Dinah Marte Golch – Die andere Tochter

In einer besonderen Erzählweise beschreibt Autorin Dinah Marte Golch in ihrem Buch „Die andere Tochter“ das Schicksal des Mädchen Antonia oder kurz Toni. Diese verliert nahezu ihr Augenlicht und kann lediglich durch ein Hornhaut-Transplantat einer vermeintlich toten Spenderin gerettet werden.

Nach der Operation stellt Toni immer mehr Erkundungen zu der Spenderin an, wird von merkwürdigen Flashbacks heimgesucht und zieht unterbewusste Verbindungen zwischen ihrer Familie und der der Spenderin, einer attraktiven Malerin.

Und irgendwie kommen trotz der Parallelen auch immer wieder Aspekte zutage, die Toni zweifeln lassen bis sich zum Ende des Buches dann diese auf ihre eigene Weise verworrene Nachkriegsgeschichte auflöst. Es geht im Roman der Autorin, um Traumata Bewältigung, Zuversicht, Selbsterkenntnis und im Zentrum um die Frage nach der wahren, eigenen Identität.

Das Buch ist in zwei Zeiten geschrieben, die nicht weit voneinander entfernt liegen, sich jedoch lange Zeit nicht begegnen, sondern sich bewusst durch Dinah Marte Golch umgesetzt, nur aneinander annähern. Erst zum ende des Buches hin wird aus zwei Zeiten und damit auch in gewisser Weise Geschichten eine.

Raffiniert geschrieben, mit viel Farbenpracht, der stetigen Frage nach dem richtigen Durchblick – bezogen auf die eigene Geschichte der Hauptfigur sowohl nach hinten als auch nach vorne gerichtet – ohne jedoch die Gegenwart zu vergessen. Dieses Buch ist eine spannende Reise eines nicht zu unterschätzenden Themas, das eine ganze Generation bewegt hat und große Teile auch noch heute bewegen dürfte.

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