Rolf Brendel – Vergessene Helden

Die Auflösung von der Band NENA liegt mittlerweile rund 30 Jahre zurück. Frontfrau und mittlerweile Kultikone Susanne Kerne alias Nena ist seitdem ihren eigenen Weg erfolgreich weitergegangen.

Und jetzt schickt sich Bandmitglied Rolf Brendel nach rund drei Jahrzehnten an, die damalige Zeit musikalisch wieder aufleben zu lassen. Der frühere Schlagzeuger der Band NENA veröffentlicht mit „Vergessene Helden“ sein erstes Soloalbum.

Und schon nach den ersten Tönen fühlt man sich unmittelbar in die alten 1980er Jahre und den Sound von NENA zurückgesetzt. Oftmals klingen die elektronischen Soundteppiche wie Plagiate von damals, neu aufgelegt aber doch bekannt. Man kann bei diversen Stücken des „Vergessene Helden“ Albums den klanglichen und melodiösen Bezug zu speziellen alten NENA Songs sehr offensichtlich erkennen. Und dieser Punkt lässt das Album im bildlichen Sinne zu einem zweischneidigen Schwert werden.

Einerseits tut es für alle Fans der Neuen Deutschen Welle und der damaligen NENA Zeit gut, die alten Sounds mal wieder in neuem Kontext zu hören. Andererseits erkennt man doch recht schnell, dass Rolf Brendel hier mehr auf altes Soundgut, denn auf neue Ideen zurückgreift.

Gesanglich ausbaufähig, aber dadurch gut in die damalige Zeit passend gibt Rolf Brendel auf „Vergessene Helden“ zehn Titel von teilweise thematischer Oberflächlichkeit zum Besten. Eine weitere Adaption der 1980er Jahre. Aber es passt – und durch diese Kombination wird das Album dann auch plötzlich wieder authentisch und man beginnt, daran zeitlosen Spaß zu haben.

Und Songs wie „Im Himmel ist noch ein Zimmer frei“, „Das Meer berührt den Horizont“, „Blaues Eis“, „Ein nur du sein“ oder auch der Titelsong des Albums, „Vergessene Helden“, hätten auch damals sicherlich sehr gut der Band NENA zu Gesicht gestanden. Alles in allem liefert Rolf Brendel also ein Album ab, auf das niemand so wirklich gewartet haben dürfte, das aber im Laufe der Zeit einen zeitlosen – wenn auch oft kopiert wirkenden – Charme entwickelt.

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