Moon Taxi melden sich mit neuem Album zurück

Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 haben Moon Taxi ihre genreübergreifende Musikalität in ein kühnes, abenteuerliches Gesamtwerk verwandelt. Mit ihren dynamischen Liveshows waren sie auf den großen Festivals im ganzen Land zu sehen und spielten in ikonischen Venues wie dem Ryman Auditorium vor ausverkauftem Haus.

Das Quintett aus Nashville (bestehend aus Sänger/Gitarrist Trevor Terndrup, Lead-Gitarrist Spencer Thomson, Bassist Tommy Putnam, Keyboarder Wes Bailey und Schlagzeuger Tyler Ritter) hat auf ihrem sechsten Studioalbum „Silver Dream“ ihre klangliche Bandbreite erneut erweitert und erforscht alles von Folk über Soul bis zu originellem elektronischen Pop. Doch während die Musik endlos zukunftsweisend wirkt, sind die Texte eine nachdenkliche Reflexion über vergangene Tage.
„Viele der Songs entstanden dadurch, dass wir Momente aus der Vergangenheit wieder haben aufleben lassen. Wir erkannten, dass diese Erinnerungen, vor allem die guten, in einen sanften Glanz gehüllt sind.“, erklärt Terndrup. „Der Albumtitel ist unsere Art zu fragen: ‚War es wirklich so schön wie in Deiner Erinnerung?‘“. Bei den süßlich verschwommenen Bildern, die auf „Silver Dream“ festgehalten wurden, sei es darum gegangen, eine Art kollektives Gedächtnis anzuzapfen. „Wir spielen schon so lange zusammen und haben gesehen, wie sich unser Leben teilweise stark verändert hat. Deshalb sind die Momente, die ihren Weg in die Texte gefunden haben, oft Erfahrungen, die wir gemeinsam erlebt haben.“

„Silver Dream“ ist der Nachfolger von „Let The Record Play“, das 2018 veröffentlicht wurde und die Charts dominierende Hitsingle „Two High“ enthielt. Der Song erhielt großes Lob vom Rolling Stone, NPR und vielen anderen Kritikern.

Das neue Album zeigt, dass die Band mehr denn je für neue Kollaborationen offen ist. Sie schlossen sich mit Songwritern und Produzenten wie Chris Seefried (Fitz and the Tantrums, The Kooks), Christian Medice (lovelytheband, Halsey) und dem verstorbenen busbee (The Head and the Heart, Maren Morris) zusammen und nahmen teilweise im legendären Blackbird Studio in Nashville auf. Gleichzeitig erarbeitete die Band einem Großteil des Albums allein, wobei Thomson seine langjährige Rolle als Produzent zugutekam und treibende Kraft hinter den frei fließenden musikalischen Experimenten war, die „Silver Dream“ jetzt prägen.

Moon Taxi nahmen die neuen Songs hauptsächlich in Thomsons Heimstudio auf. Sie erweckten „Silver Dream“ zum Leben, indem sie mutig ihrer Intuition folgten und in jeder Phase des Aufnahmeprozesses auch spontane Ideen zuließen. „Die Grenze zwischen Schreiben und Produktion war irgendwie verschwommen.“, sagt Terndrup. Thomson fügt hinzu: „Es hat uns sehr geholfen, auf diese Art zu arbeiten. Was auch immer unser erster Gedanke war, wir haben uns darauf eingelassen und sind nicht zu verkopft an die Sache herangegangen. Darauf haben wir immer weiter aufgebaut und es hat uns in einige aufregende Richtungen gezeigt.“

Die hymnische Titelmelodie der von Thomson und Medice co-produzierter Leadsingle „Hometown Heroes“ macht diesen Ansatz besonders deutlich. Sie wurde laut Thomson von einer Hookline inspiriert, über die Terndrup stolperte, als er eines späten Abends in Medices Studio auf einem Mandolinen-Gitarren-Hybrid spielte. „Wir hatten den ganzen Tag geschrieben und aufgenommen und fühlten uns ein wenig wie im Delirium. Doch dann kam Trevor diese Hook in den Sinn und wir hielten sie fest“, sagt er.
Einige Monate später begann die Band im Backstagebereich des Summerfest in Milwaukee damit, den Text zu schreiben, der auf einem von Putnam vor Jahren vorgeschlagenen Songtitel basierte. „Tommy und ich begannen zusammen Musik zu machen, als wir 15 Jahre alt waren. Als wir uns an diese Zeit erinnerten, wurden wir sehr nostalgisch, denn wir hatten damals eine Menge lustiges und dummes Zeug gemacht, wie N64 spielen

oder Hot-Boxing im Auto.“, lacht Tendrup. Und so ist „Hometown Heroes“ ein wehmütiger, aber dennoch hell strukturierter und sofort eingängiger Track geworden, der eine universelle Stimmung eingefangen hat. Die Zuhörer können ihre eigenen Erinnerungen auf den Text projizieren.

Eine besondere Bedeutung hat der Song „Take The Edge Off“ für Moon Taxi, den sie gemeinsam mit dem Songwriter und Produzenten busbee kurz vor dessen Hirntumor-Diagnose geschrieben hatten. Der kraftvolle Wechsel aus stripped-back-Versen und dem schillernden Refrain entfaltet eine überraschende Ehrlichkeit, die die Band auch dem Einfluss busbees zuschreibt. „Ursprünglich wollte ich ein lustiges Trinklied schreiben. busbee nahm diese Idee auf und half uns, zum Kern des Songs vorzudringen“, erklärt Terndrup. Angetrieben von einer nuancierten, aber kraftvollen Gesangsdarbietung entwickelt sich „Take the Edge Off“ zu einer seelenbewegenden Meditation über die Notwendigkeit einer Verbindung in Zeiten tiefer innerer Kämpfe. „Die Arbeit mit busbee hat uns sehr beeindruckt, denn sie hat unseren Songs echte emotionale Tiefe verliehen.“, sagt Thomson.

„Say“ zeigt einen weiteren kreativer Durchbruch der Band. Dieser ergab sich während einer spontanen Session mit Drew Fulk, einem in Los Angeles ansässigen Songwriter und Produzenten, der bereits mit unzähligen Bands aus der Metal-, Post- und Hardcore-Szene zusammengearbeitet hat. Inspiriert von den eher grüblerischen Titeln aus Fulks Katalog, bauten Moon Taxi den Song um ein verzerrtes Bass-Riff herum auf und verwandelte „Say“ schließlich in einen der eindringlichsten und kinetischsten Tracks von „Silver Dream“.

Als Beweis für die enorme Tiefe ihrer Musikalität liefern Moon Taxi mit „One Step Away“ ein hypnotisierendes Stück Soul-Pop. „Ich habe es am Flughafen auf dem Weg nach L.A. geschrieben.“, erinnert sich Thomson. „Am Ende wurde es mehr zu einer Stimmung als eine Geschichte. Es ist diese Art von Verzweiflungsschrei, wenn man nur noch einen Schritt davon entfernt ist, von der Klippe zu stürzen.“ Teilweise inspiriert von der dramatischen kalifornischen Landschaft und der Retro-Sensibilität von Quentin Tarantino, verstärkt „One Step Away“ diese Stimmung mit seinem surf-rockigen Gitarrenspiel, den nervösen Rhythmen und den psychedelischen Texturen.

Wenn sie auf die Entstehung von „Silver Dream“ zurückblicken, fühlen sich Moon Taxi hinsichtlich ihres zukünftigen künstlerischen Schaffens wie neu belebt. „Klanglich fühlt es sich an, als wäre alles weiter aufgeblasen worden. Ich denke, es hat viel mit der organischen Herangehensweise an dieses Album zu tun.“, sagt Terndrup. Thomson führt weiter aus, dass genau dieser Wandel Hand in Hand mit einem neu gewonnenen Selbstvertrauen geht. „Manchmal haben wir uns in der Vergangenheit zurückgehalten, große Risiken mit unserem Sound einzugehen, aus Angst, dass es nicht zu uns als Band passen würde.“, sagt er. „Aber jetzt macht uns das überhaupt nichts mehr aus. Ich glaube, dass dieses Album unsere Fähigkeiten wirklich erweitert hat und jetzt haben wir das Selbstvertrauen, mit allen möglichen verrückten Ideen weiter in die Zukunft zu gehen.“

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