Max Giesinger – Vier

Sein viertes Album hat Max Giesinger einfach und schlicht mit „Vier“ betitelt. Wie so viele andere Alben, so wurde natürlich auch Max Giesinger beim Schreiben und Komponieren der neuen Songs von der Corona Pandemie beeinflusst. Die herausfordernde Situation, die die Auftrittsverbote und sozialen Begrenzungen mit sich brachten, führten dazu, dass der sympathische Sänger sich auf eine andere Weise an seine neuen Songs herantasten konnte.

Da er seine letzten Konzertreisen zu seinem Vorgängeralbum „Die Reise“ allerdings quasi zeitgleich mit der aufkommenden Pandemie-Situation abgeschlossen hatte, konnte er die aufkommenden besonderen und eingeschränkten Zeiten zudem besser für sich akzeptieren, denn wenn man sich an die Arbeit zu neuen Songs macht, dann bedeutet dieses ohnehin für einen jeden Künstler eine besondere Situation.

Nun liegt das Ergebnis in Form von „Vier“ vor und auf gewisse Weise ist das Album eine erneute Reise für den Sänger geworden. Zu einer Reise, zurück zu sich selbst – ohne Rampenlicht und Bühnen, ohne Pressetermine und Auftritte – einfach nur Zeit für sich, um seinen Gedanken nachzuhängen und sich selbst treiben zu lassen. Alles andere kommt dann meist ohnehin von selbst.

Und so war es dann auch. Immer wenn Max etwas bei beliebigen Situationen in seinem aktuell quasi isolierten Alltag einfiel, schrieb er es auf und zog sich dann irgendwann auf eine kleine Hütte in der Eifel mit seinen vertrauten Freunden zurück, mit denen er seit Jahren seine Songs schreibt, um die neuen Einfälle zu weiterzuentwickeln und fertigzustellen.

Nun liegt also das neue Album vor, dessen Titel ebenso reduziert ist, wie die Zeit es war, in der das Album entstanden ist. Und die zwölf Songs reflektieren in feinster deutscher Popmanier den Max Giesinger des Hier und Jetzt. Es geht um den Sinn des Lebens, das Schätzen jeder Sekunde, es geht um Wertigkeiten, Hingabe, Liebe und Dankbarkeit. Aber es geht auch um Schmerz, Erkenntnis und Veränderung. Klar formuliert und musikalisch abwechslungsreich und durchaus an manchen Stellen mutig unterlegt.

Wunderschön ist die Dankes-Ballade an seine Oma, „In meinen Gedanken“, ein Ausdruck von tiefer Liebe und Dankbarkeit, wie er persönlicher nicht sein könnte. Aber auch das liebeskritische, Lebensstile hinterfragende Duett mit Madeline Juno „Hotel“ oder aber der letzte nachdenkliche Song „Das letzte Prozent“ sind unfassbar gute Songs, die synonym für ein besonderes Album stehen, mit dem Max Giesinger sich auf richtige Weise weiterentwickelt hat und mit dem er zugleich unterstreicht, seine Wurzeln jederzeit im Blick zu behalten.

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