Ryan Adams – Wednesdays

Ryan Adams veröffentlicht sein aktuelles Album „Wednesdays“ nun auch physisch. Das Werk, dass bereits Ende letzten Jahres in digitaler Form erschienen ist, markiert den Anfang einer Album Trilogie, mit der der amerikanische Sänger zu seinen eigenen Wurzeln, dem schlichten Songschreiben, zurückkehrt.

Und gerade der Wochentag Mittwoch, nach dem dieses Album benannt ist, bietet für die Wahrnehmung, die damit verbundenen Gefühle und Einstellungen der Menschen einen hervorragenden Ansatzpunkt. Für die einen ist der Mittwoch der Tag, an dem die (Arbeits-)Woche schon zur Hälfte geschafft ist, für die anderen ist es der Tag, der das rasante Vergehen der Zeit unterstreicht. Die einen schauen zurück, die anderen nach vorn. Ist das Glas mit Wasser halb leer oder halb voll?

Fragen über Fragen, die sich über sämtliche sozialen und gesellschaftlichen Thematiken erstrecken, können mit der Sichtweise auf die „Wednesdays“ in Verbindung gebracht werden. Und eben dieses Sichtspektrum wendet Ryan Adams hier auf diesem Album sehr reduziert und ausgewogen an.

„Wednesdays“ enthält elf neue Titel, musikalisch sehr emotional und atmosphärisch. Die Stimme Ryan Adams steht bei den Titel sehr eindrucksvoll im Vordergrund und so entsteht eine zurückhaltende, nachdenkliche und fragile Stimmung während des gesamten Albums.

Unter normalen Umständen wäre „Wednesdays“ ein wunderbar besinnliches und entschleunigendes Album. Aber angesichts der derzeitigen Umstände von weltweiten „Lockdowns“ und anderen Einschränkungen ist die Atmosphäre des Albums ein schmaler Grat zwischen Reduzierung und Resignation der Hörer. Künstlerisch ist „Wednesdays“ aber trotz allem eine sehr feine Kost“ – und den Weg „back to the roots“ hat Ryan Adams mit seinem neuen Album auch sehr eindrucksvoll eingeschlagen.

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