Neues Vieux Farka Touré Album erscheint im Juni 2022

Der malische Gitarrist, Vieux Farka Touré, stellt heute seinen dritten Song und das dazugehörige Video von seinem kommenden Album „Les Racines“ (übersetzt „die Wurzeln“) vor, welches am 10.06.2022 über World Circuit erscheint. „Ngala Kaourene“ ist ein kraftvoller Appell an die Menschen in Mali während Zeiten der Unruhe und Turbulenzen. Vieux sagt: „Zur Zeit befindet sich mein Heimatland Mali in einer schwierigen Situation. Meine einzige Bitte an meine Brüder ist, dass sie sich gegenseitig die Hand reichen, egal was ihre ethnische Zugehörigkeit sein mag. Wir müssen uns versöhnen, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden. Zusammenhalt schafft Stärke. Lasst uns Frieden schließen, denn nur in Zeiten des Friedens können wir weiter wachsen.“

Mit „Les Racines“ veröffentlicht Vieux Farka Touré sein Album-Debüt auf dem Label World Circuit und damit auch den ersten Longplayer seit 2017. „Les Racines“ bedeutet übersetzt „die Wurzeln“ und steht für eine tiefe Verbundenheit mit der Songhai-Musik aus Nord-Mali, die als „Desert Blues“ bekannt und eben durch seinen Vater und dessen World Circuit-Veröffentlichungen bereits Jahrzehnte zuvor berühmt geworden ist.

In Mali gibt es ein bekanntes Sprichwort, das besagt, dass der Nachname des Lebens Veränderung bedeutet. Eine Lebensweisheit, die Vieux Farka Touré während seiner gesamten Karriere und durch eine Reihe von abenteuerlichen grenzüberschreitenden Erfahrungen und Kooperationen hindurch stets befolgt hat. Doch es gibt noch ein anderes, universelleres Sprichwort, das besagt: ‚Um zu wissen, wohin man geht, muss man wissen, woher man kommt‘. Und eben jenes dem innewohnenden und für den Menschen grundlegendes Bedürfnis, sich seiner Herkunft bewusst zu werden, steht im Mittelpunkt von „Les Racines“.

Der Sohn des verstorbenen Ali Farka Touré, der als der beste Gitarrist gilt, den Afrika je hervorgebracht hat, verbrachte zwei Jahre mit der Produktion von „Les Racines“ – von der ursprünglichen Idee in dessen Kopf bis zur Entstehung brauchte es sogar noch mehr Zeit. „Der Wunsch, ein traditionelleres Album zu machen, reifte schon seit langem in mir. Es ist mir und den Menschen in Mali wichtig, dass wir mit unseren Wurzeln und unserer Geschichte verbunden bleiben“, erklärt Vieux. Der durch den Ausbruch des Coronavirus verursachte Lockdown hinderte ihn zwar daran, wie geplant auf Tournee zu gehen, ermöglichte es ihm jedoch auch gleichzeitig, die so gewonnene Zeit zu nutzen, um eben dieses wohl tiefgründige Statement seiner bisherigen Karriere zu schaffen.

„Les Racines“ ist bereits Vieux‘ sechstes Soloalbum, seit er im Jahr 2006 mit seiner Karriere startete. Eine Karriere, die unter anderem eine Kollaboration mit Dave Matthews und dem Jazzgitarristen John Scofield beinhaltete. Eine Karriere, die ein Album mit der amerikanischen Singer-/ Songwriterin Julia Easterlin und zwei Alben mit dem israelischen Künstler Idan Raichel in Form der „The Touré-Raichel Collective“ hervorbrachte. „Am Anfang meiner Karriere fragten die Leute, warum ich nicht einfach meinem Vater folgte. Aber es war essentiell wichtig für mich, meine eigene Identität zu finden“, erklärt Vieux. „Heute wissen die Leute, wozu ich fähig bin, und das ermöglicht es mir, mit Stolz und – so hoffe ich zumindest – auch mit einer gewissen Autorität zu diesen Wurzeln zurückkehren.“

Die zeitlosen Grooves des Albums, das in Vieux‘ Heimstudio in Bamako aufgenommen wurde, sind stark von der traditionellen Musik Westafrikas geprägt. Das Feuer von Vieux‘ Gitarrenspiel jedoch und die Dringlichkeit der Botschaften in seinen Songs verleihen dem Album eine ganz und gar zeitgenössische Relevanz. „Wir sind nichts, wenn wir den Respekt vor der Vergangenheit verlieren“, sagt Vieux. „Aber wir können die Kraft unserer Traditionen durchaus auch mit dem Modernen vereinen.“

Die zehn Songs, allesamt Eigenkompositionen, beschäftigen sich mit einer ganzen Reihe von Themen, sowohl traditionelle wie auch aktuelle. „In Mali sind viele Menschen Analphabeten, und die Musik ist das wichtigste Mittel, um Informationen und Wissen weiterzugeben“, erklärt Vieux. „Mein Vater hat für den Frieden gekämpft, und als Künstler haben wir die Pflicht, über die Probleme unseres Landes aufzuklären, die Menschen zusammenzubringen und sie auf diese Weise zur Vernunft zu bringen.“

„Die Rückkehr zu den Wurzeln dieser Musik ist eine gänzlich neue Erfahrung für mich – ich habe noch nie so lange und so hart an einem Album gearbeitet“, reflektiert Vieux. „Ich wusste jedoch instinktiv, dass es tiefgründig, beständig und kraftvoll zugleich sein musste, und deshalb habe ich mir viel Zeit genommen, um darüber nachzudenken, wie ich es wohl schaffen könnte, all das miteinander zu verbinden.“

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