Chrissie Hynde – Valve Bone Voe

Für ihr neues Album betritt Chrissie Hynde eine Art musikalisches Neuland. Denn eigentlich ist die Sängerin seit Beginn ihrer Karriere dem Rockgenre verfallen. Allerdings brachte sie bereits ihr Bruder in ihrer Jugend immer wieder mit dem Jazz und Blues zusammen, da er diese Musikstile schon damals liebte.
Und da gerade diese zeitlosen Genres zum einen den Platz für die eigenen Freiheiten lassen und andererseits aber auch den größtmöglichen Spielraum zum Ausleben und Entdecken von Melodien bieten, näherte sich Chrissie Hynde in den letzten Jahren diesen Musikstilen wieder an. Und dazu kam noch der weitere Umstand, dass in der heutigen Zeit selbst die Rockmusik immer mehr zu verkommen scheint. Schnelllebigkeit und kurzsichtiger kommerzieller Erfolg töten die Innovationen und Inspirationen und hemmen viele Musiker.
In diese Spirale wollte die Sängerin auf keinen Fall hineingezogen werden und somit ist „Valve Bone Woe“ eine Art eigens ausgeworfener Rettungsanker. Das Album enthält 14 Titel und Chrissie Hynde konnte bei der Produktion mit Songwritern wie Nick Drake, Ray Davies oder auch Charlie Mingus zusammenarbeiten.
Das Ergebnis ist ein sehr atmosphärisches Werk, das oftmals entspannt daherkommt und neben schönen Harmonien auch immer wieder Platz für kleine und seichte experimentelle Ausflüge bietet. Viele der Titel versprühen den zeitlosen Charme der Vergangenheit, klingen nach 1950er und 1960er Jahren und verbannen Stress, Hektik und digitale Stressfaktoren komplett aus dem Gedankengut des Hörers.
Man kann sich bedingungslos dem Album, das seinen Titel nach Zitat von Chrissie Hyndes Bruder, der auf eine Mitteilung seiner Schwester über den Tod eines Posaunisten schlicht mit „Valve Bone Voe“ antwortete, bekommen hat, bedingungslos und zu jeder Tages- und Nachtzeit hingeben und wird immer wieder neu in den zeitlosen Bann der Songs gezogen.

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