Heinz Rudolf Kunze reflektiert seinen „Werdegang“

Zum 40jährigen Bühnenjubiläum hat Heinz Rudolf Kunze seine größten Songs neu interpretiert. Fünf Top-Produzenten der jüngeren Generation haben Hand angelegt und insgesamt 24 Lieder neu arrangiert und aufgenommen. Dabei konnten im Vorfeld 1000 Fans über die Social-Media Accounts des Künstlers mitbestimmen, welche Lieder es auf die Doppel CD schaffen. Dafür stehen sie mit ihrem Namen im Booklet.
„Werdegang“, dieses umfangreiche – mehr als nur ein „Best Of“-, erscheint am 19. November auch auf Vinyl. Außerdem als Fanbox mit einer ganz speziellen Beigabe. Eigens dafür zerlegt Kunze sein Klavier, auf dem er zahlreiche Hits geschrieben hat, in tausend Einzelteile, jedes Teil ist nummeriert und gibt es nur einmal. So ist jede einzelne Box ein ganz besonderes Unikat.

Gemeinsam mit spannenden Produzenten hat Heinz Rudolf Kunze 24 Songs einen ganz neuen Anstrich verliehen. Überall in Deutschland war er unterwegs: im legendären Berliner Hansa Studio mit Tim Tautorat, in Hamburg bei der wunderbaren Anne De Wolf und Ulrich Rode und bei den jungen wilden Steffen Graef und Klaus Sahm. Auch nach Mannheim zu den wagemutigen Jens Schneider und Jules Kalmbacher und zu seinem Freund Udo Rinklin in Stuttgart hat es ihn verschlagen. Nach zahlreichen Stunden im Studio und tausenden Reisekilometern freut Heinz sich jetzt Ergebnis präsentieren zu können.

Seit vierzig Jahren präsent: Heinz Rudolf Kunze ist aus der deutschen Kulturszene nicht wegzudenken. Ob als Sänger, Musiker, Übersetzer, Poet, oder darüber hinaus als politischer Beobachter und Kommentator, kaum einer hat so einen großen künstlerischen Output wie er. Manchmal schreibt er über 400 Texte im Jahr und die müssen raus. Sechsundvierzig Studioalben, zahlreiche Bücher, Artikel und Geschichten, sind so in vier Jahrzehnten entstanden. „Reine Nervensache“ heißt 1981 sein Debütalbum mit dem er erstmals aufhorchen läßt. Damals wird er oft verglichen mit politischen Songwritern, wie Bob Dylan oder Hannes Wader. Doch er will nicht das Sprachrohr der Linken sein, den Soundtrack zum studentischen Protest singen, oder als „Oberlehrer der Nation“ abgestempelt werden. So beginnt er 1984 auf dem Album „Ausnahmezustand“ mit eher „kauzigen Liedern“ (Zitat HRK), die sehr an die englische New Wave Musik erinnern. Ein Jahr später kommt dann der kommerzielle Durchbruch.

Der große Conny Plank arbeitet mit ihm. „Der einzige Musikproduzent, der mich beeindruckt hat“, so Kunze später. Offenbar beruht das auf Gegenseitigkeit. Mit klassischen „Deutschrockern“, will Plank nie arbeiten, mit Kunze schon. So entsteht 1985 die LP „Dein ist mein ganzes Herz“. Die erste Auskopplung, ein Kinks-Cover von „Lola“, wird so eigenständig, dass viele denken, die Band hätte Kunze einen Song geklaut. „Die Platte hat mein Leben verändert“, sagt er im Rückblick über die Zusammenarbeit. „Vielen Dank an Conny Plank, Gott hab ihn selig. Es war die einzige Zeit in meinem Leben, in der ich dachte, ich wär ein Hippie.“ Seit dieser Zeit gehört er zu den beständigen und irgendwie immer präsenten Künstlern der Republik. Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“, „Finden sie Mabel“, „Alles, was sie will“, „Mit Leib und Seele“, gehören neben vielen anderen heute zu den deutschen Rock- und Popklassikern. Seitdem hat Kunze beinahe alle Auszeichnungen der Branche und darüber hinaus bekommen und ist als einer der wenigen deutschsprachigen Künstler gleich mehrmals im legendären Rockpalast aufgetreten.

Heinz Rudolf Kunze bleibt kantig, wird nie zum Mitläufer. Über die Jahrzehnte mischt er sich immer wieder in gesellschaftliche Diskussionen ein, hält mit seiner Meinung nicht hinter den Berg. Ob in der Anti-Atom- und Friedensbewegung Anfang der 80er, „Band für Afrika“, „Rock gegen rechte Gewalt“, bis heute ist er am Start und stellt sich seiner politischen Verantwortung als Künstler und Mensch.

Eigentlich wollte Heinz Rudolf Kunze sein Jubiläum in diesem Jahr live feiern. Coronabedingt musste die Tour unter dem Motto „Der Wahrheit die Ehre“ verschoben werden. Sie startet jetzt am 23. April 2022 in Halle/Saale. Für Fans gibt es bis dahin einiges zum Jubiläum. Am 22. Oktober erscheint im Reclam Verlag die Biografie „Werdegang“, die persönliche Lebensgeschichte eines sozial engagierten Menschen, die gleichzeitig eine subjektive Bestandsaufnahme der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik ist. Im November folgt ein Film über seine Karriere. Wem das bis dahin nicht reicht, sei verwiesen auf Kunzes unfassbaren kreativen Output. Auf seinen Social-Media Kanälen gibt es zahlreiche Belege dafür. So aktuell die Podcastfolgen „Kunze über Kunze“ mit exklusiven Ein- und Rückblicken in bewegende Zeiten.

TRACKLISTING
CD 1:
1 Meine eigenen Wege
2 Alles was sie will
3 Ich brauch dich jetzt
4 Mit Leib und Seele
5 Aller Herren Länder
6 Dein ist mein ganzes Herz
7 Vertriebener
8 Leg nicht auf
9 Lola
10 Finden Sie Mabel
11 Dies ist Klaus
12 Wenn du nicht wiederkommst

CD 2:
1 Wenn es vorbei ist
2 Götter in weiß
3 Finderlohn
4 Mit welchem Recht
5 Nicht mal das
6 Elixier
7 In der alten Piccardie
8 Lebend kriegt ihr mich nicht
9 Abschied muss man üben
10 Die ganz normalen Menschen
11 Noch hab ich mich an nichts gewöhnt
12 Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort

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