kriegsende dabei war, hat dies alles überlebt.

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