Joe Bonamassa – Live at the Sydney Opera House

Joe Bonamassa liebt Live-Auftritte und ist ständig auf Tour denn da kann er sein Repertoire frei improvisieren und mit seinen genialen Mitstreitern neu interpretieren. Zuletzt konnten seine Fans dies auf der „Keeping the Blues Alive Cruise 2019“ im Februar bei der jetzt schon legendären „Super Jam“ erleben, in der Bonamassa mit Walter Trout, Kenny Wayne Shepherd, Samantha Fish und Jimmy Hall zusammen den Klassiker „Going Down“ zelebriert haben.

Das hier vorliegende Album „Live at the Sydney Opera House“ ist seine 16-te (!!!) Live-Einspielung, die den Zuhörer in das Jahr 2016 zurückkatapultiert. Auf den Konzerten dieser Tournee stellte er sein damals neu erschienenes Album “ Blues for Desperation“ vor. Sieben der insgesamt neun Stücke stammen von diesem Album. Ferner gibt es wie auf jedem Live Album mit „Mainline Florida“ einen Cover Song – diesmal ein Stück von Eric Clapton und zusätzlich „Love ain’t a Love Song“ von dem Vorgänger „Different Shades of Blue“.

Auch wenn man Bonamassa selbst schon als Klassiker bezeichnen kann, beginnt das Set mit einem klasse Intro von Keyboarder Reese Wynans, in dem Jethro Tull’s Klassiker „Locomotive Breath“ erklingt, das Bonamassa gleich mit einem kurzen ersten Solo veredelt, um dann in das treibende „This Train“ überzugehen. Im Verlauf dieses Stückes wechseln sich Solos des Keyboarders auf seiner Hammond Orgel mit den Gitarrenkaskaden von Bonamassa ab, untermauert von den Backing Vocals und der Bläser-Sektion – einfach faszinierend!

Herausragend ist auch die Ballade „Drive“ getragen von den gefühlvollen Drums von Anton Fig und einem „singenden“ Solo von Bonamassa. „Love Ain’t a Love Song“ beginnt mit einem Gitarren-Intro, entwickelt sich dann aber in eine soulige, fast funkige Richtung – insbesondere durch den Bläser-Einsatz und die Backing Vocals und geht dann nach einem wunderbaren Hammond-Solo in ein sehr verspieltes Solo von Bonamassa über – bei dem der Drummer gezielt Kontrapunkte setzt. Nicht nur bei diesem Track sondern beim gesamten Set zeigt sich, wie gut die einzelnen Musiker aufeinander abgestimmt sind und die Tracks in einem spielerischen Fluss einfach laufen lassen.

Sowohl den Fans von Bonamassa (die dieses Album sowieso haben müssen) als auch Neueinsteigern sei diese Live-Aufnahme empfohlen, denn sie dokumentiert den Ausnahmestatus von Bonamassa und seiner Band, deren Mitglieder sich frei entfalten können und gerade dadurch ein kompaktes Ganzes entsteht. Blues vom Feinsten.

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