Lemonwood Debütalbum erscheint

Das ohne böse Vorahnung benannte Debutalbum von Lemonwood erzählt von der Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, von Harmonie und dem Gefühl, an einem bestimmten Ort immer gut aufgehoben zu sein. Noch bevor die Welt kurz angehalten wurde, hat sich Justus Maaz bereits in die Isolation begeben, um ein utopisches Zuhause zu beschreiben. Herausgekommen sind 10 Songs, welche die inneren 4 Wände mit bunten Farben bemalen.

„Home“ verbarrikadiert dabei zunächst die Tür zur Realität und öffnet das Fenster zur inneren Einkehr. Du lustwandelst zunächst den schier endlosen Flur entlang, die Schritte hallen nach und das Echo der eigenen Stimme grüßt freundlich. Im Erdgeschoss ist die Stimmung noch ausgelassen. Durch das Wohnzimmer brettern psychedelische Songs mit dem Moped umher, während sich im Schlafzimmer Madchester und Pop eine wilde Kissenschlacht liefern. Von weiter oben sind andere Töne zu vernehmen, denn wie immer streiten sich dort Tatendrang und Melancholie um die Fernbedienung. Aus der Küche strömt ein merkwürdiger Duft. Hier wurden Liebeskummer und Kindheitserinnerungen aufgetaut und zu einem nostalgischen Abendmahl verarbeitet und irgendwo im Keller müsste noch eine Ballade liegen. Beim Blick in den Garten wird die ganze Aufmerksamkeit einem Eichhörnchen zuteil, dass wie in Trance seinem eigenen Tagtraum folgt. Zuhause.

Lemonwood sind Paul Piesker (Bass), Salomon Bosse (Schlagzeug) und Justus Maaz (Gesang, Gitarre, Keyboards), sowie live Alexander Schulz (Gitarre), allesamt geboren und lebend in Berlin. Die Musik beschreiben sie selbst schlicht als Psychedelic Pop, es lassen sich aber Bezüge zu Shoegaze, Neo Psychedlic, Krautrock, Madchester, Americana und 60s Rock‘n‘Roll ausmachen. Die Songs sind melodiös und eingängig, dabei oft mit Überlänge und mantrahaft in viel Hall und Echo getaucht. Der Songwriter und Produzent Justus verarbeitet Themen wie Sehnsucht, Verlust, Suche und Hoffnung, aber auch philosophische Ideen und spirituelle Wahrnehmung. Während live eine Wall of Sound vor allem durch konventionelle Rockinstrumente errichtet wird, wurde für das Album „Home“ auch mit Produktionstechniken, orchestralen Flächen und Loops experimentiert und damit versucht, ein cinematisches und „psychoaktives“ Gesamtwerk zu schaffen.

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