Erste Solo-Single von Linda Mar erschienen

Wir alle kennen sogenannte toxische Beziehungen auf irgendeine Art und Weise. Zu einem Partner, einem Freund, einem Familienmitglied, oder vielleicht sogar zu uns selber. Wenn eine Person oder eine Situation uns schadet, wird es heute „toxisch“ genannt und alles was toxisch ist, ist schlecht. Gift. Was schlecht ist, sollte man lassen. Wenn wir es aber nicht lassen, dann sind wir entweder schwach – oder selbstzerstörerisch.
Vielleicht sind wir aber auch einfach nur voller Hoffnung, glauben an die Person, von der wir nicht loskommen, oder wir glauben an uns und gehen unseren Weg, egal wie schwer und unmöglich er in den Augen anderer erscheint. Oder vielleicht sind wir einfach NOCH nicht soweit loszulassen.


Trotzdem ist die Entscheidung für den „hard way“ keine leichte und mit vielen Ups and Downs verbunden, wir haben manchmal das Gefühl uns selber zu verlieren, „the hard way“ ist schmerzhaft und manchmal wollen wir aufgeben. Was uns aber zum Weitermachen bewegt, ist die Hoffnung und unser Instinkt, der uns eigentlich immer recht zuversichtlich sagt, wann es Zeit ist aufzugeben, oder ob man nicht doch noch irgendwo einen Funken Kraft hat, um weiterzumachen.
So ist „Irgendwann“ eine Ode an Beziehungen, für die es sich lohnt zu kämpfen, an die eigene Depression, die einem schwere Battles abverlangt und einen manchmal an Grenzen bringt, auf denen man nicht balancieren möchte, aber vor allem an die Hoffnung und das Träumen, dass sich der ganze Scheiß irgendwann vielleicht doch lohnt, wenn man weitermacht, solange man das Gefühl hat, dass man nicht auf der Strecke bleibt.


Musikalisch wird genau dieses Gefühl durch melancholischen Indie-Poprock angegangen, schwere Twanggitarren, Mollakkorde, schmerzhafte Feedbacks und melancholischer Gesang treffen im Refrain auf drei Worte, die die „Weitermach-Motivation“ auf den Punkt bringen: „Irgendwann dann vielleicht…“ – da darf es dann auch mal DUR sein.

Hoffnungsvoll, melancholisch, leicht mit südlicher Tristesse – so klingt Linda Mar, wenn sie Wut, Depression, Melancholie (obviously!) mit Leichtigkeit, Sehnsucht, Streben nach Freiheit, Leben und Frieden in sanft-unschuldige Melodien hüllt – und dabei mit jedem Hören offener und zugänglicher wirkt: Wie eine Sommerbrise, die in eine verranzte Kneipe weht und Helligkeit ins Dunkel bringt, wenn Du mit Whiskey an der Bar sitzt und auf die vielen Gitarren auf der Holzbühne starrst, die seit Ewigkeiten nicht betreten wurde … Ohne viele zu wollen, ohne irgendwas zu erwarten, fühlt man sich gut aufgehoben. Wie eine warme Umarmung von einer Unbekannten, die dann auch wieder verweht.


Linda Mar will Ehrlichkeit – und schlechte Tage nicht zu guten machen, sondern alles fühlen, Melancholie wie Träume, jedes Gefühl von Hoffnung überschatten. Schreien, weil es raus muss – schreien, wenn keiner zuhört und flüstern, wenn Lautstärke nichts mehr bewegen kann. Denn, wie das Musikvideo zu „Irgendwann“ so schön zeigt, gibt es immer Tagträume, Hoffnung und Utopie: Wenn Linda Mar hier keine Musik machen kann, dann fliegt sie mit ihren Bandkollegen halt auf den Mars und spielt ein Live-Konzert mit Aliens. Irgendwann dann vielleicht.

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