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Miriam Bryant "Raised In Rain"

Einmal mehr präsentiert Schweden eine Nachwuchskünstlerin, die das Zeug zum nächsten Megastar des skandinavischen Landes hat. Miriam Bryant ist gerade einmal 21 Jahre jung, hat eine phänomenale Stimme, die nicht nur Energie sondern auch jede Menge Soul hat und mit dieser Mischung sind auch ihre Songs versehen. Das Debütalbum der Schwedin ist nun auch endlich in Deutschland über Universal erhältlich und darauf zeigt sich die Schwedin erstaunlich reif und abgeklärt. Die zwölf Titel des Albums sind hervorragend produziert, klingen voller Volumen und Kraft und unterlegen musikalisch in wunderbarer Weise die Qualitäten der Stimme von Miriam Bryant.
Und dass ihr Song "Finders Keepers" auf Youtube binnen kürzester Zeit über eine halbe Million Mal angeklickt worden ist, verwundert bei diesem Album nun wahrlich keinen mehr. Die Qualität der Titel auf "Raised In Rain" ist derart hoch, dass man nie und nimmer vermuten würde, dass es sich bei dieser Veröffentlichung um ein Debütalbum handelt.
Miriam Bryant hat alle Titel für ihr erste Albums selbst geschrieben und produziert. Dieser Umstand macht das Album sehr persönlich und man hört die enge Verbundenheit der Sängerin zu Musik und Texten förmlich in jedem Song. Ob kraftvoll nachdrücklich wie bei "Easy Street" oder nachdenklich emotional wie beim Titelstück des Albums "Raised In Rain", Miriam Bryant kann scheinbar einfach alles, wie sie will und wann sie will. Danke Schweden, danke für einen weiteren hellen Stern am großen Pop-Himmel!

Adel Tawil "Lieder"

Ich+Ich machen Pause, doch die Stimme lebt weiter - und das besser und kraftvoller als je zuvor. Adel Tawil veröffentlicht mit "Lieder" sein erstes Soloalbum und das hat es wahrlich in sich. Wunderbare deutliche Texte mit vielen persönlichen Inhalten und Gefühlen charakterisieren das Album. Die warme Stimme Adel Tawils harmoniert bestens mit den Sounds und durch die Unterstützung von verschiedensten Gastsängern wie Sido, Humpe & Humpe, Prinz Pi oder auch Jasmin Tawil erfahren die einzelnen Titel und zudem das Album als Gesamtwerk eine bemerkenswerte Breite.
Die Songs sind hervorragend produziert und Adel Tawil zeigt mit "Lieder", dass er es auch ohne seine langjährige Weggefährtin Inga Humpe mit einer bemerkenswerten Mischung aus Schwermut, Nachdenklichkeit und Optimismus die ganz großen deutschspachigen Popsongs zu schreiben und produzieren versteht.
Schon das Auftaktstück "Immer da" lässt keine Wünsche offen und macht die Sehnsucht der Fans nach einem neuen Ich+Ich Album fast vergessen. Gezielt und emotional fragend eröffnet Adil Tawil sein erstes eigenes musikalisches Kunstwerk. Denn dass er das Album als Kunstwerk versteht, lässt sich zum einen leicht von der Art und Weise der optischen Umsetzung des Covers als auch zum anderen vom rein mit "Lieder" bezeichneten Titel erkennen und ableiten.
14 Kunstwerke liefert der Sänger auf der CD ab und jedes Lied ist anders und besitzt andere Qualitäten und Aussagekräfte. So liegen die Schwerpunkte auch in angenehmen Gleichgewicht. So gibt es Pop, ein wenig Soul, Ansätze von Rap und dann auch aktuelle Elektroeinflüsse auf die Ohren. Und dazu einen Sänger, der in jedem einzelnen Stück dieses Albums uneingeschränkt aufgeht und so ein wunderbar ergreifendes und vereinnehmendes Album abliefert, das man immer und immer wieder hören kann. Die "Lieder" nutzen sich nicht etwa mit jedem erneuten Hören ab, sondern entiwckeln eine qualitative Eigendynamik der besonderen Art. Adel Tawil hat ein Kind im Ohr und nicht nur die Kinder haben Adel Tawil im Ohr! Und das zu Recht! Ein starker erster Solo Aufschlag! 

The Beatles "Live at the BBC - The Collection (Vol. 1 & 2)"

Nach knapp 20 Jahren legt das Apple Label die Doppel-CD der Beatles "Live at the BBC" erneut auf. An dieser Veröffentlichung hat sich inhaltlich nichts verändert, dafür sind die insgesamt 71 Tracks der beiden Silberlinge aber noch einmal komplett neu gemastert und im Sound mit mehr Volumen und Tiefe ausgestattet worden. Und diese Masteringkünste machen sich qualitativ speziell bei den älteren Songs der BBC-Era der britischen Fab Four deutlich bemerkbar. Das neue Mastering fand in den berühmten Abby Road Studios statt. Das Format der Aufnahmen ist in Mono, da seinerzeit alle BBC Aufnahmen in Mono waren. Aber dafür ist der Sound wirklich gut. Man hat das Beste aus den alten Aufnahmen herausgeholt und so klingen die Songs dann trotz des Mono-Formats gut in die Fläche umgesetzt.
Die Aufnahmen stammen aus den Zeiten zu Beginn der 60er Jahre, um genau zu sein, aus dem Zeitraum von 1962 bis 1965. Neben vielen Live im BBC Studio gespielten Titeln gibt es auch nicht nur für Fans schöne, witzige und manchmal auch inhaltlich durchaus interessante Interview-Takes zu hören. Man merkt der Band die Freude an diesen Besuchen in den BBC Studios an und die Mischung aus Liedern und Interviews ist gut gelungen. Da das Tracklisting der beiden CDs von "Live at the BBC Vol. 1" keine Veränderungen zur damaligen 1994er Veröffentlichung aufweist - lediglich einzelne kleine Veränderungen in Hinsicht auf herausgeschnittene Kommentare und ein etwas anderes ausfaden einiger Titel, ist diese Neuedition für Beatles Fans hauptsächlich wegen der neuen Tonqualität interessant. Zudem gibt es im Booklet der CD ein paar neue Bilder und und auch sonst viele interessante Informationen.
Zu der "Live at the BBC Vol. 1" gesellt sich dann im Rahmen der "Live at the BBC - The Collection (Vol. 1 & 2)" noch eine weitere Doppel-CD, nämlich "Live at the BBC Vol. 2". In einem Zuge mit den beiden CDs des ersten Teils ebenfalls neu gemastert gibt es hier einen Überblick über die Studiobesuche von John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison au den Jahren 1963 und 1964. Und diese Edition lässt dann auch die Herzen der Beatles Fans höher schlagen, finden sich doch auf den beiden CDs nahezu 40 Aufnahmen, die bis dato unveröffentlicht gewesen sind. Die Anordnung und Mischung zwischen Songs und Interview-Takes und eingesprochenen Slogans ist gut gelungen. Man hört voller nostalgischer Freude und die Aufnahmen und irgendwie kommt man sich automatisch wie in die damalige Zeit zurückversetzt vor.
Vor die Tatsache, dass die Fab Four nicht nur eigene Songs dargeboten, sondern auch einige Titel anderer in der damaligen Zeit bekannter Künstler auf Beatles Art interpretierten, macht diverse Aufnahmen zu ganz besonderen Leckerbissen. So gibt es hier zum beispiel ein Cover von Chuck Berrys "I’m Talking About You". Darüber hinaus haben die damals noch blutjungen Briten aber auch eine Hommage an die damals ultimative Pop-Sendung im Radio, den "Saturday Club" in Form von Geburtstagsgrüßen zum Jubiläum zum Besten gegeben.
Zum Abschluss der beiden CDs von "Live at the BBC Vol. 2" gibt es dann noch längere Interviews einzeln mit allen Bandmitgliedern zu hören. Diese Interviewsessions runden diese Veröffentlichung wunderbar ab. Zudem gibt es auch bei dieser zweiten Doppel-CD Veröffentlichung ein umfangreiches Booklet mit vielen Bildern, Liner-Notes vom Produzent Kevin Howlett sowie Informationen zu den einzelnen Tracks.
Die Beatles bleiben auch nach 50 Jahren noch immer ein Phänomen und wissen selbst durch diese Radioaufnahmen noch immer alte und neue Fans gleichermaßen zu begeistern.

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