Claudia Wengenroth – Dort, wo die Zeit entsteht

Der erste Roman von Claudia Wengenroth, in welchem eine Ärztin die Ruhe der Berge zum Ausgleich ihres stressigen Alltags zu finden hofft und dabei alsbald durch diverse Umstände auch die Suche nach sich selbst – nach ihrer eigenen Wahrheit – beginnt, verspricht anfänglich ein interessantes Thema zu werden.

Im Laufe der Erzählung, die in den Bergen und damit verbunden in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit spielt, verblasst der Zauber des Themas jedoch zusehends und man verliert als Leser den Bezug zur Hauptfigur, da diese durch die beschriebenen Prozesse ihrer Selbstfindung und dem damit verbundenen Hinterfragen von Umständen, Zusammenhängen und Wahrheiten, in eine Art Lethargie verfällt, die auf den Leser übergeht und das Lesen des Buches sodann zu einer wirklichen Aufgabe werden lässt.

Auf wenn der Zeitpunkt der Erzählung mit den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr, den sogenannten Rauhnächten, gut gewählt ist, so gelingt es der Autorin nicht, die Faszination und Herausforderung an das Finden es eigenen Mittelpunktes, mit einer positiven Symbolik umzusetzen. Vielmehr entsteht eine manchmal sogar etwas erdrückende wirkende Lawine an Schwere, Traumdeutungen und Handlungen, die dieser an sich besonderen Zeit mehr Charme rauben, als dass sie ihn den Tagen zwischen den Tagen verleihen.

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