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RSO - Radio Free America

Zu Richie Sambora muss man zu Beginn einer Rezension nun wirklich keinerlei Worte mehr verlieren. Das Bon Jovi Gründungsmitglied wurde unlängst in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen und zählt zu den begnadetsten Gitarristen der Gegenwart.
Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der australischen Gitarristen Orianthi hat er nun ein gemeinsames Album eingespielt. Rockig, energetisch und mit dem gewissen Etwas weiß „Radio Free America“ die Qualitäten der beiden Musiker sehr eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.
Das Paar hat insgesamt 15 Titel eingespielt und unterstreicht mit diesen seine offene musikalische Denkweise und die Vielschichtigkeit des Rocks der Gegenwart. Mal mehr in Richtung Blues gehend, mal eine intensivere Prise Pop dazugefügt und mal ein paar Einflüsse des Country eingestreut; RSO klingen in all ihren Varianten gut und gegensätzlich harmonisch.
Das Album macht aufgrund seiner Abwechslung Spaß und auch wenn die Songs nicht die Eingängigkeit vieler der früheren Bon Jovi Tracks haben, so kann man die Magie und die Vertrautheit der beiden Musiker auf all ihren verbindenden Ebenen förmlich spüren. Und diese gegenseitige Befruchtung hebt „Radio Free America“ auf einen Level, der sich auch nach mehrmaligem Hören nicht abnutzt. Ein sehr cooles erstes Album einer Formation, die man sowohl im musikalischen als auch privaten Sinne weiter verfolgen sollte.

Pseudo Echo - Love An Adventure (2 Disc Expanded Edition)

Die australische Popband Pseudo Echo erlangte in den 1980er Jahren durch ihre Coverversion des alten Lipps Inc. Titels „Funky Town“ einen kurzzeitigen weltweiten Erfolg. So schnell wie der Erfolg kam, ging er dann aber auch wieder und weitere Tracks der Melbourner Band kennt heutzutage eigentlich kaum jemand mehr.
Die Band hat sich 1982 gegründet und veröffentlichte 1984 mit „Autumnal Park“ ihr erstes Album mit einem sehr überschaubaren Erfolg. Doch davon ließen sich Pseudo Echo, die Musik im Stil der damaligen, angesagten Bands wie Spandau Ballet, Duran Duran oder auch Ultravox machten, nicht nervös machen. Und so erschien 1985 die erste Auflage des „Love An Adventure“ Albums.
Die 1986 erschienene „Funky Town“ Coverversion zählte nicht zu den damaligen Titeln der Erstauflage des zweiten Pseudo Echo Albums. Doch aufgrund des großen Erfolges der Single entschloss man sich, das „Love An Adventure“ Album noch einmal mit einer abweichenden Tracklist und vor allem mit dem Mega-Hit der Band zu veröffentlichen.
Doch auf damit blieb der Erfolg, abgesehen von den Vereinigten Staaten und Australien, insgesamt doch sehr überschaubar.
Dennoch erscheint nun bei Cherry Red Records eine neue „Love An Adventure (2 Disc Expanded Edition)“ dieser Zweitauflage des damalig im Original 1987 erschienenen Albums der Australier. Neben den normalen Album Songs gibt es als Boni noch die damalig leicht verändert abgemischten Single-Versionen der aus dem Album ausgekoppelten Singles auf der ersten CD als Boni. Auf der zweiten CD befinden sich dann noch die dazu ebenfalls veröffentlichten Maxi-Versionen und Remixes der Songs „Funky Town“, „A Beat For You“, „Listening“ und „Living In A Dream“.
Alles in allem eine nette Wiederveröffentlichung für jeden Fan der 1980er Jahre, die mit Sicherheit aufgrund des damals überschaubaren Erfolges die eine oder andere länger gesuchte Remix-Version beinhalten dürfte. Und zudem bekommt man als Fan der damaligen Zeit noch ein schönes umfangreiches Booklet mit allen Songtexten, Bildern und mehr geboten.

MarieMarie - O

Marie Scheiblhuber hat unter ihrem Pseudonym MarieMarie ihr zweites Album „O“ veröffentlicht. Die gebürtige Bobingerin machte in den vergangenen Jahren durch den unerwarteten Erfolg ihres Debütalbums „Dream Maschine“ aus dem Jahre 2014 und ihren Support-Auftritten für Künstler wie Bryan Ferry oder auch den Pet Shop Boys auf sich aufmerksam.
Doch auch in privater Hinsicht hat sich so einiges bei MarieMarie getan. Sie hat nicht nur geheiratet, sondern ist vor kurzem auch noch Mutter eines Sohnes geworden. Alle diese Einflüsse hat Marie Scheiblhuber auf ihrem aktuellen Album „O“ verarbeitet und in atmosphärische Sounds und wunderbare Worte verpackt.
Und das Ergebnis ist so genial wie zerrissen. Elektronisch elektrisierend, verschroben, verträumt und aufmüpfig zugleich reflektiert MarieMarie die sie umgebenden vielschichtigen Einflüsse der Gegenwart. Mal zeigt sie sich sphärisch, mystisch und verträumt im Strudel der Gefühle. Dann plötzlich agiert sie ganz klar und mit kraftvollem, aufgebrachtem Nachdruck und später wieder in ihre eigene sichere Hülle zurückzukehren und ihre Werte zu schützen.
Und so zeigt sich die Sängerin auf „O“ künstlerisch wertvoll, musikalisch mal synthetisch und mal mit orchestraler Begleitung und im Großen und Ganzen oftmals unerwartet und in jeder Hinsicht immer wieder überraschend genial. Songs wie „Don’t Say You Want Me“, „Wrap Your Night Around Me“, „A Beautiful Life“ oder auch „The Chorus Is Dead“ sind großes musikalisches Kino und lassen den Hörer zum Ende des Albums dann doch auch irgendwie ein wenig sprachlos und verzaubert verworren zurück, um in ihm das Bedürfnis zu entfalten, das Album nochmal von vorne zu erleben.

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