Maite Kelly – Hello!

Maite Kelly meldet sich musikalisch mit „Hello!“ zurück. Nachdem die Sängerin bereits seit diversen Wochen bei der aktuellen „DSDS“ Staffel als mütterlich wirkende Jurorin medial präsent ist, legt sie nun auch musikalisch mit einem neuen Album nach.

Waren die letzten beiden Maite Kelly Alben – gerade für den ansonsten eher in punkto Abwechslung eher limitierten Schlagerbereich – kurzweilig und ansprechend, so klingt „Hello!“ wie die Rückkehr zu einer alten Liebe. Von den Sounds her aufgewärmt und irgendwie durchweg bekannt. Natürlich ist die Musik bis ins letzte Detail professionell produziert – aber genau hier scheint das Problem des Albums zu liegen.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen vermeint man stets, die Songs bereits zu kennen. Und beim Gesang ist es dann dadurch bereits irgendwie egal, wer da singt. Irgendwie erwartet das Unterbewusstsein bei der überwiegenden Anzahl der Songs die Stimme von Helene Fischer aus früheren Zeiten oder die von Beatrice Egli. Aber hier singt dann Maite Kelly – also gut, die nimmt man als Unterbewusstsein auch in den Fokus. Die Unterschiede sind ja nicht derart groß, dass man sich auf anstrengende Weise umstellen müsste.

„Hello!“ liefert natürlich mit seinen zwölf Titeln ein tolles Schlagererlebnis ab. Inhaltlich kann man zwar bei diesem Album auch öfter nur den Kopf schütteln, was man sich seitens der Schreiber da für – teilweise wirklich platt konstruierte – Texte ausgedacht hat. Aber irgendwie ist dem Hörer das dann auch schon egal – Hauptsache positiv klingende Abwechslung in diesen tristen Corona Zeiten.

Aber die Voraussetzungen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Albums vorherrschten, dürfen die Oberflächlichkeit der Songs nicht wegwischen. Und diese ist speziell bei Titeln wie dem Opener „Einfach Hello!“, „Für Gefühle kann man nichts“ oder auch „Du Schuft!“ deutlich zu hören. Austauschbar, vorhersehbar und von den Arrangements her von Anfang bis Ende bekannt.

Die Lichtblicke dieses Albums sind Titel wie „Solang die Sehnsucht in mir lebt“ oder auch „Ist es denn zu spät (Die Liebe waren wir)“ – diese Songs kann man nicht, wie viele andere – musikalisch derart spiegeln, sondern sie behalten ihre eigene stabile und abwechslungsreiche Schlagerhülle. Und davon hätte dem Album eine deutlich größere Anzahl sehr gut getan, um Maite Kelly hier eine ihren eigenen Ansprüchen gerecht werdende Eigenständigkeit zu verschaffen.

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